Baby Zeichensprache: Lerne dein Baby zu verstehen!

Wenn es zur Kommunikation mit den kleines Knirpsen kommt, kann es ganz schön kompliziert werden. „Ach, könnten wir das Baby doch nur verstehen – was genau willst du von miiiiir?“ Oft schaut man in ein verdutztes niedliches Gesicht, wenn man das Baby unbedingt verstehen will. Dabei wollen sie uns genauso verstehen wie wir sie. Und das geht – zum Beispiel mit Zeichensprache! Hier erfährst du, wie du das Geblubber und Rumgehampel besser verstehen und Zeichensprache nutzen kannst, um dich mit deinem Baby zu „unterhalten“.

1. Was genau ist Baby Zeichensprache eigentlich?

Der Trend der Baby Zeichensprache kommt ursprünglich aus den 80er Jahren in den USA. Erfunden wurden „Baby Signs“ durch die zwei Psychologinnen Linda Acredolo und Susan Goodwyn*. Hier in Deutschland ist sie eher geläufig unter dem Namen „Zwergensprache“. Hinter der Entwicklung steht das Konzept, dass mithilfe einer Art Gebärdensprache die Eltern mit den Kinder leichter kommunizieren können, ohne dass die Kleinen Wörter benutzen müssen. Babys verstehen in den ersten Monaten nämlich mehr, als man vielleicht annimmt.

Die Baby Zeichensprache stützt sich auf die Basis, dass die menschliche Kommunikation zu 55 % über Mimik, Gestik und Körpersprache läuft, zu 38 % über die Tonation und nur zu 7 % über das Sprechen und Wort selbst. Gerade im Umgang mit Babys und Kleinkindern kann das in den ersten Monaten sehr sinnvoll genutzt werden. Durch die Baby Zeichensprache lernen Kinder schneller, ihre Bedürfnisse auszudrücken. Das soll uns zum Einen den Alltag erleichtern, zum Anderen stärkt es das Selbstbewusstsein des Kindes, was wiederum das Frustrationslevel senken soll. Kurz gesagt, Zeichensprache = weniger quengeln und jammern. Und weniger Gequengel ist gerade in den Anfangsmonaten, wenn Schlafmangel Gang und Gäbe und man oftmals ausgelaugt ist, doch sehr angenehm!

Auch wenn die Zeichensprache nicht als eine eigenständige Sprache zu verstehen ist, da sie über keine grammatikalischen Strukturen verfügt, sondern nur über einzelne Zeichen, kann sie das Gesprochene begleiten. Der Grundstein dafür kommt aus der Deutschen Gebärdensprache, ist allerdings eine sehr vereinfachte Form, die der Motorik und der Koordinationsfähigkeit des Babys entspricht.

Achtung: Sollte dein Baby taub und stumm sein, sollte die richtige Gebärdensprache gelernt werden!

Bei dem Erlernen der Zeichensprache wird nahegelegt, Zeichen zu verwenden, die den individuellen Interessen des Babys entsprechen. Wichtig dabei ist, dass das gewählte Zeichen niemals das gesprochene Wort ersetzt, sondern die ganze Zeit in Kombination benutzt wird. Wenn man es mal blöd ausdrückt, dann kann man sich das wie bei der Erziehung eines Welpen vorstellen. Da werden zum Beispiel gerne ein Klicker oder eine Handbewegung gleichzeitig zu den Befehlen „Sitz“ und „Platz“ benutzt. Übertragen auf uns könnte zum Beispiel das Öffnen und Schließen einer Faust auf Brusthöhe für „Milch“ verwendet werden – übersetzt: die Kuh wird gemolken.

Durch das ständige und spielerische Wiederholen der Wörter und Zeichen wird das Baby schnell lernen, welches Zeichen was bedeutet, und kann es irgendwann selbst verwenden.

2. Ab wann solltest du mit der Baby Zeichensprache beginnen und wie?

Am sinnvollsten ist es, zwischen dem sechsten und neunten Lebensmonat mit der Zeichensprache zu beginnen. Ab da haben Babys die notwendige Motorik entwickelt, um ihre Hände koordiniert zu benutzen. Den genauen Startzeitpunkt kann man zum Beispiel daran erkennen, dass das Baby auf Dinge zeigt, Gesten nachahmt oder fallen gelassenen Gegenständen nachsieht.

Damit dein Kind nun die Zeichensprache lernen kann, musst du sie erstmal selber beherrschen und dann natürlich in den täglichen Sprachgebrauch einfließen lassen. So lernt dein Kleines die Zeichen spielerisch und nimmt sie als ganz natürlich auf. Es gibt aber auch Workshops und Kurse, die du besuchen kannst, oder Bücher, mit denen du dir ein paar Grundzeichen beibringen kannst.

Eine bekannte Workshop-Anbieterin in Deutschland ist Dipl. Pädagogin Wiebke Gericke. „Baby Signs“ durch die zwei Psychologinnen Linda Acredolo und Susan Goodwyn

3. Der Einstieg in die Zeichensprache:

Ein guter Einstieg in die Baby Zeichensprache sind Fingerspiele, bei denen man die Finger passend zu Texten bewegen. Das Baby versteht dann bald, dass man ihm etwas mitteilen möchte, und wird immer öfter interessiert zuschauen. Danach können genauere Zeichen eingebaut werden. Wichtig hierbei natürlich, dass man sie selber erst genau beherrscht. Tust du das und erkennst die nötige Feinmotorik deines Kindes, dann kannst du mit den ersten Zeichen anfangen.

Im Vordergrund steht hierbei, dass dein Baby die Sprache auf eine spielerische Art und Weise lernt, so verinnerlicht es die Zeichen schneller und ist schnell motiviert zu interagieren. Hierfür eignen sich vor allem Spiele mit Lichtern. Babys sind begeistert von dem Wechsel zwischen Licht und Schatten, hell und dunkel. Beim Zeichen für „Licht“ in der Kindergebärdensprache öffnest und schließt du die Hand und spreizt dabei immer die Finger beim öffnen. Schalte nun eine Lampe ein und aus, mach dazu die Handbewegung und sag „Licht“. Wieder hole das regelmäßig und mit etwas Glück verinnerlicht dein Baby die Handbewegung ganz schnell.
Ein anderer guter Einstieg ist es die Grundbedürfnisse des Babys abzudecken. Also „Essen“, „Licht“ & „Milch“ (siehe oben), „Kuscheln“, „Aua“ oder „Mehr“!

Die Bewegungen dazu können so aussehen:

  • „Essen“ – nimm die rechte Hand, drücke alle Fingerspitzen zusammen, als würdest du einen Schnabel formen, und führe sie zweimal zum Mund.
  • „Mehr“ – Halte alle Fingerspitzen der rechten Hand zusammen und tippe dann in die Innenseite der linken Hand vor deinem Körper.
  • „Kuscheln“ – Verkreuze beide Arme vor der Brust, bilde mit den Handen Fäuste, Handrücken nach außen und wiege in dieser Körperhaltung deinen Körper leicht hin und her.
  • „Aua“ – Halte die rechte Hand auf Brusthöhe neben deinen Körper und schüttle deine Hand mit gespreizten Fingern locker dreimal hin und her.

Beherrscht dein Baby diese Grundzeichen können weitere geübt werden.

4. Braucht jedes Baby die Zeichensprache?

Zu dieser Frage gibt es keine übergreifend richtige Antwort. Ob man mit seinem Baby über Zeichensprache kommuniziert,ist jedem selbst überlassen. Einige Kinderärzte und Sprachwissenschaftler sagen, man versäumt nichts, wenn man die Sprache nicht lernt. Andere wiederum sagen, dass es ein sinnvoller Weg ist, seinem Baby näher zu kommen.

Durch die Anwendung der Zeichensprache lernt man sein Kind zum Einen genauer kennen und verstehen, und zum Anderen können die Zeichen in Kombination mit den gesprochenen Wörtern eine Barriere zum weiteren Erlernen beim richtigen Sprechen werden.

Babys kommunizieren vom ersten Tag an. Ob Hunger, Freude, Trauer – all das wird mit Lauten und Gesten vermittelt. Warum also dann nicht die Mitteilungsbedürfnisse der Kleinen nutzen?

 

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Antonia

Gebürtige Hamburgerin aus einer niederländischen Großfamilie, in der es von Kindern nur so wuselt. Seit ich denken kann, habe ich auf Babys aufgepasst und daher einiges über sie und über das Leben mit ihnen lernen können. Seit Sommer 2019 arbeite ich als Freelancer bei „Echte Mamas“ und bin stolz, ein Teil des Unternehmens sein zu dürfen!

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