Kennt eigentlich jede Mama dieses schlechte Gewissen?

Habt ihr auch manchmal so ein schlechtes Gewissen?

Ich glaube wirklich, dass ich eine gute Mutter bin. Trotzdem plagt mich mein Gewissen fast jeden Tag.

Heute morgen haben wir alle ein wenig verschlafen. Daraufhin musste ich meinen Sohn durchs Frühstück hetzen und spielen konnte er auch nicht mehr. Damit der Papa ihn noch zur Kita bringen und es trotzdem pünktlich zur Arbeit schaffen konnte. Dabei bin ich heute zu Hause und muss mich „nur“ um den Haushalt kümmern.

Ich bin im letzten Trimester schwanger und eigentlich ständig müde. So oft habe ich das Gefühl, dass mein kleiner Großer jetzt schon viel zu oft zu kurz kommt. 

Am Sonntag haben wir ihn im Bett noch fast eine halbe Stunde die Sendung mit der Maus gucken lassen, damit wir noch etwas liegen bleiben können. Der Preis? Ein schlechtes Gewissen.

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Das M in Mama steht für müde ? Das andere M auch ?

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Wenn meine Eltern ihn aus der Kita abholen, nutze ich die Zeit, um einfach noch etwas auf dem Sofa zu bleiben. Obwohl ich schon längst bei ihm sein könnte. Zack – schlechtes Gewissen. 

Manchmal sind die Tage so anstrengend, dass ich mich abends tatsächlich darauf freue, in Ruhe die Wäsche aufzuhängen, sobald der Papa da ist und ihn „übernimmt“. Sobald ich die Tür hinter mir zuziehe, meldet sich das schlechte Gewissen.

Manchmal macht sogar das Aufräumen Spaß, weil ich dabei mal meine Ruhe habe. Foto: Bigstock

Warum? Er ist nur jetzt so klein. Und er wird bald schon eine Menge meiner Aufmerksamkeit mit seiner Schwester teilen müssen. Sollte ich ihm nicht jede Sekunde meiner Aufmerksamkeit schenken? Sollte ich nicht jeden Moment, den wir noch zu zweit haben, genießen?

Viel zu oft wird mir schmerzlich bewusst, wie die Zeit rennt. Habe ich ihn nicht eben noch gestillt und im Tragetuch jede Sekunde ganz nah bei mir gehabt? Jetzt rennt er durch die Gegend, plappert ohne Unterlass und „alleine“ wird so langsam zu seinem Lieblingswort. Noch geht es nur darum, sich allein die Schuhe anzuziehen.

Aber schon bald wird er nachmittags allein mit seinen Freunden durch die Nachbarschaft streifen, anstatt mit mir auf den Spielplatz zu gehen. Bald wird er allein einschlafen wollen und mich abends aus seinem Zimmer schicken.

Ich weiß das! Viel zu gut. 

Und dennoch – ich brauche meine Auszeiten. 

Denn wenn ich die Zeit mit ihm nutze, auf dem Spielplatz tobe, mit ihm herumalbere und ganz bei ihm bin – strenge ich mich dabei nicht zu sehr an? Sollte ich mich in der Schwangerschaft nicht schonen? Überhaupt, die Schwangerschaft mehr genießen? Nach unserer Tochter ist die Familienplanung wahrscheinlich abgeschlossen. Ich werde wohl nie wieder schwanger sein. Sollte ich da nicht viel öfter zur Ruhe kommen und mich über mein Glück und auf alles, was kommt freuen?

Schon jetzt habe ich meiner Tochter gegenüber ein schlechtes Gewissen, weil sie viel mehr mitlaufen wird. Weil ich wahrscheinlich nicht die Zeit für Pekip und Babyschwimmen und Krabbelclub haben werde, sondern vielleicht nur noch für eins davon. Weil wir nur den Vormittag zu zweit haben werden. Und ich habe ein schlechtes Gewissen gegenüber meinem Sohn, weil er bald seine Nachmittage mit mir teilen wird.

Und ich habe jetzt schon ein schlechtes Gewissen, weil ich auch mal beide bei den Großeltern abladen werde, um einfach nur daliegen zu können. Weil ich k.o. sein werde. Weil ich ständig auf die Uhr schauen werde, sobald der Feierabend näher rückt und der Papa nach Hause kommen wird.

Weil ich Zeit für mich brauche.

Weil ich eine Mama bin – aber eben auch einfach nur ich.

Mit schlechtem Gewissen.

 

 

Britta Kunz

Ich bin freie Autorin und Redakteurin und seit meinem Geburtstag vor zwei Jahren auch Mama eines fantastischen Sohnes. Wir leben zusammen mit meinem Freund in Hamburg und werden ab dem kommenden Sommer sogar zu viert sein.
Als echtes Küstenkind liebe ich es am und auf dem Wasser zu sein. Früher waren mein Freund und ich echte Weltenbummler. Momentan besuchen wir eher Traumziele an der Ostsee oder der Lüneburger Heide. Aber wir freuen uns jetzt schon darauf, mit unseren Kindern die große weite Welt ganz neu zu entdecken.

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