„Mein Ex wird wieder Vater. Ich sage nur: Viel Spaß! 😈“

Opfer für seine Kinder bringen, das war nie so das Ding meines Ex-Mannes.

Und mit Opfern meine ich nicht mal, seine Karriere herunterzufahren oder auf die Abende mit seinen Jungs zu verzichten… Ich meine die kleinen Dinge, die das Elternsein so mit sich bringt.

Nachts einmal aufzustehen, das kam sowieso nicht im Frage. Aber auch, dass er nicht jeden Wochenend-Tag bis mittags im Bett verbringen konnte, dass wir nicht mehr ständig zu zweit schick Essen gehen konnten oder dass wir eher nach Dänemark als als nach Mauritius reisten, war eine echte Zumutung für ihn.

Wir waren beide Mitte 30, als wir unser erstes Kind bekamen. Ich möchte betonen, dass es ein Wunschkind war, von uns beiden! Aber von Anfang an vermisste er sein altes Leben, und versuchte, es sich wiederzuholen, wo er nur konnte. Ging nur eben nicht an vielen Stellen. Ich weiß nicht, wie er sich das Leben mit einem Baby vorgestellt hatte…

Trotzdem bekamen wir noch ein Kind, acht Jahre später. Ich hatte eine Sehnsucht in mir, und nach jahrelangem Debattieren hat er ,nachgegeben`, auch, wenn ich es nicht so sehen wollte.

Letztendlich hat uns das wohl unsere Beziehung gekostet.

Er war insgeheim so glücklich, dass unser erstes Kind ,aus dem Gröbsten` raus war. Dass wir wieder mehr Zeit für uns, naja, oder er für sich hatte, unsere Große immer selbstständiger wurde. Auf ,dieses Babyzeug` hatte er kein zweites Mal Lust.

Das sagte er mir oft. Nachdem unser Kleiner geboren war, ein bisschen spät. Natürlich hatte das Auswirkungen auf unsere Beziehung.

Ein paar Monate lang versuchten wir es. Dachte ich zumindest. Aber eines Tages trennte er sich von mir. Und seinen Kindern. (Die er seit dem eher sporadisch sieht.) Es engte ihn einfach zu sehr ein alles. Er war doch noch so jung (naja) und wollte etwas erleben.

Kurze Zeit später erfuhr ich, dass er ganz viel erlebte.

Mit seiner neuen Freundin, die etwa 17 Jahre jünger war als er. Sie machten die Nacht zum Tag, sie reisten, sie gingen essen, sie posteten alberne Fotos all ihrer Aktivitäten im Internet.

Er erlebte wohl den berühmten ,zweiten Frühling“. Ich wusste manchmal nicht, ob ich weinen oder lachen sollte.

Eines Tages aber, als er unsere Kinder nach einem Ausflug wieder vorbeibrachte, kam er ausnahmsweise noch mit ihnen hinein und blieb. Er druckste herum und schließlich gestand er mir, dass er nochmal Vater werden würde. Seine Neue hatte es so sehr gewollt.

Es war wie eine Ohrfeige für mich. Ich fühlte mich verraten von ihm, ein weiteres Mal. Das schlimmste Mal.

Allerdings bemerkte ich dann, dass er für einen werdenden Vater ziemlich zerknirscht aussah. Und jedes Mal, wenn ich ihn danach sah, vermied er das Thema.

Deswegen denke ich heute: Ich muss gar nicht traurig sein. Es geschieht ihm recht. Das ist seine Strafe dafür, dass er seine Familie wegen einer jüngeren Frau verlassen hat und ihr diesen Wunsch nicht abschlagen konnte. Obwohl all das, was jetzt auf ihn ,zu kommt`, doch genau das war, was ihn so unglücklich gemacht hat. Wie doof kann man bitte sein!?

Ja Schatz, deine jugendliche Leichtigkeit wird schon bald wieder vorbei sein. The Party is over. Wie sagt man so schön: Sorry, not sorry.

Und ich bin gespannt, wie sich deine Neue als Mama und Partnerin so machen wird. Denn ich habe fast alles übernommen, was es mit unseren Kindern zu tun gab. Ich weiß nicht, ob sie das auch tun wird.

Also, ganz viel Spaß mit deiner neuen Familie. Deine alte hat sich gerade berappelt und kommt jetzt auch sehr gut ohne dich klar.


Liebe Mama (Name ist uns bekannt), vielen Dank, dass du deine Geschichte mit uns geteilt hast! Wir wünschen dir für die Zukunft alles Liebe.

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Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer fünfjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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Kommentare

  1. Oh weh. So viel Neid und Verbitterung. Ich wünsche dieser Mama von Herzen, dass sie die Trennung von ihrem Mann irgendwann verarbeiten kann und nicht mehr so verbittert ist.

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