„Meine Tochter wird sechs – und ich fürchte dieses Alter.“

„Ich habe mich immer für eine begeisterte, liebevolle – aber auch pragmatische Mama gehalten.

Kinder werden größer, und das ist gut so.

Und jedes Alter hat seine Vorzüge und seinen ganz eigenen Charme. Dazu fand ich es bei meinem beiden großen Jungs (inzwischen acht und zehn Jahre alt) auch schön, als sie ein wenig selbstständiger wurden und mich nicht mehr jede Sekunde des Tages brauchten.

Jetzt wird meine Kleinste bald sechs Jahre alt – und mein Herz weint.

Ganz insgeheim, denn ich mag es eigentlich gar nicht zugeben. Diese Sentimentalitäten gehören so gar nicht zu dem Bild, das ich bisher von mir hatte.

Aber ich kann es nicht leugnen.

Sechs ist das Alter, in dem mein letztes Kind, meine Kleine, sich weit von mir wegbewegen wird.

Ich kenne das schon von meinen Jungs. Es beginnt mit der Vorschule. Es beginnt mit sechs.

Und es macht sich jetzt schon bemerkbar. Sie zieht sich alleine an. Sie kann erste Buchstaben schreiben. Sie malt Bilder, auf denen man wirklich alles erkennen kann. Sie kann sich schon ziemlich fantastisch artikulieren. Die Badezimmertür muss zu sein, wenn sie ,Kacka“ macht. Sie verbringt Stunden ohne mich in der Kita oder bei Freundinnen, von denen ich gar nicht weiß, was genau sie dort erlebt.

Wann ist denn das alles bloß passiert?

Erst gestern haben wir sie, winzig klein in ihrer Babyschale, aus dem Krankenhaus nach Hause gefahren. Erst gestern hat sie unsere Stillbeziehung beendet. Erst gestern musste ich ihr doch noch eine Million mal am Tag die Windeln wechseln…

Jetzt habe ich sie in der Vorschule angemeldet. Jeden Tag, bevor ich sie in die Kita bringe, bringen wir ihre Brüder in die Grundschule, die sie ab dem Sommer auch besuchen wird. Ich schlucke bei dem Gedanken, sie strahlt bis über beide Ohren, wenn sie den Schulhof sieht, über den sie in wenigen Monaten toben wird.

Sie ist mein letztes Kind, meine Kleine, nie wieder werde ich ein Kleinkind im Arm halten.

Zum Glück ist sie manchmal doch noch ganz ,klein`. Seit einigen Wochen kriecht sie abends wieder in unser Bett. Ehrlich gesagt haben wir unsere Kinder bisher ab einem bestimmten Alter immer wieder in ihre Betten zurückgebracht. Aber jetzt halte ich sie fest und freue mich über diese Nähe meiner großen Kleinen.

Ich weiß, ich bin albern und melodramatisch. Und natürlich freue ich mich auf der anderen Seite darüber, dass auch mein kleinstes Kind stark, gesund, selbstständig und herrlich lebensfroh ist.

Ich bin so stolz auf sie und ich weiß, sie wird ihren Weg gehen. Und natürlich weiß ich auch, dass ich sie auf diesem auch noch mit sechs, sieben, acht, neun Jahren… begleiten darf.

Und trotzdem – Sechs ist das Alter, das ich fürchte. Bei meiner Tochter mehr als jemals zuvor.“


Vielen Dank, liebe Mama, dass du uns deine Geschichte erzählt hast. Wir wünschen dir und deiner Familie alles Liebe für die Zukunft!

WIR FREUEN UNS AUF DEINE GESCHICHTE!
Hast Du etwas Ähnliches erlebt oder eine ganz andere Geschichte, die Du mit uns und vielen anderen Mamas teilen magst? Dann melde Dich gern! Ganz egal, ob Kinderwunsch, Schwangerschaft oder Mamaleben, besonders schön, ergreifend, traurig, berührend, spannend oder mutmachend – ich freue mich auf Deine Nachricht an lena@echtemamas.de.

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

Alle Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.