Campen mit Kindern? Ganz sicher ohne mich!

Abenteuer pur. Die absolute Freiheit. Jede Menge Natur. Das Schönste überhaupt für Kinder. Sie können unbewacht mit ihren neuen Freunden laufen, weil ihnen nichts passieren kann.

Habe ich noch was vergessen? Oder hat Familien-Camping noch mehr glorreiche Vorteile? Es kann gut sei, dass mir da etwas nicht in den Sinn gekommen ist, denn all diese Vorzüge – haben mir andere vorgebetet.

Ich persönlich hasse Camping. Und mit Kind würde ich es noch viel mehr hassen.

Okay, es könnte daran liegen, dass sich meine Erfahrung mit dem Zelten auf Festival-Besuche beschränkt. Ich gebe zu, zu zweit in einem Ein-Mann-Zelt vom Discounter zwischen Tausenden anderen Metalfans im Ausnahmezustand, das ist wohl eine Extremform des Campings. Geschlafen wurde eh kaum, aber wenn man mal wollte, dann klappte das irgendwie auch, weil man fertig genug war. Das Piepen im Ohr ging eh tagelang nicht mehr weg, da machte es auch nichts, wenn die Clique nebenan die ganze Nacht über Songtexte philosophierte.

Echte Ferien im Zelt, die habe ich noch nie gemacht.

Möchte ich aber auch nicht! Nein, auch nicht meiner Tochter zuliebe…

Wir fahren wirklich selten in den Urlaub und wenn, dann soll es wunderschön und erholsam sein. Es muss ganz sicher keine Luxusbleibe sein, in der wir nächtigen. Aber drei Betten, eine Dusche und ein Klo, das wäre doch schön!

Im Zelt liegt man irgendwie immer schräg, weil jede, aber auch jede Luftmatratze unauffindbare winzige Löcher hat und ihr im Laufe der Nacht die Luft ausgeht. Es ist hart und eng. Meine Tochter schafft es ja schon, uns im Zwei-mal-zwei-Meter-Bett zu treten, also… Man kann sich nicht entscheiden, ob man nun in den Schlafsack kriechen will (zu heiß) oder oben drauf liegen (zu kühl).

Es kribbelt und krabbelt überall, kein Wunder!

Denn zur Natur gehören ja leider auch immer haufenweise Insekten. Und die hassen wir alle drei.

Wenn es draußen gießt, dann ist das eine halbe Stunde gemütlich im Zelt, weil der Regen so schön auf die Plane pladdert. Danach macht sich bei den Kleinen die Langweile breit. Und ist man selbst bis auf die Knochen nass geworden, werden die Klamotten in den nächsten Tagen auch nicht wieder trocken, außer, es scheint dann irgendwann die Sonne.

Scheint aber die Sonne, wird man um fünf Uhr morgens wach, weil es bullenheiß ist in dieser Sardinenbüchse.

Ich will mich nicht tagelang von Grillwurst und Instantkaffee ernähren. Ich will mich nicht schon beim Zelt-Aufbau mit meinem Freund in die Haare bekommen, und ja, das würden wir. Ich will nicht nachts wachwerden und mir überlegen, ob ich wirklich dringend genug muss, um mich aus dem Schlafsack zu pellen, ohne meine Tochter zu wecken, und mit gezückter Taschenlampe über einen stillen, dunklen Campingplatz zu huschen, um zu den Toiletten zu gelangen – mensch, so fangen unzählige Horrorfilme an!!!

Und, a propos: Ich würde meine Tochter natürlich NICHT „frei“ über den ganzen Campingplatz laufen lassen, so, dass ich sie stundenlang nicht sehe. Hallo!? Als wenn alle Camper von Natur aus (wie passend) gute Seelen sind! Als wenn böse Menschen kein Zelt aufbauen könnten!

Ihr sagt, es gäbe ja auch ganz tolle Wohnwagen und so?

Joa… nee. Auch das ist mir zu eng, zu unpraktisch, zu komisch. Nebenan stehen garantiert neugierige Dauercamper, die sich schon morgens zum Kaffee einladen und alle Regeln des Platzes auswendig kennen. Und sie mir gerne aufzählen. Wahrscheinlich habe ich nachts auf dem Weg zum Klo einen ihrer Gartenzwerge umgeschubst und sie überlegen, wie sie es mir heimzahlen können…

Mir kann keiner was erzählen, ich habe alle Campingplatz-Reportagen gesehen, die das Abendprogramm hergibt 😉 !

Nein, mal im Ernst.

Ich weiß, es gibt unzählige Menschen, gerade mit Kindern, die Campingurlaub lieben. Ich glaube, das ist eine reine Typfrage. Und ich bin mir ganz sicher, dass es für Kinder wirklich ein großes Abenteuer und eben mal etwas ganz anderes ist. Aber für mich ist die Vorstellung wirklich der reinste Horror. Ich mag es tatsächlich bequem und gerade im Urlaub bin ich froh, wenn ich mich um nichts kümmern muss. Wenn meine Tochter irgendwann gemütlich im Bett schlummert und wir noch etwas lesen oder fernsehen können.

Was sagt ihr denn dazu? Geht ihr gerne Zelten oder macht Urlaub im Wohnwagen? Was ist so schön daran? Ich bin ganz gespannt auf eure Meinung. Nur: Umstimmen, umstimmen könnt ihr mich nicht!

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer fünfjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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