Entzündlicher Haarausfall in der Schwangerschaft: „Mein Mann rasierte mir den Kopf.“

Unsere Haare sind uns Frauen irgendwie heilig… In der Schwangerschaft freuen wir uns deshalb ganz besonders auf eine volle und glänzende Haarpracht, denn die bekommen werdende Mamas dank der vermehrten Produktion von Östrogenen bekanntlich doch, oder?

Als werdende Mama strahlt man nicht nur von innen, sondern auch von außen: Makellose Haut, große Brüste und eine tolle Löwenmähne – so zumindest die Vorstellung. Es gibt aber auch werdende Mamas, bei denen die Schwangerschaft genau das Gegenteil bewirkt: Die Haare werden dünn, verlieren an Volumen und fangen sogar an auszufallen…

Unsere Echte Mama Alina (echter Name ist der Redaktion bekannt) musste in ihrer Schwangerschaft erfahren, wie es sich anfühlt statt einer glänzenden Haarpracht nur noch kahle Stellen auf dem Kopf zu finden. Vielen Dank Alina, dass du uns deine bewegende Geschichte erzählt hast und anderen Mamas da draußen Mut machst!

„Alles hat in meiner 22. SSW angefangen. Mein Patenkind wurde eingeschult und ich weiß noch genau, wie ich meiner Freundin bei der Feier erzählt habe – und damit das erste Mal überhaupt jemandem – dass ich Haarausfall habe. Und dabei hatte ich mich doch schon so auf meine kommende Walla-Walla-Mähne gefreut! Ich muss sagen, dass ich vor der Schwangerschaft auch nicht gerade mit supervollem und dichtem Haar beschenkt wurde… Sie waren schön und ich war zufrieden damit, aber als Haarmodel wäre ich mit Sicherheit nicht durchgegangen.

Die erste kahle Stelle beunruhigte mich noch nicht wirklich

Als ich am nächsten Tag vor dem Spiegel stand, entdeckte ich dann eine richtig kahle Stelle auf meinem Kopf – nicht sehr groß, vielleicht wie ein Fingernagel. Im ersten Moment machte ich mir keine weiteren Gedanken darüber. Ich hatte schon öfters mal von leichtem Haarausfall in der Schwangerschaft gehört, alles ganz normal. Eine halbe Stunde später wurde mir dann aber doch mulmig: Beim Haarekämmen hatte ich das Gefühl, die Hälfte meiner Haare würde in der Bürste hängen..

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Auch beim zweiten Mal Haarekämmen sah die Bürste nicht besser aus. Und dann kam in mir auf einmal ein ganzen dumpfes Gefühl auf. Was, wenn das alles Auswirkungen auf mein Kind hat? Vielleicht fehlen mir und dadurch auch meinem Baby wichtige Nährstoffe?

Sofort habe ich meine Freundin angerufen und ihr am Smartphone die kahle Stelle am Kopf gezeigt. Ihr Rat: Direkt beim Frauenarzt anrufen! Gesagt, getan. Die Sprechstundenhilfe konnte mir allerdings nicht weiterhelfen und hat es auf die Hormone geschoben. Falls es schlimmer werden sollte, solle ich zum Hautarzt gehen. Mir hat das Thema aber einfach keine Ruhe gelassen. Ich habe mir noch in der gleichen Woche einen Termin bei meinem Hautarzt geben lassen.

Hätte ich zu dem Zeitpunkt schon gewusst, was noch alles auf mich zukommen würde, wäre ich sofort hingefahren!

Der Besuch beim Hautarzt war kaum erfolgreich

Die Tage bis zum Hautarzt Termin waren die Hölle: Mein Kopfhaar wurde immer lichter. Überall im Haus lagen ganze Haarbüschel von mir… Ich hatte wirklich Angst, meine Haare überhaupt anzufassen oder zu waschen, geschweige denn sie zu kämmen. Und dazu kam die ständige Sorge um mein Baby.

Dann endlich hatte ich meinen Arzttermin. Die Diagnose vom Hausarzt: Diffuser Haarausfall, die Haare werden dabei auf dem ganzen Kopf gleichmäßig dünner, eigentlich sind kahle Stellen aber nicht zu sehen… Sie sagte mir auch, dass schon Haare nachwachsen würden. Hm, diese Diagnose stellte mich nicht wirklich zufrieden. Ich hatte nicht das Gefühl, dass sich meine Kopfhaut schon wieder erholt hatte und dazu kamen jede Menge haarlose Stellen auf meinem Kopf.

Ich sollte von meinem Hausarzt außerdem noch meinen Eisen-, bzw. Ferritinwert überprüfen lassen. Durch meine Schilddrüsenunterfunktion muss ich sowieso regelmäßig zur Blutabnahme. Die neue Diagnose: Ferritinwert ist zu niedrig und möglicherweise die Ursache für meinen extremen Haarausfall. Die einfache Lösung sollten Eisentabletten sein.

Schön, wenn es so einfach gewesen wäre!

Immer mehr kahle Stellen – ich ging endlich zum Spezialisten

Eine ganze Zeit fühlt ich mich dauerhaft erschöpft und müde. In meinem Umfeld haben es alle auf die Schwangerschaft geschoben und meinten, dass das ganz normal sei. Aber so ausgepowert habe ich noch keine Schwangere gesehen. Trotzdem kamen in mir Selbstzweifel auf. Vielleicht mache ich mir einfach zu viele Gedanken und stelle mich nur an? Aber ich habe mich einfach so schlecht gefühlt. Der Hausarzt hat mich dann erst einmal krankgeschrieben.

Auf meinem Kopf sah es auch nur schlimmer aus: Immer mehr kahle Stellen waren zu sehen. Das hat mich wirklich fertig gemacht und ich habe jeden Tag geweint. Diese Ungewissheit und dann die ständige Angst um mein Kind brachten mich einfach zum Verzweifeln.

Müde Mama wünscht sich Auszeit

Ich war durchgehend müde und erschöpft – und machte mir Sorgen ohne Ende. Symbolfoto: Bigstock

Von einem Termin in der professionellen Haarsprechstunde habe ich mir Rettung erhofft. Die Ärztin hat sich meine Kopfhaut ganz genau angesehen und diagnostizierte Alopecia Areata, eine Form des entzündlichen Haarausfalls. In meinem Fall war die Ursache wahrscheinlich die Hormonumstellung durch die Schwangerschaft. Alles was sie mir mit auf den Weg gegeben hat war, eine ‚Scheißegal-Haltung‘ einzunehmen. Bald würden mir sowieso alle Haare ausfallen – ein Schock! Die Vorstellung, dass ich in den nächsten Wochen immer mehr Haare verlieren würde, war grauenvoll. Trotzdem: Um die Schwangerschaft und das Baby nicht zu gefährden, hat sie mir von einer Therapie abgeraten. Und das war für mich in Ordnung. Es war für mich immer noch das Wichtigste, dass es meinem Baby gut geht und sich mein Haarausfall nicht negativ auf seine Entwicklung auswirken würde!

Mittlerweile hatte ich nur noch einen Haarkranz im Nacken und vereinzelte Haare am Oberkopf. Tagsüber und wenn ich vor die Tür gegangen bin, hatte ich mich unter einer Mütze versteckt.

Irgendwann kam der Tag, an dem mir mein Mann die restlichen Haare abrasiert hat. Das war wirklich hart für mich. Aber mein Mann hat mir unglaublich viel Kraft gegeben. Er stand die ganze Zeit zu mir, hat mich unterstützt, mich getröstet und war immer für mich da. Auch meine Eltern und meine beste Freundin haben mir in der schweren Zeit wirklich geholfen. Ich weiß nicht, wie ich diese Zeit ohne die vier überstanden hätte.

Irgendwann akzeptierte ich meinen Haarausfall gezwungenermaßen

Von der ständigen Erschöpfung wurde ich zum Glück erlöst. Da die Eisentabletten meinen Ferritinwert nicht erhöhen konnten, bekam ich Eiseninfusionen und fühlte mich bald viel kraftvoller. Auch mit der dauerhaften Müdigkeit war endlich Schluss.

In der 30. SSW habe ich mir dann meine erste Perücke gekauft. Ich wollte wieder ohne Mütze vor die Haustür gehen und mich gut dabei fühlen.

Kurz bevor mein kleiner Engel auf die Welt gekommen ist, sind dann auch meine Augenbrauenhaare und Wimpern ausgefallen. Das war für mich nochmal ein richtiger Tiefschlag. Vor allem Augenbrauen können das ganze Gesicht verändern. Ich habe mich so fremd gefühlt und gar nicht mehr wiedererkannt.

Ich musste in diesem Moment akzeptieren, dass ich erstmal ohne meine Haare leben muss. Auch, wenn es Tage gibt, an denen ich abends auf dem Sofa sitze und eine Träne verliere. Dann denke ich aber an meinen kleinen Engel und bin nur glücklich darüber, dass er putzmunter und glücklich ist.

Ich möchte allen betroffenen Mamas da draußen Mut machen. Es ist schwer zu akzeptieren und es wird immer wieder Tage geben an denen auch ihr eine Träne über euren Haarausfall verliert. Vergesst trotzdem nicht, jeden Moment der Schwangerschaft zu genießen und zu lieben – lasst euch das nicht nehmen.

Nach einem Jahr habe ich meine Haare immer noch nicht wieder, das muss ich akzeptieren. Trotzdem wünsche ich mir jeden Abend, dass sich meine Haare irgendwann dazu entscheiden, wieder zu wachsen.“

Und bei einer Sache sind wir uns ganz sicher: Eure Kleinen lieben euch abgöttisch, ob mit oder ohne Löwenmähne! 

 

Wir danken Lisa Butschalowski für diesen Text!

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