„Ich habe mit 18 heimlich abgetrieben und bereue es bis heute“

Abtreiben oder nicht? Es ist eine fürchterliche Entscheidung, die sich niemand leicht macht. Vor allem, wenn man jung schwanger geworden ist, ist man damit oft überfordert.

Hier erzählt eine echte Mama aus unserer Community ihre Geschichte. Aus persönlichen Gründen möchte sie gern anonym bleiben. Der Name ist der Redaktion bekannt.

„Ich war 18 Jahre alt, als ich trotz Pille und Kondom schwanger wurde. Mein damaliger Freund und ich steckten beide mitten in der Ausbildung und wohnten beide noch zuhause.

Für mich brach eine Welt zusammen, denn einen schlechteren Zeitpunkt, schwanger zu werden, konnte es für mich kaum geben. Ich wusste nicht, wie ich in meiner Situation ein Kind hätte großziehen sollen.

Meine Eltern hatten mir immer wieder deutlich vermittelt, dass sie mich rauswerfen würden, sollte ich schwanger werden. Von ihnen konnte ich daher keine Hilfe erwarten.

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Auch mein Freund war weit entfernt davon, sich der Verantwortung für ein Kind zu stellen – dafür ging er viel zu gern mit seinen Kumpels feiern. Und meine Ausbildung wollte ich schließlich auch erst einmal fertig machen.

Als die Schwangerschaft bestätigt wurde, war ich bereits in der 10. Woche. Weil eine Abtreibung unter normalen Umständen nur bis zur 12. Woche vorgenommen werden kann, musste ich mich innerhalb kürzester Zeit entscheiden.

Ich war damit völlig überfordert und wusste nicht, was ich tun sollte. Also rief ich unter Tränen meine damals beste Freundin an und fragte sie, ob sie Zeit für mich hätte. Ich brauchte unbedingt jemanden zum Reden und sie war die Einzige, der ich mich öffnen konnte. Ich fuhr also zu ihr und erzählte ihr von meiner Situation.

Als die Entscheidung für eine Abtreibung gefallen war, ging alles ganz schnell. Ich bekam einen Termin bei ProFamilia, der Beratungsstelle für Schwangere, und klärte mit der Krankenkasse die Übernahme der Kosten.

Meine Eltern weihte ich nicht ein. Ich hatte immer noch zu viel Angst, sie würden ernst machen und mich vor die Tür setzen. Schließlich hatten sie mich auf diese Weise immer und immer wieder gewarnt.

Als der schlimmste Tag meines Lebens da war, fuhr mich mein damaliger Freund zum Arzt, wo der Eingriff unter Vollnarkose gemacht wurde.

Ich fühlte mich einfach nur schrecklich. Ich würde ein zartes Leben beenden! Und das, obwohl ich Kinder liebte und immer viele Kinder haben wollte.

Mein Herz wollte, dass ich umkehrte. Doch mein Kopf sagte mir immer wieder: Es ist besser so. Du bist allein. Du wirst keine Unterstützung bekommen, weder von deinen Eltern noch von deinem Freund.

Also geschah es.

Als alles vorbei war, fuhr mich mein Freund nach Hause – und ließ mich von da an mit meinen Gefühlen allein. Er zog es vor, weiter feiern zu gehen.

Ich dagegen ging emotional durch die Hölle. Niemand war da, mit dem ich die Trauer und mein Leid hätte teilen können. Für die wenigen Menschen, denen ich davon erzählt hatte, war die Sache mit dem Eingriff erledigt.

Meinen Eltern erzählte ich, ich hätte schlimme Regelschmerzen und zog mich zurück. Auch die Einstiche des Zugangs an meiner Hand konnte ich gut vor ihnen verbergen, obwohl es Sommer und sehr heiß war.

Bis heute habe ich ihnen nicht von meiner Abtreibung erzählt. Auch wenn sie mich vielleicht niemals wirklich rausgeworfen hätten, sicher war ich mir dennoch nicht. Sie hatten mir damit so oft gedroht, und es auch nie als Scherz abgetan. Deshalb hatte ich einfach zu große Angst, alles zu verlieren und allein mit einem Baby auf der Straße zu stehen.

Diesen Fehler werde ich bei meinen eigenen Kinder niemals machen. Ich werde ihnen stattdessen ganz bewusst vermitteln, dass sie zu mir kommen können, egal was ist. Wir werden immer eine Lösung finden – und damit meine ich nicht eine Abtreibung oder eine Freigabe zur Adoption.

Ich hoffe, dass andere junge Frauen, die in so eine scheinbar aussichtslose Situation geraten, den Mut haben, auf ihr Herz zu hören statt auf den Kopf. Und dass sie bei Freunden, Familie und Beratungsstellen Hilfe einfordern.

Ich habe diese eine Entscheidung Hals über Kopf allein treffen müssen und sie wird mich den Rest meines Lebens begleiten. Noch heute träume ich oft davon und würde es gerne rückgängig machen. Keine Entscheidung in meinem Leben bereue ich so sehr wie die Abtreibung.

Zu meinem großen Glück habe ich inzwischen einen Partner an meiner Seite, dem ich mich mit all meinen Gefühlen anvertrauen konnte. Er versteht, wie sehr und warum es mich belastet. Gleichzeitig versteht er, warum ich damals so und nicht anders entschieden habe. und er würde nie auf die Idee kommen, mir irgendwelche Vorwürfe zu machen.

Dennoch wird mich meine Abtreibung nie ganz loslassen.“

Anna Moniz

Vor zwei Jahren hat es mich mit meinem Mann und unserer Tochter vom hohen Norden nach Niederbayern verschlagen. Hier arbeite ich als Autorin für Echte Mamas sowie als freie Texterin und PR-Beraterin. Die Turbulenzen des echten Mamalebens halten mich dabei täglich auf Trab und machen mich gleichzeitig zum glücklichsten Menschen aller Zeiten.

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