Begünstigt der Lockdown Kurzsichtigkeit bei Kindern?

Seit rund einem Jahr haben wir jetzt mit Corona „zu tun“ und aktuell sind die Schulen bereits zum zweiten Mal seit Wochen geschlossen, viele Freizeitaktivitäten fallen aus. Im Frühjahr waren sogar die Spielplätze gesperrt.

Das kann sich bei Kindern nicht nur auf die Psyche, sondern auch auf die Augen auswirken, wie chinesische Wissenschaftler jetzt bei einer Untersuchung herausgefunden haben.

Schon länger weiß man, dass Kinder, die sich viel im Freien aufhalten, seltener kurzsichtig werden.

Die Wahrscheinlichkeit, kurzsichtig zu werden, kann sich verdoppeln, wenn man weniger als 30 Minuten täglich dem natürlichen Tageslicht ausgesetzt ist. Denn draußen schaut das Auge oft in die Ferne und nicht auf Dinge in der Nähe.

Und da wir alle 2020 so viel mehr Zeit in den eigenen vier Wänden verbracht haben als je zuvor, wollten die Wissenschaftler untersuchen, ob das Auswirkungen hatte. Dazu kam bei den meisten wohl eine deutliche Zunahme der Bildschirmzeit. (In China mussten die meisten Kinder von Januar bis Mai ausschließlich zu Hause bleiben. Outdooraktivitäten wurden häufig auf null gesetzt.)

Und so „sehtesteten“ sie über 120.000 Schulkinder. Die Ergebnisse sind eindeutig:

• Bei den sechsjährigen Kindern stieg der Anteil der Kurzsichtigen von 5,7 Prozent auf über 21 Prozent.

Im Vergleich zu anderen Jahren hat sich die Sehkraft der 6-jährigen im Schnitt um 0,3 Dioptrien verschlechtert.

Bei den Siebenjährigen steig der Anteil von 16,2 auf 26,2 Prozent.

Bei den achtjährigen Schülern um knapp zehn auf 37,2 Prozent.

„Diese erhebliche Verschiebung der Kurzsichtigkeit wurde in keinem anderen Vergleich von Jahr zu Jahr beobachtet“, schreiben die Forscher.

Weitere Forschungen sollen zeigen, ob die im Lockdown bei Kindern entstandene Kurzsichtigkeit anhaltend ist oder wieder zurückgeht.

Was heißt das denn nun für Eltern?

Die Ergebnisse kommen aus China, wo die Kinder sich in der Regel noch länger und strenger als hierzulande im Inneren aufhielten. Trotzdem kann man die Tipps der Wissenschaftler beherzigen: Kinder sollten so viel wie möglich Zeit draußen verbringen. Und die Zeit, die sie vor dem Bildschirm verbringen, sollte nicht zu lang sein.

Und drohende Kurzsichtigkeit hin oder her: Diese beiden Punkte sind doch eigentlich immer ganz sinnvoll, oder?

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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