„Co-Sleeping“ ist weltweit Norm – und nur bei uns ein Riesenthema

Babyschlaf – was für ein enormes Thema das ist, erahnt man erst, wenn man selbst Mama oder Papa wird. Und in der Regel erst mal ziemlich müde ist. Schläft der kleine Schatz zu viel (eine eher seltene Sorge), zu wenig (eine häääufige Sorge), wann schläft er am besten, wieso, weshalb, warum – und auch: Wo? Wo schläft so eine kleine Maus am besten und sichersten?

Familienbett oder eigener Schlafplatz?

Viele Babys schlafen am besten (oder auch: schlafen nur), wenn Mama oder Papa in der Nähe sind. Am liebsten hautnah – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Sie brauchen diese Nähe, um zur Ruhe zu kommen und sich sicher genug zu fühlen, um einzuschlafen zu können. Bei gestillten Babys ist natürlich auch die Nähe der Brüste ein gutes Gefühl, denn so ist beim nächtlichen Hüngerchen alles in Griffnähe.

Für Eltern stellt sich dann natürlich die Frage: Ist es nicht für alle am einfachsten, wenn wir unser Baby mit in unser Bett nehmen? Oder es zumindest in ein Beistellbettchen legen? Ist es besser, wenn ein Säugling sein eigenes Bettchen hat? Oder schlafen am Ende sogar alle besser, wenn das Kind von Anfang an im eigenen Zimmer schläft?

Also, ich finde, es gibt hier mal wieder kein Richtig und Falsch.

Jedes Baby ist doch eine ganz eigene Persönlichkeit – und das gilt natürlich auch für seine Eltern. Meine Tochter beispielsweise (sie schlief übrigens direkt neben mir im Beistellbett) wurde zu Beginn ihres Lebens meistens nur ein Mal in der Nacht wach. (Nur keinen Neid, dafür haben wir später viel mehr wache Nächte als andere gehabt 😉 ) Für uns war diese Lösung perfekt.

Wenn ein Baby aber prima im eigenen Zimmer schläft und die Eltern auch viel besser ohne all die kleinen Babyschmatzer und -seufzer schlummern – was spricht denn dann dagegen? (Die Voraussetzung sollte natürlich sein, dass man sich immer, wenn das Baby sich meldet, zu ihm geht und sich kümmert. Ist klar, oder?)

Und wer es ganz nah mag und wessen Baby wirklich am besten Haut an Haut schläft, der nimmt seinen kleinen Schatz einfach direkt mit in die „Besucherritze“ – am besten natürlich ohne die Ritze, sondern mit ganz viel Luft zum Atmen etc. pp. Ihr wisst schon. Der sichere Schlafplatz ist ein anderes Thema, mehr dazu lest ihr beispielsweise hier.

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All diese Meinungen…

Fakt ist aber, dass das Familienbett mal wieder so ein Thema ist, dass die Gemüter erhitzt. Viele schwören darauf, andere haben etwa 1001 Argumente dagegen. Eines der beliebtesten: „Du verwöhnst dein Baby zu sehr! Es wird nie mehr ohne dich schlafen können und noch mit 12 zu dir ins Bett kriechen, pass bloß auf!“

Boah. Nö! Was soll denn das bloß? Es gibt so viele Punkte an dieser „gut gemeinten“ Warnung, die doof sind… Angefangen von: Babys kann man nicht „verwöhnen“, verdammt! Über: Und selbst wenn, unsere Kleinen sind doch das Größte, was wir „haben“… Bis hin zu: Warum nur muss man frischgebackene Eltern eigentlich immer so verunsichern?

Dann gibt es noch viele, die das Familienbett als gefährlich einstufen. Oder als Beziehungskiller. Als übermenschliches Opfer völlig überreizter Eltern…. Und und und…

Wie sieht das Ganze denn in anderen Ländern aus?

„Andere Länder, andere Sitten….“ Das gilt natürlich auch bei der Kindererziehung.

In einem Artikel für die Los Angeles Times hat das Forscher-Ehepaar Sarah und Robert LeVine ein paar Argumente gebracht, die definitiv FÜR das Familienbett sprechen. Am interessantesten fand ich aber, dass sie erklären, dass in anderen Kulturen auf der ganzen Erde das „Co-Sleeping“ die Norm sei! Die meisten afrikanischen, asiatischen und lateinamerikanischen Kulturen schlafen im Familienbett, ohne groß darüber nachzudenken – und sehen unsere Gitterbettchen und „Kinderzimmer-von-Anfang-an“ als merkwürdig an. „In der Tat denken viele Eltern auf der ganzen Erde, dass es geradezu grausam ist, wenn ein Baby alleine schläft. Wer würde so etwas Herzloses tun?“ Und: Warum tun sich die „westlichen“ Eltern diesen Stress an, bei jedem Mucks des Kindes das Bett zu verlassen?

Was ist damit meine: Es kommt also immer auf den Blickwinkel und die eigene Erziehung an.

Meine Tochter, inzwischen fünf Jahre alt, schläft seit vier Jahren in ihrem Zimmer. Und kommt immer mal wieder in unser Bett geschlüpft. Es ist nicht immer hochromantisch und wir haben schon oft geflucht, wenn wir durch einen Fuß in unserem Gesicht oder durch ein kleines Händchen, das unsere Haare schmerzhaft zwirbelt, aus dem Schlaf gerissen wurden.

Und trotzdem fühlt es sich bis heute richtig für uns an, sie in unser Bett zu lassen. Egal, was andere sagen – und es wurde uns schon viel gesagt.

Und wer das nicht möchte, lässt es sein. Die Hauptsache ist es doch, dass es allen gut geht. Oder?

Seid ihr „Team Familienbett“ oder so gar nicht?

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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