Online fand er dann auch sofort eine Interessentin.
Nämlich eine Frau, die unbedingt ein Baby haben wollte, aber nicht schwanger werden konnte. Alles schien super zu klappen!
Die Familie bekam von ihrer Kundin umgerechnet etwa 20.000 Euro, Goldketten und goldene Armreifen. Die Zukunft schien also gesichert.
Allerdings flogen die beiden direkt nach ihrem Geschäft auf. Denn die Frau fuhr, nachdem sie das mittlerweile 40 Tage alte Baby bei der Familie abgeholt hatte, mit dem Zug heim. Mit im Waggon waren Bahn-Polizisten, denen es merkwürdig vorkam, wie die Frau mit dem Baby umging. Sie baten die Frau aus dem Zug und befragten sie.
Zuerst gab die Frau noch an, dass Baby adoptiert zu haben. Im Laufe des Gesprächs gab sie dann aber zu, sich auf einen illegalen Handel eingelassen zu haben. Die Polizei nahm den Kindsvater ins Visier.
Die Ermittlungen ergaben, dass es schon vorher eine Käuferin gegeben hatte.
Sie hatte drei Töchter und wollte dringend einen Jungen. Doch dieser Deal platzte.
Der Mann erzählte der Polizei, dass er und seine Frau nach dem Verlust seines Jobs nicht mehr länger in der Lage seien würden, ihre Hypothek abzubezahlen oder ihr Auto unterhalten zu können. Sie hätten bereits zwei Söhne, und ein drittes Kind könnten sich sich jetzt nicht mehr leisten. Nachdem seine Frau schwanger war, konnte sie ja ebenfalls nicht mehr mitarbeiten, er war nun der Alleinverdiener!
Nun müssen sich die Eltern wegen Menschenhandels vor Gericht verantworten. In China wird dieser mit fünf bis zehn Jahren Haft – und in besonders schlimmen Fällen mit der Todesstrafe – bestraft.
Für 20.000 Euro: Vater verkauft Neugeborenes, weil er seinen Job verlor
Von
Laura Dieckmann
12. November 2020