Wenn dieser Satz dich deutlich früher zur Mama macht:

„Nur die stärksten Mamas werden Frühchen-Mamas“ sagt man – und da ist etwas Wahres dran. So ein Frühstart ins Leben bedeutet statt kuscheligem Kennenlernen oft lange Wochen im Schwebezustand, irgendwo zwischen Glück, Liebe, Angst und Hoffnung. Nicht nur für die Kleinen ist es ein Kampf ums Leben, auch für die Mamas ist es schwer: Man kann nicht helfen, nur warten und bangen. Es zerreißt fast das Herz, dass man dem eigenen Kind den Kampf nicht abnehmen kann, und lässt es vor Dankbarkeit fast überquellen, wenn man sein Baby endlich heimholen darf.

Mit dieser Serie und Frühchen-Geschichten wie der von Monique aus unserer Echte Mamas Community möchten wir anderen Mamas Mut machen und helfen, diese schwere Zeit durchzustehen:

„Meine ganze Schwangerschaft verlief super, ich hatte keinerlei Beschwerden – so ein Glück, dachte ich! Doch dann fing in der 33. Woche der Albtraum an. Mir war von einem Tag auf den anderen plötzlich 24 Stunden lang speiübel. Ich ahnte da schon, dass irgendetwas nicht stimmte. Ich ging zu meiner Ärztin, sie machte ein CTG – und ihr fiel sofort auf, dass die Herztöne meines Sohnes schwächer geworden waren. Ich musste ab da alle zwei Tage zur Kontrolle zu ihr kommen und sein kleines Herz am CTG checken lassen. Der letzte Kontrolltermin endete mit einer Blaulichtfahrt ins Krankenhaus, da die Ärztin kaum noch einen Herzton finden konnte. Ich musste über Nacht da bleiben, durfte aber nächsten Tag wieder heim, mit dem Versprechen, 24 Stunden später noch mal zur Kontrolle zu kommen. Ich fuhr also am nächsten Vormittag nochmal ins Krankenhaus, und kaum war ich ans CTG angeschlossen, begann der Horror: Das Ding hat sofort Alarm geschlagen. Meine Hebamme schrie panisch durch den ganzen Kreißsaal nach dem Oberarzt, dass die Herztöne fast weg seien, sie müssten das Baby sofort holen! Und dann ging alles so schnell, dass ich mich kaum erinnern kann. Innerhalb von ein paar Minuten wurde ich für einen Notkaiserschnitt fertig gemacht, bekam eine Vollnarkose und um 13:35 Uhr machte mich mein kleiner Sohn zur Mama. Er kam in der 35. Schwangerschaftswoche, wog 2150 Gramm und war 43 cm klein. Am nächsten Tag durfte ich das erste Mal zu meinem Kind – und hab die ganze Zeit geheult dabei. Mir liefen einfach so die Tränen, vor Freude und Angst. Freude, dass er endlich da war, und Angst, dass das alles doch noch schlimm enden könnte. Wie er da lag, so winzig, dass nicht mal die Mini-Windel passte, überall Kabel, und diese schreckliche Atemmaske, die an sein kleines, perfektes Gesichtchen geschnallt war… Ich wollte ihn so gerne halten, mich kümmern, ihm sagen, dass alles gut wird, und Mama da ist!

Er musste zwei Tage beatmet werden und bekam eine Magensonde, da das Trinken nicht klappen wollte. Nach zwei Tagen durfte ich heim, unser Baby allerdings konnten wir erst nach vier Wochen nach Hause holen. Drei Wochen davon musste er im Brutkasten verbringen, dann durfte er endlich in ein Wärmebett. In dieser Zeit habe ich gemerkt, wie wichtig Familie ist – ihnen und vor allem meinem Freund bin ich unendlich dankbar für ihre Hilfe in dieser Zeit, in der ich jeden Tag im Krankenhaus bei meinem Sohn war.

Foto: Bigstock

Mittlerweile ist er 20 Monate alt, und man merkt sehr, dass er ein Frühchen war. Er hat einen Entwicklungsstand von einem etwa zehn Monate alten Baby. Er muss jetzt Frühförderung machen, weil er noch nicht reden, laufen oder alleine stehen kann.

Meine riesige Angst aus den ersten Tagen hat sich gelegt, ich bin eine ganz normale Mama, keine überbesorgte Glucke mehr. Ich lasse ihn den ganzen Tag rumkrabbeln und spielen. Inzwischen ist unsere Familie sogar noch gewachsen: Seit drei Monaten ist er ein großer Bruder, darüber freut er sich riesig!“

Ein paar kleine Helfer, die den Frühstart ins Leben einfacher machen:

1. Ein Baby-Octopus, so dass die Kleinen nicht an den Kabeln ziehen:

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So süß:

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2. Pampers Frühchenwindel in den verschiedenen Größen P-1 bis P-3 (Ab Oktober in Krankenhäusern erhältlich):

Eine Pampers in Größe P-3 im Vergleich zu einer Neugeborenenwindel

 

3. Schwere Handschuhe, die das Gefühl geben, Mama ist die ganze Zeit da. Und dafür sorgen, dass das Baby in der richtigen Position liegt:

4: Minikleine Babyoutfits: Sie werden von Organisationen wie Herzenssache ehrenamtlich genäht und an Frühchen verschenkt:

©Herzenssache

 

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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