Grippeimpfung in der Schwangerschaft – Ja oder Nein?

Es wuselt zur Zeit nur so von Bakterien und Viren und somit steigt auch die Gefahr sich eine Grippe einzufangen. Umso wahrscheinlicher ist es daher sich mit Frage auseinanderzusetzen, ob man sich als Schwangere gegen Grippe impfen lassen soll oder nicht. Also: Grippeimpfung in der Schwangerschaft – Ja oder Nein? Hier erklären wir, warum die „Die Ständige Impfkommission“ (STIKO) am Robert Koch-Institut allen gesunden Schwangeren die Grippeimpfung ab dem vierten Schwangerschaftsmonat empfiehlt – und alles weitere, was ihr über das Thema wissen müsst:

1. Warum sollten sich Schwangere ab dem vierten Monat impfen lassen?

Zuerst einmal ist es wichtig den Unterschied zwischen einer Grippe oder auch grippaler Infekt genannt und einer richtigen Influenza zu kennen. Letztere ist nämlich gar nicht so ohne und kann schwere Folgen mit sich ziehen. Besonders während der Schwangerschaft kann eine Influenza langanhaltend sein und gefährliche Komplikationsrisiken mit sich bringen. Muskel- und Herz- oder Gehirnentzündungen sind nur ein paar Beispiele.

2. Darum ist eine Influenza gefährlich:

Bei einer Influenza treten die Symptome meist heftig von einem Tag auf den anderen und aufeinanderfolgend auf. So beginnt sie erst mit Hals- und Kopfschmerzen und geht dann schnell über in Gliederschmerzen, hohem Fieber, Abgeschlagenheit und Schwäche. Zusätzlich können Erkältungssymptome den Zustand noch verschlechtern. Manchmal dauert eine echte Grippe mehrere Wochen an, was das Risiko einer bakteriellen Infektion noch weiter erhöht. Zwar kann man sie im Anfangsstadium mit antiviralen Mitteln eindämmen, aber am Ende muss der Körper selber mit der Heilung fertig werden. Da das Immunsystem zu dem Zeitpunkt aber schon sehr geschwächt ist, kann dies lange dauern.

Besonders Schwangere sind aufgrund der generellen Belastung und des geschwächten Immunsystems des Körpers anfälliger, sich an den Grippeviren anzustecken. Einmal infiziert, verläuft die Influenza deutlich schwerer als bei nicht Schwangeren.
Es also nicht verwunderlich, dass Influenza nicht nur eine starke Belastung für werdende Mütter darstellt, sondern auch Komplikationsrisiken mit sich bringen kann.

So kann eine starke Grippe zum Beispiel eine Frühgeburt durch starkes Fieber und Infektionen verursachen. Zwar ist das Baby im Mutterleib noch vor den Grippeviren geschützt, allerdings besteht in den ersten Wochen nach der Geburt ein hohes Ansteckungsrisiko, da sein Immunsystem noch keine Chance hat sich gegen die Viren zu wehren. Anders sieht es aus, wenn man sich rechtzeitig impfen lässt, plädieren Ärzte.
Deshalb sollte man sich die Frage stellen, ob eine Impfung während der Schwangerschaft nicht doch in Erwägung zu ziehen wäre.

3. Soll ich mich nun impfen lassen und wie hilft es meinem Kind?

Ärzte versprechen, die Grippeimpfung stellt für das ungeborene Kind keine Gefahr dar und ist völlig unbedenklich. Da bei der Impfung nur Todimpfstoffe injiziert werden -das heißt es werden Influenza-Viren, die nicht mehr lebendig sind benutzt – kann im Körper keine Erkrankung ausgelöst werden.

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Laut Studien wird das Baby durch die Impfung sogar die ersten Monate nach der Geburt vor Grippeviren geschützt. Das liegt daran, dass das Baby im Nestschutz auf die Welt kommt und daher erstmal gegen die gleichen Keime und Viren immun ist, wie die Mutter.

Forscher der Universität Utah in Salt Lake City haben sich die Gesundheitsdaten von knapp 250.000 Schwangeren Frauen und ihren Babies zwischen 2005 und 2014 genauer angeguckt. Zehn Prozent der Frauen davon haben sich gegen Influenza impfen lassen. Davon erkrankten gerade mal 20 Kinder (unter 6 Monaten) an der Grippe, von nicht geimpften Müttern waren es 638 Kinder. 151 von ihnen wurden sogar ins Krankenhaus eingeliefert und mussten dort behandelt werden. (Studie auf Englisch hierzu: http://pediatrics.aappublications.org/content/early/2016/04/30/peds.2015-2360)

Aufgrund dieser eindeutigen Ergebnisse wird geraten, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Zusätzlich spricht sich das Robert Koch Institut, die WHO und die Gesundheitszentrale für gesundheitliche Aufklärung für eine Grippe-Impfung während der Schwangerschaft aus.

4. Wann ist der beste Zeitpunkt für die Grippeimpfung während einer Schwangerschaft?

In der Regel empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) gesunden Frauen, sich ab der 13.SSW impfen zu lassen. Leidet man allerdings unter Herz-und Kreislaufproblemen oder neurologischen Krankheiten wie Diabetes oder Asthma, wird auch schon früher zur Impfung geraten, da hier die Gefahr für Komplikationen besonders hoch ist.

Die Krankenkasse übernimmt seit Mai 2017 die Kosten für den Vierfach-Impfstoff, der zwei Subtypen der Influenza A- Virus und zwei B-Virusstämme enthält. Im Gegensatz zur Dreifach-Impfung, die nur einen B-Virenstamm enthält. Circa 30% des Leidens durch die Krankheit werden durch B-Viren hervorgerufen, die Vierfach-Impfung bietet also umso mehr Schutz.
Ob aber die Dreifach oder Vierfach Impfung für einen geeignet ist, sollte vorher mit dem Hausarzt oder Frauenarzt besprochen werden, da er den gesundheitlichen Zustand am besten kennt und einschätzen kann.

5. Gibt es Nebenwirkungen durch die Grippeimpfung und was kann sie nicht?

Ein hundertprozentiger Schutz kann leider (noch) nicht garantiert werden. Die Erfolgsrate ist trotzdem hoch und liegt bei Kinder bei 75 Prozent und bei Erwachsenen bei knapp 67 Prozent. Auch deckt sie keinen Schutz gegen normale Erkältungen ab, da diese durch andere Erreger verursacht werden und nicht durch Influenza-Viren. Außerdem kann man nicht versprechen, wie lange die Impfung schützt, da Influenza-Viren sich jedes Jahr weiterentwickeln. Man muss sich also gegen neue Erreger immer wieder neu impfen lassen.

Hat man sich für die Impfung entschieden, kann es in den ersten Tagen nach der Injektion zu einer erhöhten Temperatur und einem leichten Krankheitsgefühl oder Reizungen an der Injektionsstelle kommen. Diese Nebenwirkungen sind jedoch unbedenklich und verschwinden schnell wieder. Der Körper fängt jetzt nur an Antikörper gegen die Grippeviren zu bilden und das strengt ihn etwas an. Für das Baby besteht währenddessen keinerlei Risiko und von den Nebenwirkungen merkt es auch nichts – also keine Sorge!

6. Wie kann ich mich zusätzlich gegen Grippeviren schützen?

Mit den Schutzmaßnahmen gegen Grippe verhält es sich eigentlich ähnlich wie zum Beispiel bei Erkältungen und Magen-Darm-Erkrankungen.
In erster Linie sollte man die Hygiene-Latte deutlich höher setzen und sich regelmäßig die Hände mit warmen Wasser und Seife waschen. Es schadet auch nicht ein Desinfektionsgel oder Spray in der Tasche zu haben, wenn man unterwegs ist.
Taschentücher sollten nach dem Benutzen direkt weggeschmissen werden, damit sich die Viren nicht weiter verteilen können und niesen und husten sollte man idealerweise nicht in die offene Hand, sondern in die Armbeuge oder in ein Taschentuch.
Zusätzlich ist es hilfreich sich gesund und vitaminreich zu ernähren. Obst und Gemüse sind dafür eine gute Vitamin- und Mineralienquelle. Gerade in kälteren Jahreszeiten sollte man ausreichend Zink und Calcium zu sich nehmen.

Des Weiteren sollte man sich regelmäßig an der frischen Luft bewegen. Trockene Räume mit einer geringen Luftfeuchtigkeit und zu starke Heizungsluft sollte gemieden werden. Dadurch trocknen die Schleimhäute nur unnötig aus und bieten dadurch eine ideale Fläche zum einnisten für Bakterien und Viren.

Auch wenn Impfungen ein sehr umstrittenes Thema sind, schadet es nicht sich einmal mit euren Hausarzt darüber zu unterhalten, solltet ihr derzeit schwanger sein. Denn am Ende wollen wir doch alle nur eins: dass es unserem Baby gesundheitlich an nichts fehlt und wir zu hundert Prozent für sie da sein können!

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer vierjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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