„Mein Baby ließ sich nicht mehr wecken – 18 Stunden lang.“

„Ich musste gleich zweimal eine schlimme Zeit durchmachen, denn zwei meiner drei Kinder waren nach ihrer Geburt schwer krank. Als unsere wunderbare, gesunde Tochter 22 Monate alt war, kam ihr kleiner Bruder auf die Welt. Unsere Welt war dann genau sechs Tage lang wunderschön. Dann kam der erste Schock.

Wir konnten unseren Sohn plötzlich nicht mehr aufwecken.

Mit gar nichts. Wickeln, baden, anziehen, ausziehen, nichts hat ihn geweckt. Nichts. Ich fuhr mit meinem Baby zum Kinderarzt, doch der fand keine Ursache und wollte mich einfach wieder nach Hause schicken. Ich sagte ihm: ‚Ich gehe nicht, so lange mein Sohn noch schläft.‘ Nach zwei Stunden (die sich wie eine Ewigkeit anfühlten) im Wartezimmer, kam der Kinderarzt wieder zu uns und sagte mir, dass ein Rettungswagen für Neugeborene vor der Tür steht.

Ich stieg mit meinem Baby ein und schon ging es für uns nach München. Mein Sohn schlief bei unserer Ankunft schon seit 18 Stunden am Stück. Wir hatten Glück, weil wir in der richtigen Kinderklinik gelandet sind, die Ärzte wussten, was zu tun war. Nach der erste Blutuntersuchung war klar, dass seine Nieren kaum funktionieren und er deswegen bewusstlos war. Mein Sohn hatte nur 23 Prozent der eigentlichen Nierenfunktion, ab 20 Prozent muss man eine Dialyse bekommen.

Wir haben dann insgesamt vier Monate in der Klinik verbracht.

Zum Glück ist mein Sohn ein Kämpfer und brauchte keine Dialyse. Als wir endlich nach Hause konnten, war ich überglücklich. Mittlerweile ist das Baby von damals neun Jahre alt. Wir kämpfen aber leider bis heute mit Reflux, mit Bluthochdruck, Hüftdysplasie, mit den Nieren und Depressionen.

Nach unser Rückkehr aus dem Krankenhaus damals wurde ich schnell wieder schwanger mit unserem dritten Kind. Doch leider sollte auch unser drittes Baby nicht ohne Probleme zur Welt kommen: Der kleine Junge erlitt einen Atemstillstand noch im Kreissaal.

Wenn er kein Kaiserschnitt gewesen wäre, hätte er seine Geburt vermutlich gar nicht überlebt.

Danach wurde mein zweiter Sohn sofort künstlich beatmet und lag eine Woche am Beatmungsgerät. Später wurde mir erklärt, dass ich eine Grippe hatte und mein Kleiner deswegen mit einer Lungenentzündung auf die Welt kam. Von dieser Grippe hatte ich vorher absolut nichts mitbekommen, ich hatte keinerlei Symptome.

Nach einer Woche musste dann der eingesetzte Herzkatheder per OP entfernt werden. Da war mein Baby gerade mal sieben Tage alt… Nach der OP wollte seine Lunge wieder nicht mehr arbeiten und er musste erneut künstlich beatmet und ernährt werden. Erst zwei Wochen später durften wir ihn endlich mit nach Hause nehmen. Die Freude war uns aber wieder nur kurz vergönnt.

Er war gerade vier Wochen alt, als ich ein komisches Gefühl bekam.

Also fuhr ich mit meinem jüngsten Baby wieder in die Kinderklinik. Ich sagte dem Arzt, er soll mich bitte nicht auslachen, weil ich eigentlich nicht begründen konnte, warum ich da war. Aber ich wollte meinen Sohn unbedingt vorstellen und musste ihn dann erstmal in der Klinik lassen.

Zwei Stunden später kam ein Anruf aus dem Krankenhaus, dass wir sofort telefonisch zustimmen müssen, damit mein Sohn eine Bluttransfusion erhalten kann. Es stand wieder schlimm um ihn, seine Werte waren katastrophal. Ich habe nur noch geweint. Die nächste drei Monate haben wir nahe zu durchgehend in der Klinik verbracht. Ich musste dafür pendeln (täglich 140 km), aber die Strecke war mir egal.

In diesen drei Monaten bekam mein Kleiner noch drei Lungenentzündungen.

Immer, wenn wir dachten, dass es jetzt wieder gut ist, kam plötzlich die nächste. Dreimal wurde er wiederbelebt. Das war eine sehr schlimme Zeit für uns. Doch auch dieser kleine Kämpfer ist inzwischen acht Jahre alt und kerngesund. Auch wenn mein mittleres Kind nicht so viel Glück hatte und bis heute schwerkrank ist, versuchen wir das beste daraus zu machen. Manchmal kann ich es gar nicht glauben, wie viel Glück meine Söhne hatten, dass sie sich trotz ihrer schweren Krankheiten ins Leben gekämpft haben.

Deswegen möchte ich allen Eltern von kranken Kindern sagen: Gebt NIE auf! Egal, ob gesund oder krank, unsere Kinder sind für uns das Beste.”


Vielen Dank, liebe Mama (Name ist der Redaktion bekannt), dass du uns deine Geschichte erzählt hast. Wir wünschen dir und deiner Familie alles Liebe für die Zukunft!

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Lena Krause

Ich lebe mit meinem kleinen Hund Lasse in Hamburg und bin dort immer gerne im Grünen unterwegs.

Auch wenn ich selbst noch keine Mama bin, gehören Babys und Kinder zu meinem Leben dazu. Meine Freundinnen machen mir nämlich fleißig vor, wie das mit dem Mamasein funktioniert und ich komme als „Tante Lena“ zum Einsatz.

Seit ich denken kann, liebe ich es, zu schreiben – und bei Echte Mamas darf ich mich dabei auch noch mit dem schönsten Thema der Welt auseinandersetzen. Das passt einfach!

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