Milien beim Baby: Kein Grund zur Sorge!

Wenn sich im Gesicht des Babys plötzlich kleine Körnchen bilden, sind viele Eltern verunsichert. Aber keine Sorge: Die so genannten Milien sind ungefährlich und müssen nicht behandelt werden. Hautveränderungen in den ersten Lebenswochen sind komplett normal und gehören zu der Säuglingszeit dazu. Es ist jedoch wichtig, die Milien zu beobachten und sie von Ausschlag oder Akne zu unterscheiden. Wie du „normale“ Milien beim Baby erkennst, und was du tun solltest, verraten wir dir hier.

1. Wie genau sehen Milien beim Baby aus?

Milien bei Säuglingen können etwa in der 3. Lebenswoche auftreten. Sie werden auch Grießkörner oder Hautgrieß genannt. Es sind kleine, weiße oder gelbliche Pünktchen, die aus Hornmaterial bestehen. Sie treten hauptsächlich im Gesicht des Kindes auf, können aber auch am Zahnfleisch entstehen und manchmal sogar am Hals oder an den Schultern auftauchen.

Normalerweise sind diese Körner nicht flächendeckend, sondern einzeln, und werden im Gegensatz zu Pickeln auch nicht rot. Sie schmerzen nicht und das Baby merkt sie kaum. Milien können auch bei Erwachsenen auftreten. Milien bei Babys müssen nicht behandelt werden.

2. Warum entstehen Milien beim Baby?

Wie auch bei Neugeborenenakne liegt die Ursache für die Milien in den Hormonen. Während das Baby sich im Bauch der Mutter befindet, gelangen die Hormone der Mutter in den Körper des Kindes. Nach der Geburt fehlen diese jedoch, und das Kind muss nun selbstständig Hormone produzieren. Daher kommt es etwa in der 3. bis 6. Woche zu einer Hormonumstellung. Die Babyhaut ist noch nicht komplett ausgereift und reagiert empfindlich, sodass als Folge zum Beispiel Akne, Kopfgneis oder eben Milien entstehen.

Milien und Akne bilden sich durch eine Überfunktion der Talgdrüsen in der Haut. Diese Hautveränderungen sind vollkommen normal und komplett ungefährlich. Sobald die Hormonumstellung abgeschlossen ist, bilden sie sich ganz von selbst wieder zurück. Im Normalfall sind sie innerhalb von wenigen Wochen spurlos verschwunden.

3. Milien, Akne, Ausschlag, Hitzepickel oder doch eine Infektionskrankheit?

Viele Eltern sind beunruhigt, wenn ihr Neugeborenes plötzlich Hautveränderungen aufweist. Ohne medizinisches Wissen ist es auch schwer, genau zu sagen, worum es sich handelt. Schließlich gehen auch Allergien und Erkrankungen wie Scharlach mit Hautveränderungen einher. Aber wenn  die Milien ca. in der 3. Lebenswoche auftreten, und das Kind keine weiteren Beschwerden hat, sind sie kein Grund zur Sorge. Milien können zusammen mit Neugeborenenakne auftreten, da sie die gleiche Ursache haben. Die Akne zeigt sich jedoch als flächendeckende eitrige Pickelchen, während die Milien aus Hornhaut bestehen und einzeln auftreten.

Und so kannst du Milien von anderen Hautirritationen unterscheiden:

Hitzepickel:

Hitzepickel treten auf, wenn das Baby schwitzt und seine Haut an der Wäsche reibt. Sie können nicht nur im Sommer erscheinen, sondern auch, wenn die Kleidung oder der Raum zu warm sind. Ein Hitzeausschlag äußert sich durch rote Flecken, in Form von kleinen Bläschen oder Schwellungen. Er kann am ganzen Körper auftreten, nässen und jucken und so unangenehm für das Kind werden.

Neugeborenenakne:

Säuglingsakne kann ab dem 3. Lebensmonat auftreten und ist somit anhand des Zeitpunkts von der Babyakne und den Milien zu unterscheiden. Diese Art von Akne muss unbedingt ärztlich behandelt werden, da sie schmerzhaft sein kann und im schlimmsten Fall Narben hinterlässt.

Allergien und Infektionskrankheiten:

Allergien und insbesondere Infektionskrankheiten können sich durch Hautveränderungen zeigen, sie gehen aber meist mit weiteren Symptomen einher. Beobachte also, ob sich die Hautprobleme als Pusteln oder juckender Ausschlag zeigen, und ob dein Kind andere Symptome wie Fieber, Atemnot oder Verdauungsstörungen hat. Dann sollte es unbedingt schnell von einem Arzt untersucht werden.

4. Ist es gefährlich, wenn das Baby Milien hat?

Zwar sind Milien nicht besonders schön anzusehen, sie sind jedoch absolut ungefährlich und somit kein Grund zur Sorge. Da die Grießkörner innerhalb weniger Tage oder Wochen ganz von selbst heilen, empfehlen Kinderärzte, geduldig zu sein und sie von alleine abklingen zu lassen. Eine Behandlung ist also nicht notwendig.

Milien verbreiten sich zwar schnell, sie sind aber nicht ansteckend. Sie tun auch nicht weh – normalerweise bekommt das Baby gar nicht mit, dass sie da sind. Solltest du dir unsicher sein, ob es sich um Milien handelt oder um einen Hautausschlag, zum Beispiel infolge einer allergischen Reaktion oder eine andere Erkrankung, kannst du natürlich trotzdem den Kinderarzt um Rat fragen.

5. Sollte man Milien bei Babys behandeln?

Auf keinen Fall! Drück sie nicht aus, denn das kann den Inhalt der Milien tiefer in die Haut drücken und Entzündungen verursachen. Behandle die Babyhaut auch nicht mit Cremes oder Peelings! Die Haut ist etwa fünfmal so dünn wie die von Erwachsenen und kann ganz leicht beschädigt werden. Du könntest deinem Baby aus Versehen Schmerzen zufügen oder bleibende Spuren hinterlassen.

Versuch also am besten, geduldig zu sein. Milien gehören in den ersten Lebenswochen einfach dazu. Sollten sie jedoch innerhalb weniger Wochen nicht wieder verschwinden oder schlimmer werden, kannst du deinen Kinderarzt um Unterstützung bitten. Dieser wird dann gegebenenfalls eine angemessene Behandlung einleiten.

6. Die richtige Hautpflege für Babys mit Milien

Bei der Hautpflege des Kleinen solltest du nicht übertreiben,weil sie die Haut zusätzlich reizen und so den Hautgrieß oder die Akne verstärken kann. Da Milien hormonell bedingt sind, kannst du sie nicht wirklich vorbeugen. Du kannst allerdings den Heilungsprozess unterstützen, indem du auf die richtige Hautpflege achtest. Dazu folgende Tipps:

  • Sorge dafür, dass die Babyhaut stets sauber und trocken ist.
  • Verwende spezielle Waschlotionen und Feuchtigkeitspflege für das Baby.
  • Bade das Kind zwei bis drei Mal pro Woche für etwa 5 bis 10 Minuten, die Wassertemperatur sollte ca. 37 °C betragen.
  • Tupfe die Haut mit einem weichen und sauberen Tuch ab, statt sie trocken zu reiben.
  • Achte auf weiche und hautfreundliche Textilien bei Kleidung, Bettwäsche und Waschtüchern.
  • Sollte das Baby sich die Haut aufkratzen, halte seine Nägel kurz und verwende Baby-Fäustlinge.
  • Wärme kann die Entstehung und Verbreitung von Milien und Akne begünstigen und außerdem zu Hitzepickel führen.
  • Das Baby sollte keinem Zigarettenrauch ausgesetzt sein, da es Hautprobleme verschlimmern kann.
  • Verwende keine Akne-Cremes oder Peelings!

7. Wann verschwinden die Milien wieder?

Die Milien verschwinden, sobald der Hormonspiegel deines Babys sich normalisiert hat. In der Regel sind sie nach etwa vier bis sechs Wochen ganz von selbst wieder weg. Wenn sie jedoch länger anhalten und sich verschlimmern, solltest du unbedingt deinen Arzt um Hilfe bitten.

Sei also einfach geduldig, bald sind die kleinen Grießkörnchen weg, und dein Baby hat wieder sanfte und weiche Haut!

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer fünfjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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