Wie soll ich denn mit den festgelegten Gepäckstücken und Kilo-Zahlen auskommen? Mit Kind???
Fuhren wir in den letzten Jahren mit unserer Familienkutsche an die Nordsee, sah es so aus: Ich auf dem Fahrersitz, unsere Tochter hinten im Kindersitz und daneben ihr Papa. Zwei große Koffer. Jeder einen Rucksack. Und daneben, darauf, darunter ganz viel loser Kram. Alles, was uns im Laufe des Autopackens noch einfiel, hatte irgendwo noch Platz. Das dritte Kuscheltier wurde ins Auto geworfen. Die Luftmatratze. Ein Paar Ersatzschuhe. Sandspielzeug. Ein Kamerastativ. Das vierte Kuscheltier. Eine Kühltasche. Ich erspare euch den Rest, ihr versteht das Prinzip: Immer rein hier! Lieber haben als brauchen! Wir könnten schließlich einschneien im kühlen norddeutschen Sommer und das lässt sich mit vielen Kuscheltieren und dem richtigen Schuhwerk so viel besser aushalten!
Nein, jetzt mal im Ernst:
Ich will nicht die Schuld auf meine Tochter schieben. Aber früher habe ich quasi einen Bikini und FlipFlops in meinen Koffer geworfen und gut war es.
So zumindest meine verklärte Erinnerung. Dieses Jahr graut es mir vorm Packen und ich ich kann die miese Stimmung dabei hier zu Hause schon riechen 😉
Und dabei ist mein Kind inzwischen neun (!) Jahre alt, wir brauchen also längst keine Platzräuber wie Kinderwagen, Fläschchen und Milchpulver mehr mitzunehmen.
Aber irgendwie trotzdem ganz viel anderes Zeug. Denke ich zumindest! Ja, ich bin als Mama nämlich zur Zwänglerin mutiert – ich bin gerne auf alle Eventualitäten vorbereitet. Bis heute findet kein Ausflug ohne Wechselwäsche und feuchte Einwegwaschlappen statt. Jede Menge Snacks und eine volle Trinkflasche habe ich auch stets dabei. Gerne ein Buch, damit wir uns nicht langweilen, wenn wir mal etwas länger auf die Bahn warten müssen. Fehlt das Jäckchen, falls es später noch kühler werden sollte, werde ich innerlich unruhig.
Rechnet man diese Tagestrip-Must-haves auf einen ganzen Urlaub um, kommt da schon einiges zusammen.
Und so sitze ich seit mehreren Tagen an schlauen Packlisten. Die ersten beiden schürten die Urlaubs-Vorfreude. Es floss nur so aus mir heraus. Ab Version drei begann gezwungenermaßen das Einkürzen. Stress pur!
Unter nahezu körperlichen Schmerzen streiche ich nach langem Abwägen nach und nach Dinge (die normale Menschen gar nicht erst auf eine Packliste geschrieben hätten), die ich entbehren muss und vielleicht sogar kann: Snapy, den Insektenfänger. Zwei dicke Romane. Den dritten Badeanzug und das zweite riesige Badelaken für meine Tochter. Drei lange Hosen, drei dicke Sweatshirts und fünf Paar Socken für meine Tochter. Das Windlicht, um es auf dem Hotel-Balkon abends stimmungsvoll zu haben. Drei Rätsel- und Stickerbücher für mein Kind. Ich kürze radikal die Anzahl der Mädchen-Shirts ein und auch die der Sonnenmilch-Flaschen. Ich hab gehört, dass es so etwas auch in Spanien zu kaufen gibt…
Jaaaaa, ja. Ich weiß. Es ist nicht einfach mit mir. Aber seid nicht so streng, ich werde ja durch die Fluggesellschaft dazu genötigt, mich einzuschränken.
(Obwohl, man kann ja auch einfach Übergepäck bezahlen, ne… kleiner Spaß.) Ich bekomme das hin und werde trotzdem weitaus mehr dabeihaben, als man an acht Tagen am Pool und im Meer braucht.
Worüber ich natürlich noch gar nicht nachgedacht habe, sind meine Klamotten. Und Schminksachen. Und Bücher. Aber die werde ich wohl, wie bei jedem Urlaub mit Kind, am Abend vor der Abreise wahllos und hektisch in den Koffer werfen. Klappt auch. Komisch.
Und hier ein toller Reise-Hack von meiner lieben Kollegin Laura für alle, die noch kleinere Kinder haben:
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1. Urlaubsflug mit Kind: Wie zur Hölle soll ich mit so kleinem Gepäck reisen!? ♀️
Von
Laura Dieckmann
16. Juli 2024