Warum es keine gute Idee ist, dass dein Kind dauernd am Handy ist oder vor dem Computer hockt

Ja, auch wir haben manchmal ein schlechtes Gewissen. 

Weil wir nicht immer so konsequent sind, wie wir sein wollen. Wir antworten gerade auf die letzte WhatsApp, wenn wir mit unseren Kleinen spielen. Oder lassen unseren Schatz auf dem Tablet herumspielen, damit wir endlich mal die Wäsche machen können.

Verständlich und kein Problem, aber nur so lange das eher die Ausnahme bleibt als die Regel.

Wenn die Kids nämlich dauernd Handy, Computer Co. in den Händen haben, kann das durchaus schaden – das hat eine Studie bestätigt, die die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Morter, vorgestellt hat.

Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen der Nutzung von Smartphones und Tablets und gesundheitlichen Störungen oder Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern. 

Die Ergebnisse der BLIKK-Medienstudie, wie sie genannt wird, sind deutlich: Babys, deren Eltern häufig Smartphones und ähnliche Geräte nutzen, haben vermehrt Probleme beim Füttern und Einschlafen. Bei Kindern mit hohem Medienkonsum kommt es im Kindergartenalter häufig zu Sprachentwicklungsstörungen und im Grundschulalter zu Hyperaktivität und Konzentrationsmangel. Je häufiger die Mediennutzung, desto ausgeprägter tauchen die beschriebenen Probleme auf.

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Dies sind die wesentlichen Ergebnisse der Studie im Überblick:

  • 70 % der Kinder im Kindergarten-Alter sitzen täglich länger als eine halbe Stunde vor dem Smartphone oder Tablet ihrer Eltern
  • Es gibt einen Zusammenhang zwischen einer intensiven Mediennutzung und Entwicklungsstörungen der Kinder
  • Bei Kindern im Kindergartenalter lassen sich vermehrt Sprachentwicklungsstörungen und Hyperaktivität feststellen, wenn diese die Medien intensiv nutzen
  • Wird die verantwortungsvolle Nutzung der digitalen Medien nicht schon von kleinauf erlernt, besteht später ein erhöhtes Risiko zu einem unkontrollierbaren Umgang mit den digitalen Medien

Marlene Mortler sagt dazu: „Für mich ist ganz klar: Wir müssen die gesundheitlichen Risiken der Digitalisierung ernst nehmen! Es ist dringend notwendig, Eltern beim Thema Mediennutzung Orientierung zu geben. Kleinkinder brauchen kein Smartphone. Sie müssen erst einmal lernen, mit beiden Beinen sicher im realen Leben zu stehen. Unter dem Strich ist es höchste Zeit für mehr digitale Fürsorge – durch die Eltern, durch Schulen und Bildungseinrichtungen, aber natürlich auch durch die Politik.“

Einer der beiden Leiter der Studie, Prof. Dr. Riedel von der Rheinischen Fachhochschule Köln, fügt hinzu: „Als Fazit der Studie ergibt sich, dass der richtige Umgang mit den digitalen Medien, die durchaus einen berechtigt hohen Stellenwert in Beruf und Gesellschaft eingenommen haben, frühzeitig kontrolliert geübt werden soll. Dabei müssen  soziale und ethische Werte wie Verantwortung, reale Kommunikation, Teamgeist und Freundschaft auf allen Ebenen der Erziehung gefördert werden. Kinder und junge Menschen sollen lernen, die Vorteile einer inzwischen globalen digitalen Welt zu nutzen, ohne dabei auf die Erlebnisse mit Freunden im Alltag zu verzichten.“

Dr. Büsching, der zweite Studienleiter, ist Kinderarzt und Vorstandsmitglied des Berufsverbands der Kinder –und Jugendärzte (BVKJ). Er zieht folgenden Schluss aus den Studienergebnissen: „Die Sorge der Eltern, ein Kind möge die besten Bedingungen für sein zukünftiges Leben vorfinden, gilt ebenso für Kinder- Jugendärzte. Mit vorschneller Verordnung von Ergo- oder Sprachtherapie allein lassen sich Gefahren nicht abwenden. Gerade, wenn das Verhalten oder die Entwicklung auffällig ist, sollte immer auch ein unangebrachter Umgang der Eltern wie der Kinder mit Medien in Betracht gezogen werden. Eine Medienanamnese und eine qualifizierte Medienberatung muss zukünftig die Früherkennungsuntersuchungen ergänzen.

Da die digitalen Medien und das Internet aus unserer heutigen Zeit gar nicht mehr wegzudenken sind, macht ein absolutes Verbot natürlich keinen Sinn. Gerade wir Mütter finden hier schließlich so viel Wissen, können uns super austauschen und uns Rat von anderen Mamas holen. 

Statt jetzt komplett offline zu gehen, fangen wir deshalb mal damit an, uns selbst ein wenig zu zügeln und beim Stillen, Kuscheln und Spielen lieber ganz bei unserem Schatz zu sein. Die beste Freundin muss dann eben noch ein wenig länger warten, bis zu Babys nächstem Nickerchen zum Beispiel.

Wenn wir unser eigenes Verhalten im Umgang mit den Medien auf diese Weise im Auge behalten und unseren Kindern auch hier ein Vorbild sind, bringen wir ihnen ganz automatisch bei, wie sie verantwortungsvoll mit den Medien umgehen, wie sie den besten Nutzen daraus ziehen, wo Gefahren lauern und wie sie ihren Konsum in einem gesunden Maß halten.

Im Rahmen der BLIKK-Medienstudie sind über 5.500 Eltern und deren Kinder zu ihrem Umgang mit den digitalen Medien befragt worden. Zudem wurde im Rahmen der gängigen Früherkennungsuntersuchungen der Fokus auf die körperliche, entwicklungsneurologische und psychosoziale Entwicklung gelegt und ausführlich dokumentiert.

Anna Moniz

Vor zwei Jahren hat es mich mit meinem Mann und unserer Tochter vom hohen Norden nach Niederbayern verschlagen. Hier arbeite ich als Autorin für Echte Mamas sowie als freie Texterin und PR-Beraterin. Die Turbulenzen des echten Mamalebens halten mich dabei täglich auf Trab und machen mich gleichzeitig zum glücklichsten Menschen aller Zeiten.

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