Ausgesetztes Baby: War es eine unbemerkte Schwangerschaft?

Wie wir berichtet hatten, wurde am vergangenen Wochenende in Norderstedt bei Hamburg ein neugeborener Junge im Gebüsch gefunden, ausgesetzt von seiner Mama. Diese wurde schon kurz darauf durch einen Tipp von Bekannten gefunden. Es handelt sich dabei um eine 26jährige Erzieherin.

Die Mutter ist in einer psychiatrischen Klinik untergebracht.

Bereits nach dem Bekanntwerden der Tat gab Oberstaatsanwalt Axel Bieler an, dass ein psychiatrisches Gutachten erstellt werden müsse – es aber direkt klar war,  dass sich die junge Frau in einer Ausnahmesituation befand.

Das Gericht hat zwar einen Haftbefehl wegen versuchten Totschlags, gefährlicher Körperverletzung und Misshandlung von Schutzbefohlenen gegen sie entlassen, diesen aber unter Auflagen außer Vollzug gesetzt.

Axel Bieler wird dazu folgendermaßen zitiert: „Wir gehen davon aus, dass die Frau damit gerechnet hat, dass das Kind aufgrund der niedrigen Temperaturen womöglich auch zu Tode kommt – auf jeden Fall aber zu Schaden kommt. Deshalb haben wir diesen Haftbefehl beantragt.“

Rechtsmedizinische Untersuchungen stehen noch an. Diese sollen dann klären, ob und inwieweit die Frau überhaupt von ihrer Schwangerschaft wusste oder auch, ob sie eventuell verdrängt hatte und damit, wie gut sie auf die Geburt vorbereitet war.

Denn wie u.a. die MOPO berichtet, gab der 31jährige Kindsvater an, dass weder er noch seine Lebensgefährtin von einer Schwangerschaft gewusst hätten. Seine Freundin hätte starke Bauchschmerzen gehabt und deshalb auch Schmerzmittel genommen – aber an eine mögliche Schwangerschaft hätten beide nicht gedacht.

Der Mann hat bereits zwei Kinder. Es muss nun der Wahrheitsgehalt dieser Aussagen geprüft werden und auch ob er sich wegen unterlassener Hilfeleistung verantworten muss.

Und so geht es dem Baby:

Nach Angaben der Polizei war der frisch entbundene Junge in eine Wolldecke gehüllt, als er gefunden wurde – und dennoch stark unterkühlt. Er wurde mit einem Notarztwagen in ein Hamburger Krankenhaus eingeliefert. Sein Zustand hat sich inzwischen stabilisiert!

Die Ermittler gaben an, dass Spuren daraufhin deuteten, dass das Baby in direkter Nähe zum Fundort auf dem Fußweg zur Welt gebracht wurde.

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer fünfjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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