Hass für Influencerin nach dem Tod ihres Babys – geht’s noch?

Das Schlimmste, was einer Mama passieren kann, ist, wenn das eigene Baby stirbt. Influencerin Lisa Akkaya, ehemals Straube, musste genau das am Montag durchleben. Unfassbar, der Verlust eines Kindes ist eigentlich traurig genug, on top kam bei der 24-Jährigen noch der Hass von außen hinzu:Statt mitfühlender Anteilnahme und Kondolenzen musste sie sich auch noch mit Beleidigungen im Internet auseinandersetzen.

Nach dem Tod des Sohnes kam eine schnelles Stellungnahme.

Aber von vorne: Vor drei Tagen verkündete Lisa Akkay ihren 285.000 Instagram-Abonnent:innen, dass ihr vier Monate alter Sohn Xavi plötzlich verstorben sei – auf die Todesursache geht sie nicht genau ein und bat um Rücksichtnahme, da sich ihre Familie in einer Schockstarre befinden und zu gegebenem Zeitpunkt zum Geschehen äußern würde. Verständlich.

Darüber hinaus veröffentlichte sie ein Video, in dem ihr Mann Akkay den Sohn noch auf den Arm hält mit den Worten: „Wie soll ich das überleben, wie schafft man das?“ Und spaltete damit die Gemüter, denn statt Beileidsbekündungen prasselte es Hassnachrichten

In einem Kommentar hieß es: „Ging ja flott, das Posten! Peinlich seid ihr! Unfassbar! Wie geil seid ihr eigentlich auf Aufmerksamkeit? Kein Wunder kamen solche vielen Fragen! Selbst wenn man ‚halt‘ in der Öffentlichkeit steht, muss man nicht direkt posten! Mir fehlen die Worte!“

Gibt es einen richtigen Zeitpunkt für ein Statement?

Kommentare, die Lisa Akkay so nicht stehen lassen wollte, also meldete sie sich kurze Zeit später erneut mit einem Statement zurück, in dem sie klarstellt, dass sie sich bewusst für ein Kommentar in der Öffentlichkeit entschieden habe, um ihre Abonnent:innen zu informieren und um sich selbst vor weiteren Rückfragen zu schützen: „Der Schmerz, die Geschichte wiederholt zu erzählen, zerreißt uns jedes Mal aufs Neue“, sagt Lisa in der Instagram-Story.

Zu dem kontert sie: „Denkt ihr, für mich war es leicht, die Story zu posten, obwohl ich ein paar Stunden vorher vergeblich versucht habe, mein Baby zu reanimieren, ihm ins Gesicht zu schauen und zu wissen, dass er es nicht schafft?“. Inzwischen ist ihr Account auf privat gestellt, vermutlich als Reaktion auf die vielen Hasskommentare.

Wir möchten euch erinnern: Jeder trauert anders.

Wir in der Redaktion von Echte Mamas sind fassungslos, wie einer Mutter so viel Negativität nach dem Verlust ihres Kindes entgegengebracht werden kann. Denn ob man sich wochenlang zurückzieht und schweigt – oder direkt offen über den Tod des Kindes spricht, ändert nichts an der Tatsache, dass diese Mutter ihr Kind verloren hat. Nichts davon wird ihr Baby zurückbringen.

Jeder Mensch geht mit Trauer anders um – und das sollten wir auch in den sozialen Medien akzeptieren und niemanden für die Art und Weise verurteilen. Wenn Lisa Akkay das Bedürfnis hatte, direkt über den Tod ihres Sohnes zu sprechen, ist das genauso legitim wie ein stiller Rückzug wie ihn andere wählen. Lasst uns gerade in solchen Ausnahmezuständen sanfter miteinander umgehen – und Hass keinen Raum geben. Die Influencerin wolle sich nun einen Therapieplatz suchen, um das Geschehene verarbeiten und wieder für ihren Sohn Emilio da sein zu können – und dafür benötigt sie keinen Hass, sondern Anteilnahme und eine Portion Extra-Liebe.

 

Wie steht ihr zu dem Thema? Wir sind gespannt auf eure Meinungen. 
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Marie Kahle

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