Das ist ein großes Problem – besonders, wenn es in der engsten Familie Risikopatienten gibt.
Wie bei Lisa. Die 40jährige ist Mama einer 7jährigen Tochter, die unter Asthma und Atemproblemen leidet.
Deswegen traf Lisa eine Entscheidung, die ihr „das Herz brach!“: Sie schickte die kleine Ruby am 26. März zu ihrem Vater, damit sie in Sicherheit wäre. Lisa sagt gegenüber der Daily Mail:
„Ich fühlt mich, als wenn jemand mein Herz herausgerissen hätte.“
Letzte Woche hielt Lisa es aber nicht mehr aus. „Ich habe all die nötige Schutzausrüstung bestellt und Lisas Vater angerufen, um ihn zu sagen, dass ich bloß ein Knuddeln brauche!“
Dann ist der große Tag gekommen. „Sie erkannte mich zuerst nicht, weil ich komplett in Schutzkleidung gehüllt war“, erzählt Lisa. „Aber als Ruby merkte, dass ich es war, flog sie in meine Arme und schluchzte nur noch. Sie hat mir immer wieder gesagt, dass sie mich liebt und vermisst.“
Dieser emotionale Moment wurde auf Video festgehalten:
Lisa: „Diese Umarmung wird mich durch die nächsten paar Monate tragen!“
Denn natürlich war es keine leichte Entscheidung für Lisa, Ruby zu ihrem Vater zu schicken. Aber sie sagt: „Ich konnte es nicht riskieren, sie wegen meines Jobs mit Corona anzustecken. Ruby hat Asthma und leidet unter Krupp, das die Atemwege verschließt. Sie ist schon so oft deswegen im Krankenhaus gewesen… Ungefähr bei der Hälfte ihrer Asthma-Anfälle landet sie im Krankenhaus.“
Ruby versteht, warum sie gerade nicht bei ihrer Mama sein kann.
Ihr Vater Paul ist aktuell von seinem Job beurlaubt und kann sich daher Vollzeit um seine Tochter kümmern. „Ihr Vater war fantastisch, ich kann ihn nicht genug loben. Von allen Menschen auf der Welt konnte ich mir keinen besseren Vater für sie wünschen.“ erklärt Lisa. Paul hat für jeden Tag der Woche ihre Schularbeiten geplant, hat sie in Spanisch und Französisch unterrichtet. „Aber Ruby ist ein echtes Mama-Mädchen, das war sie schon immer. Für sie war es wirklich schlimm, ihre Mama vor dem Schlafengehen nicht kuscheln zu können.“
Nun ruft Lisa die Menschen dazu auf, in der Pandemie möglichst zu Hause zu bleiben.
Sie versteht, dass es verwirrend und anstrengend ist: „Wovor sollen die Leute aufpassen. Es ist ein unsichtbarer Virus! Aber: Bleibt einfach zu Hause, wenn ihr mit eurer Familie zusammen sein könnt. Hier draußen arbeiten so viele Menschen, die gegen das Virus kämpfen – und deswegen von ihren Lieben getrennt wurden. Mein Herz schmerzt für, weil ich weiß, was sie durchmachen.“
Mama trifft ihre Tochter nach 7 Wochen: „Diese Umarmung trägt mich durch die nächste Zeit!“
Von
Laura Dieckmann
22. Mai 2020