Egal, was andere sagen: Wir sind alle gute Mütter!

Wenn man Mutter wird, vergrößert sich der Kreis der Freunde und Bekannten enorm. Es geht schon im Geburtsvorbereitungskurs los und endet in der KiTa-Garderobe noch lange nicht. Ist ja auch schön: Die Kinder sind mehr oder weniger gleich alt, machen die gleichen Infekte durch, werden zur gleichen Zeit trocken oder auch nicht. Wir versuchen alle, gute Mütter zu sein. Wir sitzen alle im gleichen Boot.

Oder? Nein, irgendwie fühlt es sich dann doch nicht so an. Still hörte ich mir den Vortrag einer Mutter an, die es geschafft hatte, ihrem Kind bis weit nach dem zweiten Geburtstag keine einzige Süßigkeit zu geben. Das Kita-Sommerfest und eine winzige Tüte Gummibärchen waren, so die Mutter, die „Zucker-Premiere“ ihrer Tochter. Ok, dachte ich. Hätte ich nie geschafft.

Eine Freundin von mir fährt an ihrem wöchentlichen freien Tag fünf verschiedene Läden und den Markt an, um die jeweils besten Lebensmittel für die Woche einzukaufen. Ich fahre nur zum Supermarkt. Auch, wenn ich mir ständig vornehme, mit den Kindern mal auf den Markt zu gehen – um es dann immer wieder zu verschieben.

Eine befreundete Familie macht mit ihren zwei Kleinkindern jedes Jahr eine Fernreise und tourt wochenlang durch die jeweilige Gegend. Ich dagegen hab schon Angst vor einem Flug nach Italien mit zwei mittel-kleinen Kindern.

Manche Mütter aus meinem Kreis arbeiten Vollzeit, weil sie es wollen. Die Kinder gehen seit dem ersten Geburtstag jeden Tag bis spätnachmittags in die Kita. Darüber lässt sich vortrefflich lästern. Tue ich aber nicht, weil ich regelmäßig sehe, wie glücklich diese Familien sind.

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Das M in Mama steht für müde ? Das andere M auch ?

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Auch Mamas, die viel arbeiten, haben glückliche Kinder. Foto: Bigstock

Ein Bekannter fährt mit seiner Familie einmal im Monat zu einem Bauernhof. Dort kauft er nicht nur beste Bio-Lebensmittel, sondern besucht auch ein Schwein. Ein ganz bestimmtes Schwein, das bis zur Schlachtreife ein glückliches Leben führen darf und dann in vielen Einzelteilen im Tiefkühler meines Bekannten landet. Seine Kinder kennen also ihre Wurst ziemlich gut. Wow, dachte ich, als ich das hörte. Wenn das mal nicht vorbildliche Erziehung zur Nachhaltigkeit und respektvollem Fleisch-Verzehr ist. Mich halten leider 100 Gründe von so einer wirklich tollen Aktion ab.

Und so weiter. Manche Mütter stillen gerne, lange und ausschließlich, andere können oder wollen das nicht. Einige füttern zu, mit abgepumpter Milch oder Milchpulver. Einige füttern ausschließlich mit Fläschchen. So hat es eine Freundin von mir gemacht – ihr Kind ist eines der mit den besten Abwehrkräften in der Kita.

Die eine kauft Brei im Glas, die andere würde ihrem Kind so etwas nie geben. Stoffwindeln, Wegwerfwindeln, gar keine Windeln. Private KiTa oder Städtischer Massenbetrieb. Impfen oder nicht, Geigenunterricht mit fünf, mit dem Auto 500 Meter zur Schule gefahren werden…

Wir wundern uns, was Mama-sein aus uns macht. Wir zweifeln an uns und erst recht an den anderen. Mama-sein verstärkt viele Gefühle und Bedürfnisse. Wir wollen alle gute Mütter sein. Aber jede irgendwie anders. Und so driften wir manchmal heftig auseinander, lästern, haben kein Verständnis füreinander oder ziehen uns von früheren Freunden zurück, nur wegen Bio-Gemüse. Weil wir offensichtlich keinen gemeinsamen Nenner finden.

Aber hey, das stimmt gar nicht. Unser gemeinsamer Nenner ist ein wunderschönes, schmerzhaftes, umbegreifbares Gefühl – das absolut tollste Gefühl der Welt: Die Liebe zu unseren Kindern. Sie ist es, die aus allen von uns gute Mütter macht. Nur eben immer wieder anders gute Mütter. Zweifeln wir die anderen nicht oftmals deshalb an, weil wir an uns selbst zweifeln? Weil uns der Alltags-Stress auffrisst, wir uns in unseren Körpern alles andere als wohl fühlen, weil unser Eheleben auch schon mal aufregender war. Wieder ein paar gemeinsame Nenner…

Wir alle leiden in der Nacht am Bett eines fiebernden Kindes. Wir alle schlucken, wenn wir es das erste Mal allein im Kindergarten lassen. Wir alle verstehen die Welt nicht mehr, wenn der Zweijährige einen Trotzanfall wegen eines falsch geschnittenen Apfels bekommt. Wir alle würden für unsere Kinder durchs Feuer gehen. Und wieder zurück, weil wir den Schnuller vergessen haben. 

Wir brauchen nicht an uns zweifeln oder an den anderen. Weil wir alle unsere Kinder lieben. Und zwar so, wie jede Mama es am besten kann.

Immer wieder anders. Und deshalb immer richtig. 

Julia Jung

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