Es kann töten! Warum du dein Kind nie, nie schütteln solltest

Das Baby schreit und schreit und schreit, die Eltern sind genervt, am Ende ihrer Kräfte und haben nur einen Gedanken: „Hör doch endlich auf zu weinen!“ Zu groß ist in dieser Situation die Versuchung, den Säugling aus lauter Verzweiflung zu schütteln.

Doch für ein Baby ist Schütteln lebensbedrohlich!

In Berlin macht der Deutsche Kinderverein derzeit mit Plakaten und einem tonlosen Film, der am vielbesuchten S-Bahnhof Friedrichstraße gezeigt wird, auf die Gefahren des Schüttelns aufmerksam. Plakate und Film verweisen auf die eigens aufgebaute Website schuetteltrauma-berlin.de, welche Eltern Informationen und Hilfe bietet.

Auf der Website finden ElternInformationen rund um das Schütteltrauma und dazu, welche Arten von Schreien es gibt, welche Ursachen es haben kann, wie Eltern ihr Kind beruhigen können und in welchen Fällen sie sich dringend Hilfe holen sollten.

Zudem wird erläutert, warum das Schütteln so gefährlich ist:

Foto: Deutscher Kinderverein / www.schuetteltrauma-berlin.de

Die Halsmuskulatur eines Säuglings ist nämlich noch zu wenig entwickelt, um den Kopf selbst zu halten. Auch ist der Kopf im Vergleich zum Körper größer als bei einem Erwachsenen und somit für das Baby viel schwerer zu halten. So wackelt er beim Schütteln unkontrolliert hin und her. Die Folgen sind schwere Verletzungen des Gehirns, die zu lebenslangen Behinderungen, Verhaltensstörungen und nicht selten auch zum Tod führen können.

Popmusiker Andreas Bourani, auch bekannt aus der TV-Casting-Show „The Voice of Germany“, ist schon länger überzeugter Botschafter des Deutschen Kindervereins. Über die Aufklärungskampagne sagt er:

„Schütteltrauma ist Kindesmisshandlung mit lebensbedrohlichen Folgen. Dass es in diesem Jahr bereits drei Fälle von lebensgefährlichem Schütteltrauma in Berlin gibt, macht mich sehr betroffen.“

Auch Dr. Saskia Etzold, stellvertretende Leiterin der Gewaltschutzambulanz der Charité Berlin ist Unterstützerin der Aufklärungsinitiative. Wie sie laut Berliner Woche bei der Kampagnen-Präsentation am 19. Juli in Berlin erklärte, sei das Schütteln die häufigste Todesursache von Kindern unter 2 Jahren.

„Schütteln kann das Leben eines bis dato gesunden Kindes innerhalb von Sekunden beenden oder für immer verändern: 20 Prozent der Kinder versterben. 80 Prozent überleben zwar, aber nur knapp 10 Prozent von ihnen werden wieder vollständig gesund! Jeder muss um die Gefährlichkeit des Schütteltraumas wissen, deshalb ist diese Kampagne so wichtig!“, so Dr. Saskia Etzold.

Berlin wurde vom Deutschen Kinderverein als Ort der Kampagne ausgewählt, weil hier seit Anfang 2017 bereits 13 Schütteltrauma-Fälle bekannt wurden und drei Kinder an den Folgen des Schütteltraumas gestorben sind.

Wir hoffen, dass die Plakate bald auch deutschlandweit zu sehen sind, denn Aufklärung ist bei diesem Thema im wahrsten Sinne des Wortes überlebenswichtig.

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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