Baby-Fund: Gynäkologische Zwangs-Untersuchung soll Mutter enttarnen

Manche Nachrichten beinhalten gleich mehrere furchtbare Geschehnisse auf einmal. Dazu gehört leider auch diese:

Ausgerechnet auf der öffentlichen Toilette des Flughafens der Stadt Doha in Katar wird ein Baby gefunden. Es ist frisch geboren und lebt.

Die Polizei geht davon aus, dass die Mutter noch nicht weit gekommen sein kann. Und deshalb kommt sie auf eine Idee, die einen den Kopf schütteln lässt: Die Ermittler nehmen sofort alle Frauen eines Fluges nach Sydney fest.

Und zwingen sie, sich in einem Krankenwagen – noch auf dem Rollfeld – gynäkologisch untersuchen lassen.

Zeugen gaben an, dass die Frauen aus ihrem Flugzeug regelrecht herausgezerrt wurden.

Die australische Außenministerin Marise Payne hat sich zu diesem Vorfall geäußert, da sich unter den Frauen auch 13 Australierinnen befanden. Sie gab an, dass keine der betroffenen Frauen vor der demütigenden, intimen Untersuchung auch nur über deren Grund informiert worden war. Gegenüber der Daily Mail sagte ein Augenzeuge: „Die Polizisten zwangen Frauen, sich invasiven Körpersuchen zu unterziehen – im Grunde genommen kann man sich das vorstellen wie einen erzwungenen Pap-Abstrich.“ (Abstrich, der beim Frauenarzt gemacht wird, um Frühstufen von Gebärmutterhals-Krebs zu erkennen.)

Danach durften die Frauen ausreisen.

Einer der männlichen Passagiere des Flugs gab an, dass die Frauen sehr verärgert und aufgelöst waren, als sie ins Flugzeug zurückkehrten: „Eine jüngere Frau hatte Tränen in den Augen. Wir konnten nicht glauben, was passiert war.“

Jetzt will das Australische Außenministerium Druck gegen Katars Regierung machen:

„Die australische Regierung ist zutiefst besorgt über die inakzeptable Behandlung einiger weiblicher Passagiere! Wir haben unsere Bedenken bezüglich dieses Vorfalls offiziell bei den katarischen Behörden registriert. Das Ministerium für auswärtige Angelegenheiten ist in dieser Angelegenheit auf diplomatischem Wege tätig.“

Die Flughafenbehörde von Doha gibt an, dass das Baby sofort nach dem Fund in Sicherheit war und von Sozialarbeitern betreut wurde.

Ach, und übrigens: Diese ganze Prozedur war nicht nur demütigend, sondern auch für die Katz: Dohas Polizei gab an, dass sie die Mutter des ausgesetzten Neugeborenen bisher nicht ermitteln konnten.

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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