Mama nimmt ihre Kinder „an die Leine“ – um sie zu schützen

In der Grafschaft Essex in England häufen sich in letzter Zeit die Nachrichten über Kindesentführungen. Ein Alptraum für Eltern! So auch für Jemma Freeman, die dort in der Stadt Maldon lebt und zwei Kinder hat. Sie macht sich große Sorgen.

Aber dann hat die 30-jährige eine Idee:

Sie bestellt im Internet für Jessica (3 Jahre alt) und Zachary (8) sogenannte „Bleib-hier-Bänder“ und legt, überspitzt gesagt, ihre beiden Kinder seitdem jedes Mal an die Leine, wenn sie das Haus verlassen.

I wanted to share this with you. I've been feeling extremely anxious with all the child snatching incidents going on in…

Gepostet von Jemma Freeman am Mittwoch, 30. September 2020

Die „Leinen“ bestehen aus zwei abschließbaren Armbändern, eines für das Kind, das andere für die Mama, die durch ein dickes Spiralkabel miteinander verbunden sind.

(Diese Bänder erinnern mich ein wenig an eine Art ,Geschirr` für Kinder, das früher sehr verbreitet war: Die Kinder hatten Riemen um ihre Oberkörper, den denen ein Griff für die Eltern war. Kennt ihr das auch noch?)

Geteilte Reaktionen

Jemma teilt ihre Idee auf Facebook und wie sie der Daily Mail erzählt, bekam sie in Windeseile hunderte Nachrichten. Die User des Netzwerkes waren dabei geteilter Meinungen: Viele lobten die Mama für ihre Idee – andere kritisierten sie aber auch dafür.

Die Befürworter schickten ihre Nachrichten wie „Wir müssen tun, was wir können, um unsere Kleinen zu schützen. Da draußen gibt es viele Verrückte!“ oder „Ich kann nur sagen: Es sollte nicht so sein, aber es ist der einzige Weg, wie wir unsere Kinder in unserer Nähe behalten können.“

Andere gaben zu bedenken, dass diese „Leinen“ würdelos seien, viel zu viel des Guten und Kindern viel mehr Angst vor der Welt machen würden, als es gesund sei. Jemma: „Einige Leute haben kommentiert, dass ich meine Kinder beobachten sollte und dass sie keine ,Hunde` sind. Ich bin mir dieser beiden Dinge voll bewusst. Wenn Menschen jedoch Kinder aus Armen oder Kinderwagen entreißen, geht es meiner Meinung nach nicht nur darum, mein Kind zu beobachten. Und wenn ich als Mutter überhaupt etwas tun kann, um sie zu schützen, werde ich es tun.“

Was sagt ihr denn dazu?

Übertreibt Jemma es ein wenig – und ist das vielleicht sogar ein ganz falsches Signal für ihre Kinder, die mit dieser großen Angst aufwachsen?  Oder ist das eine gute Idee?

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer fünfjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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