Familienministerin fordert mehr Kindergeld und Kinderzuschlag

„Mir schreiben Familien, die Angst haben, dass ihr Geld nicht für den Winter reicht. Es gibt inzwischen viele, die nicht wissen, wie sie Lebensmittel und Energie noch bezahlen sollen.“

So beschreibt Familienministerin Lisa Paus im Interview mit Business Insider die derzeitige Situation vieler Menschen. Sie ist seit rund vier Monaten im Amt und steht vor der großen Herausforderung, Familien möglichst gut durch die Finanzkrise zu begleiten.

Das Magazin fragte nach, wie sie das denn bewerkstelligen wolle.

Zuerst betonte die Ministerin ganz klar, dass ihr Fokus ganz klar auf sowieso schon einkommensschwachen Menschen liege.

Denn: „Bei ihnen ist finanziell sowieso schon alles auf Kante genäht und jetzt kämpfen sie ebenfalls mit den immens gestiegenen Lebenshaltungskosten. Menschen mit wenig Einkommen werden von der Inflation viel stärker getroffen als Topverdiener. Deshalb brauchen sie absolut eine stärkere Entlastung als Besserverdienende.“

Hört sich nach einem guten Plan an, nur: Wie soll das Geschehen?

Zunächst würde Lisa Paus den Regelsatz für Hartz-IV-Empfänger anpassen. Und: „Eine Möglichkeit ist, den Kinderzuschlag zu erhöhen. Er ist für Familien gedacht, in denen die Eltern arbeiten, deren Erwerbseinkommen jedoch nicht reicht, die Familie über Wasser zu halten. Eine Erhöhung des Zuschlags würde also zielgenau denen zugutekommen, die es wirklich brauchen.“

Eine zweite Idee würde wirklich (fast) alle mit Kindern entlasten:

„Auch das Kindergeld sollte höher ausfallen. Die derzeit geplante Erhöhung liegt deutlich unter der Inflationsrate, das ist zu wenig.“

Um ihre Ideen durchzusetzen, muss sie mit Christian Lindner „feilschen“, der ja für 2023 bereits eine Kindergelderhöhung zugesagt hat. Acht Euro mehr für die ersten beiden Kinder, zwei Euro für das dritte – nicht ganz die Dimension, die sich die neue Ministerin vorstellt. „Wir sind drei Koalitionspartner und wir werden jetzt nochmals unsere Prioritäten besprechen. Ich bin zuversichtlich, dass wir uns am Ende einigen.“

Auf die Frage des Magazins, was es bedeuten würde, wenn sie sich nicht durchsetzen könne, antwortete Lisa Paus ganz klar, dass das eine echte Katastrophe für Familien mit wenig Einkommen wäre. „Ich erlebe Familien, die jetzt zu Schulanfang die Schulmaterialien für ihre Kinder nicht bezahlen können. Das sind Menschen, die haben zwei harte Corona-Jahre hinter sich, in denen sie psychisch und sozial viel gelitten haben. Wenn jetzt noch im Herbst und Winter, die Auswirkungen der Ukraine-Krise mit schweren finanziellen Belastungen obendrauf kommen, ist das Sprengstoff für viele Familien.“

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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