Bettnässen: Das hat unserem Sohn geholfen

Wenn ein Kind auch nach seiner Einschulung noch regelmäßig ins Bett macht, bereitet das vielen Eltern (meistens grundlos) Sorgen. Auch Echte Mama Steffie wusste nicht, wie sie ihren sieben Jahre alten Sohn am besten unterstützen sollte, auch nachts trocken zu werden. Hilfe fanden sie schließlich beim Arzt:

„Sicher halten mich manche für eine Rabenmutter, …

…weil ich überhaupt etwas dagegen unternehmen wollte, dass unser Sohn nachts regelmäßig ins Bett macht. Manche Kinder brauchen eben länger, um ihre Blase zu kontrollieren – muss man da reinpfuschen? Eigentlich nicht, fanden auch mein Mann und ich. Ganz sicher haben wir keinen Druck gemacht – nicht geschimpft, nichts dramatisiert.

Allerdings fühlte unser Sohn selbst sich mit der Situation gar nicht mehr wohl. Er ließ mich deshalb Pyjama-Partys absagen, bei denen er schrecklich gerne dabei gewesen wäre, und als das erste Mal von einer anstehenden Klassenfahrt die Rede war, geriet er beinahe in Panik. Es tat mir schrecklich leid, und ich habe alles daran gesetzt, ihm zu erklären, dass er sich nicht schämen muss. Insgeheim konnte ich seine Befürchtungen nachvollziehen, denn andere Kinder können grausam sein.

Ich hätte ihm gerne geholfen. Vorsichtshalber bin ich deshalb mit ihm zum Arzt gegangen, um organische Ursachen auszuschließen. In der Hinsicht konnte der Arzt uns beruhigen – und hatte sogar noch eine Idee für uns.

Der Arzt verschrieb uns eine Klingelmatte

Diese elektronische Matte (Affiliate Link) löst ein Warnsignal aus, sobald Pipi darauf fließt. Der Ton weckt das Kind, damit es zur Toilette gehen kann. Nach einer Weile soll das Kind auch ohne das Klingeln wach werden, wenn die Blase voll ist.

Zuerst fand ich diese Idee schrecklich. Erinnert ihr euch noch an den Pawlowschen Hund aus dem Bio-Unterricht, der immer gesabbert hat, wenn das Glöckchen klingelte? Es kam mir vor, als würde ich unseren Sohn genauso „abrichten“. Versucht haben wir es aber dann doch, mangels eines besseren Einfalls. Der Arzt berichtete uns, dass die Methode bei 70 Prozent der Betroffenen wirkt – unser Sohn gehörte zum Glück dazu und wir konnten die Klingelmatte (Affiliate Link)bald entsorgen.

Glaubt uns: Wir hätten seinem Körper wirklich gerne die Zeit gelassen, auch ohne Hilfsmittel auch nachts trocken zu werden. Aber egal, wie es am Ende gelungen ist, freuen wir uns jetzt einfach für unseren Sohn, dass er sich wieder freier fühlt.“

Danke, liebe Steffie, für deine echte und ehrliche Geschichte.Seid ihr eventuell auch betroffen? Falls ja, wie geht ihr damit um? Wie Steffie schon sagt: Bettnässen ist bei Kindern ganz normal. Rund zehn Prozent der Siebenjährigen sind vom Bettnässen betroffen, bei den Zehnjährigen sind es immerhin noch fünf Prozent. Bettnässen ist also kein Grund zur Sorge und Trockenwerden kein Wettkampf. Falls der Leidensdruck eures Kindes aber sehr hoch ist oder es sich mit über fünf Jahren (auch tagsüber) noch regelmäßig einnässt, kann es sinnvoll sein, den Arzt organische oder psychische Ursachen ausschließen zu lassen.

Jana Stieler

Ich lebe mit Mann und Sohn im Süden Hamburgs – am Rande der Harburger „Berge“ (Süddeutsche mal kurz weghören: Der höchste Punkt misst immerhin sagenhafte 155 Meter ü. M.). Wenn ich nicht gerade einen Text verfasse, liebe ich Outdoor-Abenteuer mit meiner Familie, lange Buch-Badewannen-Sessions mit mir allein und abendliches Serien-Binge-Watching.

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