Arbeitslos nach Elternzeit: Dieser Papa bereut sie trotzdem nicht

Der berufliche Wiedereinstieg ist für viele Eltern holprig. Oft sind es die Mamas, die sich eine berufliche Auszeit nehmen, um sich um die Kinder zu kümmern. Immer häufiger nutzen jedoch auch Väter die Möglichkeit, Elternzeit zu nehmen. So auch Guy Patton, der fünf Jahre lang zu Hause blieb, um sich um seinen Sohn zu kümmern. Was er dabei nicht geahnt hatte: Wie schwer es werde würde, danach wieder beruflich Fuß zu fassen.

Niemals hätte Guy Patton sich vorstellen können, seinen Job aufzugeben, um Vollzeit-Vater zu sein. Zwanzig Jahre lang hatte er in den Medien gearbeitet und sich über seinen Job definiert. Seinem eigenen Vater sei er nie nahe gewesen. Seit seinem 15. Lebensjahr habe er gar keinen Kontakt mehr zu ihm gehabt. Doch als sein eigener Sohn Finn geboren wurde, sollte sich einiges für Guy ändern. Er und seine Frau stellten schnell fest, dass ihr Sohn in der Betreuung nicht glücklich war. Entsprechend litten auch die beiden Neu-Eltern unter der Situation. Glücklicherweise war die Familie finanziell so gut aufgestellt, dass sie (mit ein paar Einschränkungen) für eine gewisse Zeit auf ein zweites Gehalt verzichten konnten.

Guy entschied sich gegen seinen Job und für seinen Sohn

Also fällten die beiden eine mutige Entscheidung: Da seine Frau den sichereren Job hatte, kündigte Guy seinen, um sein Kind zu betreuen. Wie er Parents.com berichtete, sei er rückblickend täglich dankbar für diese Entscheidung. Die Zeit mit seinem Sohn habe ihn transformiert und ihm ganz neue Seiten an sich gezeigt: „Ich wurde inspiriert von Finns Offenheit und Kreativität.“ Guy fand eine Erfüllung in der neuen Rolle als „Vollzeit-Papa“, die er selbst nicht für möglich gehalten hätte. Auch seine Frau sei stolz auf die Veränderungen, die Guy durch die Zeit mit seinen Sohn zeige.

Guy genoss also die intensive Zeit, die er mit seinem Kind verbringen konnte in vollen Zügen. Doch mit Finns Schuleintritt wird es Zeit für den Papa, sich wieder in die Arbeitswelt zu wagen. Dabei macht er Erfahrungen, die wohl einigen Mamas bekannt vorkommen dürften. Allerdings wirkte es auf Guy so, als ob es bei Frauen eher akzeptiert werden würde, wenn sie eine „Kinderlücke“ im Lebenslauf haben. So stieß er immer wieder auf Unverständnis, wenn er seine berufliche Auszeit begründete. Denn während er sich um seinen Sohn gekümmert hatte, hatten seine männlichen Kollegen ihre Karrieren vorangetrieben. Trotz Guys Bemühungen, den Wert seiner Elternzeit für eine mögliche neue Position zu verdeutlichen, erhielt er nach fünf Monaten und unzähligen Bewerbungen lediglich eine Einladung zum Bewerbungsgespräch.

Keine Wertschätzung für seine Zeit als Vollzeit-Papa

Und endlich scheint es, als hätten seine Bemühungen Erfolg: Er bekommt einen Job als Assistenz beim Fernsehen. Zwar eine Einstiegsstelle zu einem Einstiegsgehalt, aber Guy ist optimistisch und freut sich auf die neue Herausforderung. Bis sich sein neuer Chef mit schlechten Nachrichten meldet: Budget-Kürzungen hätten dazu geführt, dass die Stelle gestrichen worden sei. Ein herber Rückschlag für den Vater, für den die Jobsuche nun von vorne beginnt.

„Finn und ich sind uns unglaublich nahe und ich empfinde Mitleid für Väter wie meinen eigenen, die eine solche Nähe nicht kennen. Um diese Beziehung aufzubauen, musste ich meine Stelle aufgeben und das ist es mir definitiv wert gewesen“, meint Guy. Trotzdem mache er sich Sorgen, was seine berufliche Zukunft betrifft. Jedoch möchte er die Hoffnung nicht aufgeben, dass er noch ein Unternehmen findet, das seine Lücke im Lebenslauf als Qualität erkennt. Schließlich habe ihm die Zeit mit seinem Sohn „Weisheit, Geduld und Empathie“ gelehrt, Eigenschaften, die auch einen guten Arbeitnehmer auszeichnen würden.

Lena Krause

Ich lebe mit meinem kleinen Hund Lasse in Hamburg und bin dort immer gerne im Grünen unterwegs.

Auch wenn ich selbst noch keine Mama bin, gehören Babys und Kinder zu meinem Leben dazu. Meine Freundinnen machen mir nämlich fleißig vor, wie das mit dem Mamasein funktioniert und ich komme als „Tante Lena“ zum Einsatz.

Seit ich denken kann, liebe ich es, zu schreiben – und bei Echte Mamas darf ich mich dabei auch noch mit dem schönsten Thema der Welt auseinandersetzen. Das passt einfach!

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