Schluss mit lustig: Muss man als Mama so richtig „erwachsen“ werden?

Vor einiger Zeit hat ein Interview mit Schauspielerin Anne Hathaway für Diskussionen gesorgt. Die 32jährige erzählte US-Talkmasterin Ellen Degeneres, dass sie 18 Jahre lang keinen Tropfen Alkohol mehr anrühren wird – bis ihr aktuell zweijähriger Sohn ausziehen würde. Hathaway erklärte, dass sie ihr Kind einmal nach einer feuchtfröhlichen Nacht mit einem heftigen Kater in den Kindergarten gebracht habe. Sie sei zwar nicht selbst gefahren, aber diese Erfahrung hätte sie zu diesem Entschluss gebracht.

Anne Hathaway

Anne Hathaway Foto: Bigstock

Das kann ich gut verstehen. Denn Kinder sollten ihre Eltern nicht in so einem derangierten Zustand sehen – mal ganz davon abgesehen, wie anstrengend so ein verkaterter Tag mit einem Kleinkind sein muss! Zudem birgt das verminderte Reaktionsvermögen ja auch viele Gefahren. Also: Total verkatert oder gar betrunken mit anwesendem Kind? Finde ich auch unmöglich.

Aber ich finde, man kann es auch übertreiben.

Denn einige Eltern krempeln ihr Leben – wenn nicht gar ihre Persönlichkeit – mit der Geburt ihres Kinder komplett um. Man muss doch jetzt vernünftiger werden, besser – erwachsen!!!!

Ganz klar, ein Kind zu haben bedeutet eine große Verantwortung. Man möchte nur das Beste für seinen kleinen Schatz und dazu zählt – zugegeben – sicher nicht alles aus unserem „alten Leben“.

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Das M in Mama steht für müde 😴 Das andere M auch 😅

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Diese Verantwortung kann uns einschränken, und natürlich ändert sich das Leben der Eltern mit der Geburt ihres Kindes. Im besten Falle mach es einem aber gar nichts aus, nicht mehr jeden Abend unterwegs zu sein, danach noch beschwipst eine Zigarette in der Wohnung zu rauchen und am Wochenende nicht mehr bis nachmittags im Bett herumliegen zu können. Überspitzt gesagt.

Denn dies ist doch ein verhältnismäßig kleiner Preis für unser neues Glück, oder?

Es gibt unzählige Dinge, die mit Kind nicht mehr so weiterlaufen wie vorher. Das ist ganz klar.

Aber die Frage ist, ob man „dem Kind zuliebe“ alles ändern muss, was einen bisher glücklich gemacht hat.

Muss ein Paar, dass bisher vollkommen zufrieden in einer wunderbaren Wohnung in der Stadt gewohnt hat, zwingend in ein Häuschen ins Grüne ziehen? Klar, jedes Kind freut sich über einen Garten und Natur in der Umgebung. Aber es fühlt sich ganz sicher auch nicht unglücklich, wenn es in der städtischen Umgebung jede Menge Spielplätze und Parks erkunden kann.

Happy im Eigenheim: So gehört sich das als Familie? Foto: Bigstock

Oder: Muss man wirklich komplett aufs Ausgehen verzichten, wenn man doch mal wieder so gerne mit seinen Freundinnen tanzen würde? Möchte eine Mutter mal wieder ausgehen, gibt es sicher den Papa, die Großeltern oder gute Freunde, die eine Nacht (und im Idealfall noch den Vormittag danach) auf den kleinen Schatz aufpassen. Ist Mama dann aufgestanden, hat geduscht, Kaffee getrunken und Zähne geputzt, ist sie schon wieder ganz für ihr Kind da. Und das beschwingt und fröhlich, mit den lustigen Erlebnissen und der guten Musik der letzten Nacht im Kopf und im Herzen.

Die Liste der möglichen neuen Standards ist lang: Bioladen statt Discounter, nur noch Holzspielzeug mit ungiftigen Farben, neue Freunde (ebenfalls mit Kindern), 24/7 Kind statt einen Abend für das alte, heißgeliebte Hobby freizuschaufeln, seriöse Kleidung statt grüner Haare…

Aber kann man damit nicht auch zu weit gehen?

Muss man sein Selbst wirklich ganz neu durchdenken, wenn man ein Kind hat?

Ich würde mein Leben geben für meine Tochter, wenn es nötig wäre. Die Dinge meines Lebens aber, die ihr keinerlei Nachteile bringen, möchte ich solange gerne behalten. Und gestehe dies natürlich auch dem Papa zu, der jeden zweiten Samstag zur Bandprobe fährt, anstatt „Familienzeit“ mit uns zu verbringen. Er kommt danach bestens gelaunt nach Hause und freut sich riesig auf den Sonntag mit uns.

Wie oft ich schon gefragt wurde, ob mich das nicht stört? Nein, wieso denn? Stören würde mich ein unausgeglichener Partner, der seine „Männerstunden“ vermisst. Und außerdem gehe ich dafür Montagabend zum Sport und treffe mich regelmäßig mit meinen Freundinnen.

Und das funktioniert für uns wunderbar. Natürlich sieht unser Leben anders aus als vor der Geburt unserer Tochter, zum Glück!. Aber wir haben uns eben dafür entschieden, die kindkompatiblen Teile unseres Alltags mit in den Familienalltag zu retten. Und das hat sich bisher bewährt, denn bei uns hat keiner das Gefühl zu kurz zu kommen als „Ich“, nicht nur als „Mama“ und „Papa“.

Bitte nicht falsch verstehen: Natürlich soll jeder unbedingt sein Leben ändern, wie er es will.

Wenn mit dem Kind die Sehnsucht nach einem Haus plötzlich groß wird, z. B. weil die Nachbarn ständig Stress wegen des neuen Lärms machen – ganz klar, der Umzug wird alle glücklicher machen. Es geht nur um die Dinge, die man „dem Kind zuliebe“ sein lässt oder macht, obwohl es einem selbst gar nicht so gut damit geht.

Ich bin überzeugt davon, dass Kinder keine „perfekten Eltern“ brauchen. Sie brauchen Eltern, die für sie da sind, die sich kümmern und sie mit all der Liebe überschütten, die sie geben können. Aber das geht eben auch in der Stadtwohnung, mit „ab und zu mal einer Portion Pommes“ und einer Mama, die ein Bier beim Ausgehen trinkt, während Papa zu Hause mit dem kleinen Schatz im behaglichen Bettchen liegt. Ich finde, es geht sogar besser – denn glückliche Eltern sind doch viel entspannter.

Was meint ihr denn? Müssen Mama und Papa ihr Leben umkrempeln, um gute Eltern zu sein?

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer vierjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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