Meine Kleine, darum bin nicht immer eine gute Mama

Meine Kleine,

als ich dich heute morgen angezogen habe, stutzte ich. Die Beine deiner kleinen Jeans waren auf einmal etwas zu kurz und dein Lieblings-Shirt saß auch nicht mehr so locker. Warst du etwa gewachsen? Ich blickte in dein Gesicht und sah, dass es stimmte. Du warst nicht nur „länger“ geworden, sondern auch „größer“. Dein Gesicht schien nicht mehr ganz so weich und deine Augen blickten nicht mehr ganz so kindlich in meine. Du hast gelacht: „Warum guckst du denn so komisch, Mama?“

„Ach, nichts.“ Denn wie sollte ich dir das erklären? Ich war so stolz auf dich, ich war ein wenig aufgeregt und so froh, dass du zu einer tollen Person heranwächst.

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Das M in Mama steht für müde ? Das andere M auch ?

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Aber ein anderer Teil meiner Seele hatte Angst, weil die Zeit so schnell vergeht. Ich kann sie nicht anhalten und ich kann keinen einzigen Moment mit dir wiederholen.

Und das ist der Punkt: War ich immer eine gute Mama? Habe ich jeden Moment genug genossen, habe ich dir immer das gegeben, was du brauchst? Ist dein Herz noch ungebrochen und deine Seele ohne Last?

Denn ich bin nicht immer gut darin, richtig gut zu sein.

Du hast die beste Mama verdient. Und ich habe die unglaubliche Chance bekommen, die beste Mama für dich zu sein. Oh, ich will überragend sein!

Ab und zu schaffe ich das, denke ich – meistens aber wohl nicht. Ab und zu mache ich alles richtig – meistens aber wohl nicht.

Immer wieder bin ich ungerecht, zu laut, ungeduldig, zu fordernd.

Ich schimpfe weiter, wenn du schon geknickt bist. Ich halte dir Vorträge, wenn alles, das du brauchst, eine stille Umarmung ist.

Wenn ich gestresst bin, verwechsle ich deine Müdigkeit mit Gezicke, deine Traurigkeit mit Genöle und kommentiere deine Reaktionen darauf, wenn dir alles zu viel wird, mit einem genervten „Was ist denn jetzt schon wieder los!?“

Du brauchst Liebe, bekommst aber mahnende Worte. Foto: Bigstock

Später am Tag, wenn du im Bett bist und es ruhiger wird in der Wohnung und in mir, dann verstehe ich: Dein Tag war so lang, in der Kita hast du über Stunden wunderbar „funktioniert“ und Dinge, die mir nicht so wichtig sind, können dich eben ehrlich traurig machen. Ich bin dein Fels, an mir reibst du dich, lässt aufgestaute Emotionen heraus und wünscht dir bedingungslosen Zuspruch. Warum nur habe ich so furchtbar reagiert?

Aber ich verrate dir jetzt mal etwas, auch, wenn es keine Entschuldigung ist: Auch Erwachsene sind nicht immer stark, mutig und weise. Ich habe manchmal Angst, vor kleinen und großen Dingen. Ich bin manchmal verzweifelt, ich bin manchmal wütend, ich wünsche mir manche Dinge anders. Es gibt jeden Tag viele Gründe dafür, dass ich den Kopf voll mit blöden Dingen haben.

Nur du, du bist ganz sicher niemals der Grund. Das musst du wissen und darfst es niemals vergessen. 

Du und Papa, meine kleine Familie, ihr seid MEIN Fels. Denn auch ich brauche ab und zu liebende Hände, die mich aus einem Strudel negativer Gefühle ziehen.

Wann immer ich es aber schaffe innezuhalten, um dich zu sehen – richtig zu sehen – strömen Stolz und Liebe in mein Herz. Das Leben meint es doch so gut mit mir, denn mir wurde ein großer Schatz anvertraut. Du bist wild und witzig und lieb und schlau und…

… wundervoll genug, mir jede Ungerechtigkeit zu verzeihen. Sie bedrückt dich scheinbar weniger als mich selbst.

Bitte bleib so. Ich gebe mein Bestes, besser zu werden. Erzähl mir, wenn ich dich verletzt habe. Vertraue dich mir an, wenn du dich unsicher und ängstlich fühlst.

Denn ich bin für dich da, immer. Manchmal musst du nur meinen Kopf wieder an Ort und Stelle rücken, wenn er gerade wieder zu sehr in Gedanken woanders ist.

An diesem Tag, an dem du (schon wieder) gewachsen bist, möchte ich dir sagen, dass du toll bist. Du machst mein Leben perfekt.

Wie gesagt, ich selbst bin es nicht. Dafür bin ich aber für immer deine Mama, mit all meinen Fehlern. Wir bleiben ein Team, das verspreche ich dir.

Ich habe dich wahnsinnig lieb, und das für immer.

Deine Mama

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer vierjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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