Leider notwendig: Wie du mit deinem Kind am besten über Terror-Anschläge sprichst

Ein Albtraum wäre schon schlimm genug, aber leider ist die Realität noch viel schlimmer:

Terroristen sprengen sich und viele unschuldige Menschen in die Luft. Es kann immer und überall passieren. Keiner ist mehr sicher, selbst auf Kinder und Jugendliche haben sie es abgesehen – das wissen wir spätestens seit dem Anschlag auf ein Ariana Grande-Konzert in Manchester.

Die Nachrichten ausblenden? Geht nur bedingt, wie du spätestens dann feststellst, wenn dich dein Kind darauf anspricht. Weil es Erwachsene bei einem Gespräch überhört hat. Weil andere Kinder im Kindergarten was von „Bomben“ und „tot“ erzählt haben.

Oder weil sich dein Schatz plötzlich anders verhält. Denn Kinder reagieren durchaus auf solche schlimmen Ereignisse, zeigen „[…] emotionale, verhaltensmäßige oder körperliche Symptome,“ so die Kinder-Psychiaterin Dr. Andrea Danese vom King’s College London in der Daily Mail.

„Es ist nicht ungewöhnlich, dass Kinder Angst bekommen, klammern oder nervös werden; dass sie sich Sorgen machen, dass die gleiche traumatische Sache wieder passiert; dass sie sehr launisch werden oder sich schnell aufregen (oder im Gegenteil, abwesend oder betäubt wirken); oder dass sie Kopfschmerzen oder Bauchschmerzen haben.“

Du siehst, jedes Kind reagiert anders!

Zum Glück gibt es ein paar allgemeingültige Tipps, wie du mit deinem Kind über Terrorismus reden kannst. Die englische Organisation NSPCC hat diese gesammelt.

  1. Sprich offen darüber

Tue die Sorgen deines Kindes nicht ab und höre genau hin. Dr. Danese weiß: „Kinder sollten nicht gezwungen werden über den Anschlag zu reden, wenn sie es nicht wollen. Die Eltern sollten ihren Kindern gegenüber aber offen sein und sie unterstützen, wenn sie Fragen stellen oder sprechen wollen.“

Du als Mama solltest deinem Kind ehrlich und genau erklären, was passiert ist. Antworte ihm so, dass es das Ereignis nachvollziehen kann und keine Missverständnisse entstehen.

„Eltern können erklären, dass es normal ist, dass man sich nach solche schrecklichen Ereignissen traurig und mitgenommen fühlt,“ so die Expertin.

2. Beruhige und tröste dein Kind

Lieber nicht: In eine aufgeregte Tirade über den Terrorismus verfallen.
Besser: Deinem Kind sagen, dass es in Sicherheit und der Anschlag vorbei ist.

Laut Dr. Danese sollte dein Kind nicht vor dem Fernseher oder dem Internet sitzen, wenn über Terrorismus berichtet wird.

„Es ist wichtig, der normalen Routine zu folgen, um das Gefühl des Verlusts und des ‚Es kann jederzeit wieder passieren‘ möglichst klein zu halten.“

3. Helfe dir und deinem Kind

Vielleicht ist dein Kind schon größer und mag mit jemandem außerhalb der Familie darüber sprechen? Dann lass es die 116111 wählen. Das ist das kostenlose Nummer des Kinder- und Jugendtelefons, das von Montag bis Samstag von 14 bis 20 Uhr erreichbar ist. Jeder kann dort anonym vom Handy oder Festnetz aus anrufen – und mit geschultem Personal über seine Sorgen reden.

Damit ist die größte Krise hoffentlich abgewendet. Wenn du trotzdem das Gefühl hast, dass dein Kind mit dem Ereignis nicht abschließen kann und sich zum Beispiel dauerhaft verkriecht, dann gehe zum Arzt.

Aber soweit wird es hoffentlich nicht kommen!

Tamara Müller

Als süddeutsche Frohnatur liebe ich die Wärme, die Berge und Hamburg! Letzteres brachte mich vor fünf Jahren dazu, die Sonne im Herzen zu speichern und den Weg in Richtung kühleren Norden einzuschlagen. Ich liebe die kleinen Dinge im Leben und das Reisen. Und auch wenn ich selbst noch keine Kinder habe, verbringe ich liebend gerne Zeit mit ihnen.

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