„Die Geschäfte sind wieder geöffnet – aber wir verzichten aufs Shoppen!“

Wie von Angela Merkel in ihrer Pressekonferenz über die ersten Lockerungen der Corona-Maßnahmen erklärt hat, haben seit wenigen Tagen die ersten Geschäfte in Deutschland wieder geöffnet. Einzelhändler erwarteten (und Experten befürchteten), dass es nach den Wochen der Shopping-Abstinenz rappelvoll in den Einkaufsstraßen und -zentren werden würde. Wie aber viele Medien berichteten, war er eher leer!

Wie kommt das? Drei Echte Mamas haben uns erzählt, warum sie erstmal nicht shoppen gehen werden:

„Ich denke, es herrscht noch die Abstandsregelung!?“

Maria* (*alle echten Namen sind uns bekannt) aus Bad Homburg, versteht nicht, dass nun alle shoppen gehen sollen. Die 32jährige: „Ähm, das alles ergibt für mich gar keinen Sinn. Okay, klar, die kleinen Geschäfte brauchen dringend endlich wieder Einnahmen, das ist klar. Aber darüber hinaus ergibt diese Regelung für mich überhaupt keinen Sinn. Wir sollen zu Hause bleiben, im Homeoffice arbeiten, nur einen Menschen treffen – mit Anstand – der außerhalb unseres Haushalts wohnt, die Kitas sind zu…. aber wir sollen jetzt fröhlich shoppen gehen? Und zwar nichts, was wir gerade dringend bräuchten, denn die Super- und Baumärkte hatten ja eh nie zu.

Geht es noch unnötiger? Also, ich bleibe zu Hause. Mir ist das Risiko viel zu groß, mich anzustecken oder eben andere. Ich hoffe, dass es die meisten anderen Menschen auch so sehen und sich durch diese Möglichkeit das Virus nicht explosiv ausbreitet. Denn ehrlich gesagt hoffe ich doch, dass bald Lockerungen möglich werden, die uns das Leben wirklich erleichtern – und nicht, dass vielleicht alles noch strenger werden muss. Nur, weil jetzt alle so viel Zeit zum Bummeln haben. Ohne mich.“

„Ich brauche doch gerade nichts!!!“

Sophie*, 26, aus Nürnberg versteht gar nicht, WAS sie jetzt kaufen sollte: „Meine Nachbarin bekommt gerade haufenweise Pakete von sämtlichen Modeketten – ich wette, die stiefelt schon bald los, um endlich wieder bummeln zu gehen. Ich habe in der ganzen ,Quarantäne-Zeit“ ein ein einziges Paket bekommen. Es war gefüllt mit Bastelzeug und einem großen Puzzle für meine Kinder und mich.

Aber mal im Ernst: Wozu soll man denn gerade jetzt shoppen gehen? Seit Wochen lebe ich in meinem Jogginghosen – und die hatte ich schon vorher. Für den Gang in den Supermarkt ziehe ich widerwillig eine Jeans an, weil man immer irgendwelche Nachbarn sieht. Aber nach Aufbrezeln steht mir gerade nicht der Sinn. Und somit auch nicht für neue Klamotten. Wenn man schon hauptsächlich zu Hause sein muss, dann ist doch das bequeme Outfit noch der größte Vorteil davon. Nee, also, alles, was ich zur Zeit brauche, habe ich schon vorher im Supermarkt und in der Drogerie bekommen.

Mir kommt es auch fast ein wenig dekadent vor, in dieser Situation einen Einkaufsbummel durch die Stadt zu machen. Irgendwie würde sich das für mich auch nicht richtig anfühlen.

„Ich halte lieber unser Geld zusammen.“

Für viele Menschen ist es gar keine Frage der Moral oder der Lust, ob sie in den nächsten Wochen Dinge kaufen gehen, die sie gar nicht unbedingt brauchen. Das gilt auch für Rebecca* (28, aus Bielefeld): „Weil meine beiden Kitakinder seit Wochen zu Hause sind, kann ich meinen Job nicht ausüben. Ich habe erst meinen kompletten Resturlaub für 2020 dafür verbraucht, jetzt habe ich unbezahlten Urlaub. Mein Mann kann dafür wenigstens in aller Ruhe Vollzeit arbeiten, aber das Gehalt meines 20-Stunden-Jobs fehlt uns an allen Ecken. Sooo wahnsinnig gut verdient er auch nicht.

Wir müssen jetzt unser Geld beisammenhalten, wer weiß, wie lange diese Krise noch andauert und was noch auf uns zukommt. Wir machen uns seit neuestem einen Essensplan, nach dem ich genau einkaufe. Weil ich abends ohne meine Kinder in den Supermarkt gehe, komme ich ganz gut durch den Laden, ohne leckere, aber unnötige Dinge zu kaufen.

Für Shoppingtouren fehlt uns gerade das Geld. Und da wir auch an unsere eisernen Reserven gehen, wird es uns auch noch lange fehlen. Ist ja auch okay, ich hab an sich genug Klamotten etc. Aber Lust hätte ich natürlich auch, mal wieder ganz in Ruhe bummeln zu gehen und mir etwas Schönes zu kaufen. Welche Frau mag das nicht!? Und auch, wenn das noch vor wenigen Wochen ab und zu mal ging, kommt mir diese finanzielle Unbeschwertheit vor wie aus einem anderen Leben.“

Und, wie sieht es bei euch aus? Habt ihr es schon ausgenutzt, dass jetzt wieder mehr Geschäfte geöffnet haben? Oder ist euch das im Moment piepegal?

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer fünfjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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