Gut gemeint, aber das Eltern-Taxi zur Schule schadet den Kindern

Viele Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto zur Schule. Das ist gut gemeint, aber in vielen Fällen für die Kinder eher von Nachteil.

Psychologen der Universität Karlstad haben Schüler der 4., 6. und 8. Klasse beobachtet, die mit dem „Eltern-Taxi“ zur Schule kommen. Ihre Erkenntnisse: Den Kindern schadet das mehr als es nützt.

Und das sind die Gründe:

Die Fahrt macht die Kinder müde und passiv. Wesentlich besser sei es deshalb, wenn Schüler mit dem Rad, zu Fuß oder auch im Schulbus zum Unterricht fahren.

Der größte Unterschied sei dabei der Kontakt mit anderen. Kinder bräuchten die Gelegenheit, ihre Gegend gemeinsam – ab einem gewissen Alter ohne Eltern – auszukundschaften und dabei mit ihren Freunden zu quatschen und zu blödeln. Sie sollten die Möglichkeit haben, Hinterhöfe zu entdecken, einen Umweg zu gehen, einen Zwischenstopp beim Kiosk einzulegen, einen Klingelstreich zumachen – eben all die kleinen Abenteuer zu erleben, die der Schulweg so bietet und der Freunde zusammenschweißt.

Taxi-Eltern nehmen ihren Kindern diese Chance und senden unbewusst und wahrscheinlich ungewollt die Botschaft: Das traue ich dir nicht alleine zu! Mit der Folge, dass die die Schüler häufig weniger selbstständig und unsicherer werden.

Natürlich machen sich Eltern auch Sorgen, was auf dem Schulweg passieren könnte. Die Experten empfehlen daher, gerade jüngere Kinder unbedingt in der Gruppe zusammen zur Schule laufen zu lassen – am Anfang gern noch begleitet von einem oder mehreren Erwachsenen.

Das Argument, dass der Weg wegen des Verkehrs zu gefährlich sei, lassen der ADAC und die Deutsche Verkehrswacht dagegen nicht gelten: Statistiken zeigen, dass die meisten Kinder auf dem Schulweg in den Autos ihrer Eltern verunglücken – und nicht etwa, wenn sie zu Fuß gehen. Zudem entwickelten die Fußgänger ein viel höheres Gefahrenbewusstein im Straßenverkehr.

Und: Die Kinder seien im Unterricht besser drauf und konzentrierter, außerdem fitter und sozial besser integriert.

Zu all dem komme, dass die Eltern mit ihren Autos vor den Schulen oftmals so ein Chaos verbreiten, dass sogar die Polizei gerufen werden muss. Ein wirklich viel größeres Problem, als man vermutet!

Na, wenn das keine guten Gründe sind, sein Kind lieber laufen zu lassen! Wenn die Schule allerdings zu weit weg ist und es keine andere Möglichkeit gibt, als mit dem Auto zu fahren, empfehlen die Experten Fahrgemeinschaften mit mehreren befreundeten Kindern.

Und wer sein Kind alleine fahren muss, der sollte die Tour möglichst spaßig gestalten: Lauthals zum Radio mitsingen, Spiele spielen oder Quatsch machen. Natürlich immer so, dass man noch konzentriert fahren kann.

So fängt der Tag dann auch im Eltern-Taxi interessant und gut gelaunt an.

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

Alle Artikel