Eis-Einbruch im See: 10-jähriger will Kinder retten und stirbt selbst

Es ist ein bisschen pathetisch, aber man kann es einfach nicht passender ausdrücken: Der zehnjährige Jack Johnson aus Solihull/Großbritannien ist ein echter Held!

Und das war passiert: Vergangenen Sonntag spielten drei Jungen auf dem zugefrorenen Babbs Mill Lake in Solihull.

Magisch von der schimmernden, knackenden Eisdecke des Sees angezogen, ahnten die Kinder nicht, dass diese sie noch nicht tragen konnte.

Sie brachen ein.

Jack spielte mit einem Freund in dem angrenzenden Park und hörte, wie die Jungs schrien. Seine Tante Charlotte McIlmurray erzählte The Sun: „Der zehnjährige Junge ist mein Neffe. Er sah, wie einer durch das Eis brach, rannte los und versuchte, sie zu retten.“

Jack sprang, ohne nachzudenken, in den See, um die ihm unbekannten Kinder zu retten.

Sein Mut war leider auch sein Todesurteil, Jack ging ebenfalls unter.

Die Jungen, die Jack retten wollte, waren in einem Alter zwischen sechs und elf Jahren. In den britischen Medien ist zu lesen, dass die drei Jungs Brüder waren. Sie und auch Jack konnten geborgen werden, zwei von ihnen hatten aber einen Herzstillstand erlitten. Sie kamen ins Krankenhaus, konnten aber nicht reanimiert werden. Der dritte Junge kämpft weiterhin um sein Leben. Und später am Tag dann auch die traurige Gewissheit: Jack hatte seinen heldenhaften Einsatz nicht überlebt.

 

Jack Johnson, Foto: privat, via The Sun

Augenzeugen berichten in den Medien über den schrecklichen Vorfall, der den kleinen Ort in den West Midlands in Trauer versetzt hat. Laut einer Augenzeugin hatten Menschen vom Ufer zwei Jungen auf dem See noch zugerufen, dass die Eisdecke des Sees zu dünn sei. Dann blieb einer von ihnen mit den Beinen im Eis stecken. Seine Freunde gingen zu der Stelle, um ihn zu retten, und fielen dann alle hinein. Dann kam auch schon Jack.

Ganze 15 Minuten lang sollen die Kinder im eiskalten Wasser getrieben haben, bis sie geborgen wurden.

Eine Anwohnerin erklärt in „The Sun“: „Ich hörte die Schreie der Kinder und wusste, dass es schlimm war. Dieses Geräusch wird mich bis ins Grab begleiten. Ich fühle mich wie betäubt. Es ist einfach viel zu nahe bei uns zu Hause passiert und ist absolut herzzerreißend. Es herrschte pure Panik und Angst. Ich hörte nur einen solchen Tumult und dann die größte Anzahl an Rettungskräfte, die ich je in meinem Leben gesehen habe.“

Seit dem Vorfall ist ganz Solihull in Trauer. Noch am Montagabend wurde  eine Mahnwache in Gedenken an die drei Kinder abgehalten. Zahlreiche Kerzen und Blumen wurden aufgestellt, an Orten, an denen die Menschen innehalten können. „Es ist so tragisch. Jack war ein liebenswerter Junge“, werden Bekannte seiner Familie zitiert.

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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