Kasia Mol-Wolf zum Muttertag: „Wir Eltern haben es uns verdient, gefeiert zu werden.“

Dieses Jahr freue ich mich auf den Muttertag – und auf den Vatertag. Wir Eltern haben es uns verdient, gefeiert zu werden. Wir können stolz darauf sein, was wir seit über einem Jahr alles leisten.

Es hat einen Grund, warum wir uns alle so ausgepowert fühlen.

Denn die Belastung, die seit Corona und #Homeschooling auf uns allen liegt, ist ein echter Kraftakt. Da geht es mir nicht anders. #Homeschooling und der reduzierte Schul- und Kitabetrieb fühlen sich oft an, wie ein eigener Job. Und dazu stehe ich jeden Monat wieder vor der Herausforderung, die Arbeitsplätze in unserem Verlag durch die Krise zu bekommen.

Ich bin ein Mensch, der aus Impulsen von außen Energie schöpft. Und ich merke, dass es mich zusätzlich schlaucht, wie eintönig das Leben im Moment ist.

Dass die berühmte me-time gerade eher einer ewigen no-time gewichen ist, bringt mich manchmal an meine Grenzen. Dabei weiß ich, dass ich im Vergleich zu vielen anderen Müttern privilegiert bin. Denn mein Mann und ich teilen uns die Betreuung unserer 9-Jährigen und unseres Kleinen (15 Monate), wir haben eine große Wohnung und eine tolle Babysitterin, die uns seit Jahren zur Seite steht.

Ich weiß, der Muttertag ist umstritten.

Aber ich freue mich tatsächlich auf die Gelegenheit, an diesem Tag bewusst wertzuschätzen, was ich gerade alles hinbekomme – und ein paar Tage später, am Vatertag meinen Mann und das, was er gerade leistet, zu feiern. Ich mag den Muttertag auch, weil ich dann meine Mutter feiern und mich dafür bedanken kann, wie sie mir stets zur Seite steht. Gerade in dieser Zeit haben wir Mütter und Väter uns Tage verdient, die daran erinnern sollten, was wir gerade Enormes leisten.

Und wir Mütter sollten die Gelegenheit auch dazu nutzen, darauf hinzuweisen, dass sich bis zur Gleichberechtigung noch einiges ändern muss. Wir brauchen bessere Betreuungsmöglichkeiten, Equal Pay, mehr Homeoffice-Zugeständnisse, Dinge, die wir voranbringen müssen, damit wir Eltern sein können und trotzdem engagiert im Beruf.

Wir verdienen Wertschätzung an jedem Tag im Jahr. Aber dass uns zwei Tage ausdrücklich gewidmet sind, ist ein guter Anfang!

Kasia Mol-Wolf

Kasia Mol-Wolf Foto: Tina Luther

Als Katarzyna Mol-Wolf 2009 ihren eigenen Verlag gründete und das EMOTION-Magazin in Eigenregie herausbrachte, hielten das viele für eine verrückte Idee. Die Wirtschaftskrise hatte der Medienbranche schwer zugesetzt, die Prognose für Printmagazine war alles andere als rosig.

Aber Kasia glaubte an ihr EMOTION-Konzept, entwickelte ihre Ideen weiter und gründete in den folgenden Jahren außerdem noch weitere Magazine wie Slow und Working Women.

Immer im Fokus ihrer Arbeit: Inspirierende Frauen, die für sich, für andere und ihre Ideen kämpfen und sich gegenseitig unterstützen.

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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