In solchen Situationen frage ich mich, ob ich dringend an meinem Verhalten arbeiten sollte.
Ich bin schließlich ein Vorbild für meine Kinder, sie imitieren mich und gehen dann nach meinem Beispiel durchs Leben. Ganz schön gruselig, wenn ich genauer darüber nachdenke. Ich war leider noch nie eine Knigge-Expertin. Welche Gabel benutzt man noch mal wann? Wie seziert man einen Fisch? Alles Dinge, die mich längere Überlegung kosten und die in unserem Alltag keine Rolle spielen.
Ich esse im Stehen, weil das schneller geht, wir unterbrechen uns gegenseitig, wenn wir vor Ideen übersprudeln und vergessen auch mal, dass man beim Kaugummi kauen den Mund schließt. Meine Kinder sind wie ich: chaotisch und ungestüm. Einerseits finde ich das amüsant und auch ein bisschen schön, andererseits mache ich mir Sorgen, dass ich ihnen etwas vorlebe, was später negativ auf sie zurückfällt.
Manchmal hilft es mir dann, an meine Eltern zurückzudenken.
Die haben sich insgesamt weniger Gedanken gemacht. Ich saß als kleines Mädchen dabei, als an den Feiertagen „in der guten Stube” Zigaretten geraucht und Schnäpse getrunken wurden. Trotzdem ist aus mir zum Glück keine rauchende Alkoholikerin geworden. Ich hoffe deswegen, dass es auch meine Kinder nicht aus der Bahn wirft, wenn Mama sich mal daneben benimmt. Im besten Fall lernen sie, dass Mama auch nur ein Mensch ist.”
Liebe Manuela, vielen Dank, dass du uns deine Geschichte anvertraut hast. Wir wünschen dir alles Liebe für die Zukunft!
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„Muss ich als Mutter wirklich immer ein Vorbild sein?”
Von
Lena Krause
17. Februar 2026