Meningokokken: „Durch die Hauteinblutungen habe ich meinen Sohn kaum noch erkannt.”

„Die Geschichte von Lennox begann am 14.02.2014, da habe ich erfahren, dass ich endlich mit meinem zweiten Wunschkind schwanger bin. Nach vielen Tränen hatte es endlich geklappt.

Die Schwangerschaft war leider sehr anstrengend und hat mich viele Krankenhausaufenthalte gekostet. Ich hatte Blutungen und es drohte eine Frühgeburt, doch dann wurde mein Sohn in der 37. SSW geboren.

Als er endlich da war, war mein Leben perfekt.

Er war so wunderschön und ein ganz liebes Baby. Im Dezember mussten wir einmal kurz in Krankenhaus, aber mein kleiner Kämpfer erholte sich schnell wieder. Lennox entwickelte sich als ganz normales, aufgewecktes Kind. Bis zum 10.07.2015.

Er hatte den Tag über Fieber und ich machte einen Arzttermin aus. Der Arzt sagte, es sei ein normaler Infekt. Trotzdem entnahm er ihm Blut aus dem Finger, um zu schauen, ob alles gut ist. Die Werte waren in Ordnung. Aber kaum waren wir wieder Zuhause angekommen, verhielt Lennox sich ganz seltsam, er trank nicht gut und wollte auch nicht angefasst werden.

Er schlief ein und wurde um Mitternacht wach.

Ich wickelte ihn und bemerkte dabei einen komischen Ausschlag (heute weiß ich, dass es Hauteinblutungen waren). Er trank immer noch nicht und war glühend heiß. Das Fieberthermometer zeigte 41,7 Grad Fieber – und das Fieber ließ sich auch nicht senken.

Er lag in meinem Arm und war total schlapp. Also entschloss ich mich, mit ihm ins Krankenhaus zu fahren. Dort schilderte ich an der Anmeldung, was los war. Die Krankenschwester nahm uns direkt mit ins Zimmer und rief eine Ärztin an. Diese kam innerhalb von 5 Minuten, hat sich mein Kind angeschaut und uns angewiesen, ihr sofort zu folgen.

Ich wusste nicht, was passiert.

Mir hat niemand etwas gesagt. Sie nahmen Lennox schließlich mit in ein Untersuchungszimmer und baten mich, draußen zu warten. Ich rief meinen Mann an, um ihm zu sagen, dass sie gerade Untersuchungen machen.

Als ich zurück zum Zimmer kam, hörte ich plötzlich das Piepen von Geräten. Deswegen war ich sofort beunruhigt und ging einfach hinein. Acht Ärzte und mindestens sieben Schwestern waren im Raum. Die Oberärztin telefonierte mit dem Chefarzt und ich hörte nur wie sie sagte:

‚Komm bitte schnell, wir haben einen Jungen, der Symptome einer schweren Meningitis hat.‘

Das riss mir den Boden unter den Füßen weg. Ich lief schreiend aus dem Zimmer und bin auf dem Flur zusammengebrochen, Dann kam eine Ärztin und sagte mir, dass sie meinen Sohn jetzt Hirnwasser punktieren müssen. Ich unterschrieb alles, was sie von mir wollten. Aber eigentlich konnte ich nichts von dem, was um mich herum geschah, begreifen. Meine kleine, perfekte Welt ist in Sekunden einfach zu Staub zerfallen.

Nach einigen quälenden Stunden hatte ich meinen Sohn wieder in den Armen. Dabei habe ich ihn gar nicht wiedererkannt, so voller Hauteinblutungen war er. Er sah einfach so anders aus.

Dann ging die Zeit des Bangens, Betens und Hoffens los.

Es stellte sich heraus, dass Lennox tatsächlich eine Meningokokken-Sepsis hatte, das sogenannte Waterhouse-Friderichsen-Syndrom. Keiner konnte mir sagen, ob mein Kind, mein perfekter, kleiner Engel, es überleben würde. Ob er es ohne Folgeschäden überleben wird? Das war mir egal, ich wollte nur, dass er lebt, ich wollte ihn nicht verlieren.

Und er hat es überlebt!

Mein Kämpfer hat dieser Krankheit, die zu 80% tödlich ist und leider mit sehr schweren Folgeschäden einher geht, bezwungen! Nach und nach erholte er sich. Heute ist er 6 Jahre alt, und ein fröhliches, liebendes Kind. Er ist superintelligent. Er hat zwar ein paar Baustellen, aber die werden wir auch meistern.

Ich bin so unglaublich glücklich, dass er noch da ist – ich bin so stolz auf ihn ! Er ist einfach ein Kämpfer.”


Vielen Dank, liebe Cindy, dass Du Deine Geschichte mit uns geteilt hast. Wir wünschen Dir und Deiner Familie alles Liebe für die Zukunft!

WIR FREUEN UNS AUF DEINE GESCHICHTE!
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Lena Krause

Ich lebe mit meinem kleinen Hund Lasse in Hamburg und bin dort immer gerne im Grünen unterwegs.

Auch wenn ich selbst noch keine Mama bin, gehören Babys und Kinder zu meinem Leben dazu. Meine Freundinnen machen mir nämlich fleißig vor, wie das mit dem Mamasein funktioniert und ich komme als „Tante Lena“ zum Einsatz.

Seit ich denken kann, liebe ich es, zu schreiben – und bei Echte Mamas darf ich mich dabei auch noch mit dem schönsten Thema der Welt auseinandersetzen. Das passt einfach!

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