Corona-Einschränkungen: 8 Sätze, die enttäuschten Kindern helfen können

Die letzten Wochen waren für uns alle ungewohnt und schwierig… Das gilt besonders für unsere Kinder. Kitas und Schulen waren zu, die Spielplätze geschlossen…. Gaaaaanz allmählich läuft jetzt alles wieder an. Und doch wird noch auf unbestimmte Zeit längst nicht alles möglich sein, was wir gerne tun. Uns Erwachsene nervt das – für Kinder aber ist das alles richtig hart.

Da sind Geburtstage, die nicht mit Freunden gefeiert werden können, der geliebte Schwimm- oder Tanzkurs, der nicht mehr stattfindet… Die Corona-Krise birgt für unsere Schätze so viele Enttäuschungen. Und wir Eltern? Fühlen uns oft hilflos, weil uns all dieser Wahnsinn selbst so fremd und unwirklich erscheint.

Trotzdem können wir unsere Kinder unterstützen. Denn folgende Sätze können helfen, die Kleinen (und auch etwas Größeren) ein wenig zu beruhigen und vielleicht gemeinsam eine Lösung zu finden.

Verständnis zeigen

Für kleinere Kinder: „Ich weiß, dass es schwer ist, nicht xy zu können.“

Es ist einfach sooo schwer zu verstehen, warum einige Dinge zur Zeit nicht gehen… Wir als Eltern können es nicht ändern – so gerne wir das auch würden. Aber manchmal brauchen Kinder auch gar keine Lösung, sie wollen nur gehört werden. Deswegen konzentrieren wir uns ganz auf sie und ihre „Beschwerde“ und fassen wir ihre Enttäuschung in unsere Worte. So zeigen wir ihnen, dass wir sie ernst nehmen, ihnen zuhören und sie verstehen.

Für größere Kinder: „Reden wir darüber.“

Auch dieser Satz zeigt: Ich stimme dir zu und ich nehme deinen Kummer ernst. Etwas ältere Kinder haben aber vielleicht gleichzeitig noch mehrere Gefühle gegenüber der ganzen Pandemie: Die Enttäuschung über das Ausfallen bestimmter Ereignisse, aber auch eine diffuse Angst vor dem Virus… Dieser Satz zeigt ihnen, dass sie uns all diese Gefühle mitteilen können, wenn sie es mögen – und wir diese nicht beurteilen oder sie auch nicht belehren werden.

Kompromisse aufzeigen

Für kleinere Kinder: „Ich weiß, wir können nicht xy, aber was ist, wenn wir stattdessen…?“

Eine große Hilfe für enttäuschte Kleine kann es sein, ihnen Kompromisse vorzuschlagen. Die zwar wahrscheinlich nie genauso gut sind wie das Original-Vorhaben, aber zumindest eine ähnliche Erfahrung bieten können. So kann der ausfallende Kindergeburtstag vielleicht durch ein virtuelles Skype-Kuchenessen mit den besten Freunden ersetzt werden. Der Part an dem abgesagten Flötenkonzert kann mit dem Handy aufgenommen und dann per WhatsApp an Oma und Opa geschickt werden. Oder oder oder – es gibt so viele Möglichkeiten.

Für größere Kinder: „Ich weiß, wir können gerade nicht xy, aber lass uns mal überlegen, was wir sonst tun können!“

Gleiches Prinzip wie bei den Kleineren. Aber dieser Satz zeigt den etwas älteren Kindern außerdem, dass wir offen für ihre Ideen sind – von denen sie häufig erstaunlich viele und gute haben!

Signalisieren: Ich bin für dich da!

Für kleinere Kinder: „Es tut mir leid, dass es grad so doof ist. Ich wünschte, ich könnte es ändern.“

Manchmal reicht es Kindern schon, zu wissen, dass Mama auf ihrer Seite ist. Dieser Satz zeigt: Es ist wirklich bescheuert, wie es gerade ist, du hast recht – ich bin  aber für dich da.“

Für größere Kinder: „Es ist alles momentan ziemlich seltsam. Was brauchst du, damit es für dich einfacher wird?“

Fakt ist: Unser Leben ist gerade völlig anders ist als noch vor wenigen Wochen. Besonders von größeren Kindern wird zudem viel erwartet: Sie machen Homeschooling, verpassen tolle Sachen, bleiben ohne ihre Freunde zu Hause. Und weil sie eben nicht mehr ganz klein sind, wird von ihnen erwartet, dass das alles sie ohne Wutanfälle oder Einstellungen wuppen. Ermutigen wir unsere Kinder, ihren Frust herauszulassen und sich zu melden, wenn sie Hilfe brauchen.

Unterstützung bei der Frust-Bewältigung anbieten

Für kleinere Kinder: „Manchmal hilft es mir, …“

Jüngere Kinder stecken oft in ihren Emotionen fest, und zwar mental und sogar körperlich. Wir alle kennen die berühmt-berüchtigten Wutanfälle. Wir stecken voller guter Tipps, aber es fühlt sich für ein aufgewühltes Kind furchtbar an, „Befehle“ wie „Beruhige dich jetzt erstmal.“ oder „Atme tiiiief durch!“ zu bekommen. Schnell kommt noch mehr Frust auf. Besser fühlt es sich an, wenn wir ihnen Ideen liefern, aus denen sie sich jene herauspicken, die sich für sie hilfreich anhören. Etwa: „Mir hilft es manchmal, ganz tief durchzuatmen.“ oder „Ich boxe manchmal ganz doll in ein Kissen, wenn ich wütend bin.“

Für größere Kinder: „Was kann ich tun, um dir zu helfen?“

Ältere Kinder wissen häufig schon besser, was sie brauchen, um überwältigende Gefühle zu verarbeiten. Diese Frage zeigt, dass wir ihnen gerne genau dabei helfen, wenn sie es wollen. Wir sind jederzeit da! Und können eine Umarmung, eine Pause zur Beruhigung, eine Gelegenheit zum Reden oder einen Ideenvorschlag zur Lösung des Problems anbieten.

Übrigens: Natürlich sind diese und ähnliche Sätze auch ganz prima, wenn die Welt nicht gerade verrückt spielt. Denn unsere Kinder können uns immer gebrauchen, wenn ihr Leben ein wenig frustrierend ist. Und ich befürchte, genau das gehört zum „Großwerden“ immer mal dazu.

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer fünfjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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