Denn Fakt ist: Ich habe nicht so viel Zeit mit meinen Kindern, wie ich es gerne hätte.
Nach beiden Geburten hatte ich jeweils ein Jahr Elternzeit, das war so unglaublich schön. Aber finanziell ganz schön knapp, trotz des Elterngeldes.
Und so musste ich auch nach den herrlichen Monaten direkt wieder in Vollzeit arbeiten. Mein Mann verdient nicht so viel, als dass ich dauerhaft weniger Stunden oder gar überhaupt nicht arbeiten könnte.
Nur von Luft und Liebe können wir leider nicht leben.
Und so sieht unser Alltag folgendermaßen aus: Ich beginne relativ früh am Morgen zu arbeiten, mein Mann weckt unsere Mädels, frühstückt mit ihnen und bringt sie zur Kita bzw. Schule. Nachmittags hole ich sie ab, wir kaufen ein oder gehen noch kurz auf den Spielplatz. Wenn wir dann zu Hause sind, mache ich auch schon fast Abendbrot und unser Abendprogramm beginnt, bis die beiden schließlich im Bettchen liegen.
Das war es. Drei Stunden, in denen ich ganz kurz mit ihnen über ihren Tag gesprochen habe, wir gegessen haben und ich sie bettfertig gemacht habe.
Drei Stunden, in denen wir keine Zeit zum Kuscheln, Träumen, Toben, lange Spielen oder zum Lesen oder Fernsehen haben.
Ich hasse das. Ich vermisse sie so sehr.
Manchmal frage ich mich, ob es das alles wert ist. Ich verpasse so viel von meinen Mäusen. Aber ich sehe keine andere Lösung, denn es ist bei uns keine Entscheidung über ein bisschen mehr oder weniger Luxus, ob ich arbeite oder nicht. Wir kommen nicht gut über die Runden ohne mein Gehalt.
Ja, es gibt das Wochenende. Und das gehört komplett uns.
Aber es besteht eben auch nur aus zwei Tagen und die sind schneller vorbei, als man gucken kann.
Bin ich die Einzige, der es so geht?“
Liebe Marita, vielen Dank, dass du uns deine Geschichte anvertraut hast. Wir wünschen dir und deiner Familie alles Liebe für die Zukunft!
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Also ich verstehe nicht, wieso sie in den drei Stunden keine Zeit hat mit ihren Töchter zu spielen und zu kuscheln und vorzulesen…. Was macht sie denn?
Die Zeit beim Einkaufen kann man doch auch genießen und für sich und seine Kids nett gestalten. Und jeden Abend frisch kochen…? Da reicht doch auch mal ein Butterbrot und in der frei gewordenen Zeit spielt man ein Spiel. Am entspannendsten und schönsten fand ich eh die Ins-Bett-Bring-Zeit. Gemeinsam bettfertig machen und dann ins Bett kuscheln und vorlesen. Das war die Zeit, wo man sich wirklich ganz nah war.
Liebe Marita,
Vielen Dank für Deine Geschichte. Abgesehen davon, dass ich es eine Frechheit finde, dass Eltern nicht mehr finanziell (immerhin arbeiten wir ja auch wenn wir mit den Kindern sind … so wundervoll es ist und ich würde nicht tauschen, ist es doch auch sehr anstrengend) und auch durch einfachere Möglichkeit in Teilzeit zu gehen unterstützt werden, möchte ich gerne von unserer Situation in Österreich erzählen. Mein Mann hat einen 40 Stunden Job mit viel Homeoffice Möglichkeit in einem Bereich, in dem er immer schon arbeiten wollte vormittags, Kernarbeitszeit bis 15:00 und ich arbeite in der Freizeitpädagogik nachmittags und am Wochenende, insgesamt. 20h zur Zeit, es war aber in den letzten Jahren auch wegen Pandemie viel weniger. Unsere Kinder sind 4, 8 und 11 Jahre alt. Sie sind nicht fremdbetreut seit fast 6 Jahren. In der Familie betreut im Schnitt 5h in der Woche. Mein Mann und ich verbringen sehr viel Zeit mit den Kindern abwechselnd und arbeiten zum Teil auch neben den Kindern, die großen werden auch von uns unterrichtet. Das ist in Österreich legal möglich solange sie die Abschlussprüfungen positiv abschließen. Wir haben das 2018/19 mit unserem ersten Sohn erstmals ausprobiert, es war schön und hat gut funktioniert. Wir lieben es sehr, aber es ist auch sehr anstrengend und ich muss immer wieder abwägen wieviel Arbeit ist wann möglich. Für kommendes Jahr 2024/25 habe ich jetzt schon beschlossen fix wieder weniger zu arbeiten obwohl ich meinen Job sehr liebe und den Großteil der Organisation von zu Hause aus sehr flexibel gestalten kann. Ich sehe aber auch wie die meisten meiner Freundinnen die Zeit mit den Kids organisieren und sehr auf die gemeinsame Zeit außerhalb der Frendbetreuung ein ganz anderer Stellenwert hat. Ich sehenswert geduldig und aufmerksam sie mit den Kindern sind. Und ich bin es auch oft, aber ganz oft läuft noch so viel anderes im Leben, dass ich mich immer wieder extra daran erinnern muss, dass ich ja die Kinder zu Hause habe, weil ich mehr bewusste Zeit mit ihnen verbringen möchte. Ich liebe es auch sie beim Spiel zu beobachten oder zu sehen wie sie in ein Spiel eintauchen während ich Haushalt mache, arbeite oder ihre Freizeit plane, wo ich neben Kursen, Freunde, Familie und Wirkshops, sowie Kulturaktivitäten einfach auch sehr darauf bedacht bin, dass ihre Zeit sehr vielfältig genutzt wird und mit vielen Kinderkontakten. Diesen Stress haben meine Freundinnen nicht. Ich denke, es gibt kein so oder so ist es am besten, aber die Zeit die du bewusst mit den Kids verbringst, hat in jedem Fall den größten Stellenwert unabhängig von der quantitativen Zeit, die du mit den Kids verbringst, lg Dhana
Ich arbeite auch Vollzeit, aber mir gefällt es so gut. Ich finde die Mischung aus Arbeitstag und nachmittags/abends Kinder genau richtig und ich glaube auch, dass es den Kindern damit gut geht. So haben sie eine Mama/Papa, die nach der Arbeit richtig Lust auf Spielen hat und nicht schon vom ganzen Tag latent genervt ist. Und die Kinder hatten eine schöne Abwechslung mit den anderen Kindern in der Kita. Drei Stunden scheinen mir auch etwas knapp, bei uns sind es eher 5 (Abholen um 15 Uhr, spätestens 15.30 ), dafür übernimmt mein Mann an einem Nachmittag, vielleicht macht das den Unterschied?
…und doch wird denjenigen, die sich für die Familie entschieden haben, häufig ein schlechtes Gewissen gemacht: du gehst nicht arbeiten? Ist dir nicht langweilig?
Mir wird es ganz anders, wenn ich die ehrlichen Kommentare lese und es tut richtig weh, sie lesen zu müssen.