Frühe Pubertät: Es kann sogar schon Kindergartenkinder treffen!

Oha! Schlimme Stimmungsschwankungen, ständig Streit und zu allem Übel auch noch körperliche Veränderungen: Das alles schon bei Vorschulkindern? Das gibt es. Experten nennen dies die verfrühte oder frühe Pubertät. Sie setzt mit allen Symptomen, die wir kennen, schon vor dem neunten Lebensjahr ein, manchmal schon bei Fünf- oder Sechsjährigen.

Zum Glück passiert das nur selten. Wenn, dann muss allerdings ein Kinderarzt nach der Ursache suchen. Denn es gibt auch bestimmte Tumore, die das Hormonsystem beeinflussen und eine frühe Pubertät auslösen können.

Vor allem in den Industrieländern zeigt sich, dass Kinder generell immer früher geschlechtsreif werden. Vor 110 Jahren bekamen die Mädchen im Durchschnitt noch mit 15 bis 16 Jahren ihre erste Periode. Heute sind sie knapp 13, viele auch jünger. Das zeigte bereits 2007 der Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS), der vom Robert-Koch-Institut ausgewertet wurde. Seitdem konnten die Forscher jedoch noch keine aktuelleren Ergebnisse präsentieren.

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Mit Medikamenten gegen das Brustwachstum

Setzen zunehmende Körperbehaarung, Wachstum der Brüste oder auch die Regelblutung ein, ist das das Ergebnis eines veränderten Hormonhaushaltes im Körper. Experten sprechen auch von Reifung. Setzt sie zu früh ein, also schon vor dem neunten Geburtstag, hat das nicht nur körperliche Folgen, sondern auch psyschische.

Kinder, die zu früh in die Pubertät kommen, bleiben häufig recht klein, denn auch das Knochenwachstum reagiert auf die Pubertätshormone. Psychisch kann die Veränderung des Aussehens, bei Mädchen vor allem die wachsenden Brüste, sehr belastend sein. So haben Studien gezeigt, dass Mädchen, die eine frühe Pubertät durchmachten, später ein höheres Risiko hatten, an einer Depression zu erkranken. Deshalb sollten Eltern immer einen Kinderarzt aufsuchen, der nach den Gründen für die frühe Reife sucht. In vielen Fällen kann die Reifung mit bestimmten Medikamenten noch aufgehalten weerden.

Zu viele Kilos können schuld sein

Dass Kinder hierzulande immer früher in die Pubertät kommen, hat verschiedene Gründe. Hormonspezialisten weisen schon länger darauf hin, wie folgenschwer falsche Ernährung und zu wenig Bewegung bei Kindern sein können. Denn ein übergewichtiger Körper hat mitunter Probleme, sein Hormonsystem im Ausgleich zu halten. Eine vermehrte Produktion der Reifehormone ist dann die Folge. Das Gegenteil lässt sich übrigens bei Magersucht beobachten: Hier setzt die Pubertät häufig erst sehr spät ein oder gerät ins Stocken.

Ein weiterer Grund liegt in der Umwelt. Sogenannte hormonaktive Substanzen können ebenfalls die Reifung der Kinder beeinflussen. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Bestandteile aus Kunststoffen, die über die Nahrung (Brotdosen, Plastikfolien) oder auch Kosmetik und Körperpflegemittel in den Körper gelangen. Auch andere Produkte wie etwa Zahnbürsten oder Schnuller stehen im Verdacht, hormonaktive Substanzen abzugeben. Noch wird hier viel geforscht: Vieles steht im Verdacht, gesichert ist aber noch nicht alles.

Schon in der Schwangerschaft können die Anlagen für eine frühe Pubertät gelegt werden. Foto: Bigstock

Gefahr im Mutterleib

Tatsächlich hat schon die Schwangerschaft einen Einfluss auf das Einsetzen der Pubertät. Dies gilt zum Beispiel, wenn die werdende Mama viel Stress hat. Das kann auch das Ungeborene beeinflussen. Wissenschaftler wiesen zudem nach, dass sich vor allem bei Mädchen im Mutterleib mehr Fettzellen bilden, wenn sie bestimmten Chemikalien ausgesetzt sind. Auch ein geringes Geburtsgewicht kann die Pubertät um viele Monate vorverlegen. Von nicht zu beeinflussenden Faktoren wie beispielsweise einer Frühgeburt kann es vermutlich zu einem niedrigen Geburtsgewicht kommen, wenn wenn Frauen in der Schwangerschaft eine Diät machen, um nicht zuviel zuzunehmen. Zudem schützt auch der Verzicht auf Zigaretten in der Schwangerschaft vor einem niedrigen Geburtsgewicht.

Julia Jung

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