Ärzte nähen Siebenjähriger amputiertes Bein falsch herum an – mit Absicht

Eine Geschichte, bei der man zunächst denkt, dass so etwas doch niemals passieren darf: Einem Mädchen wird ein Bein amputiert. Und die Ärzte nähen es falsch herum wieder an. Mit purer Absicht –  und aus gutem Grunde. Denn wenn alles gut läuft, wird Amelia so schon bald wieder tanzen können.

Es begann alles im vergangenen Sommer mit einem geschwollenen Oberschenkel. Die Ärzte dachten zunächst, dass Amelia (7) aus der Nähe von Birmingham nur einen Bluterguss hätte. Aber nach einer Woche schwoll das Bein wieder an. Auf dem Röntgenbild wurde es dann sichtbar: Ein zehn Zentimeter großer Tumor war im Bein gewachsen. Weitere Untersuchungen zeigten, dass es Knochenkrebs war. Eine aggressive Form, die bald das ganze Bein angegriffen hätte.

Amelia war ein sehr fröhliches Mädchen, die regelmäßig schwimmen ging, Leichtathletik machte und gerne mit dem Fahrrad fuhr.

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Das alles ging jetzt plötzlich nicht mehr. Vor allem ihr großer Traum, das Tanzen, schien plötzlich unmöglich.

Sie bekam drei Chemotherapien, die den Krebs leider nicht besiegten. Deshalb beschlossen die Ärzte, ihr das Bein am Oberschenkel zu amputieren.

Doch das Bein war noch nicht verloren. Die Ärzte verkürzten es und befestigten es in einer weiteren Operation wieder am verbliebenen Rest des Oberschenkels. Allerdings verkehrt herum! Amelias Ferse war nun nach vorn gerichtet. Ihr Fuß nach hinten.

Was so unglaublich und… einfach fies… klingt, hat einen ganz einfachen Sinn:

Amelias Ferse wird später mal ihr neues Knie.

Sie bekommt eine Unterschenkel-Prothese, die sie sich auf den Fuß stülpen kann. So hat sie, wenn alles gut läuft, bald wieder zwei voll bewegliche Beine, mit denen es sich z. B. wunderbar tanzen lässt.

Bis jetzt sind die Knochen gut zusammen gewachsen. In etwa drei Monaten wird Amelia das Bein wieder belasten können. Nun sammeln die Eltern Geld für eine spezielle Prothese. Denn ein normales künstliches Bein würde Amelia nicht die Bewegungsfreiheit geben, die sie sich wünscht. Ihren großen Traum, das Tanzen, kann sie nur mit einer besonderen Sportler-Prothese schaffen. So wie der britische Leichtathlet und mehrmalige Paralympics-Sprint-Gewinner Jonnie Peacock, der in der englischen Ausgabe von „Lets dance“ (dort heißt es „Strictly come dancing“) tanzte.

„Die Leute fragen uns oft, wie wir das alles schaffen“, erzählt Amelias Mutter. „Wir schaffen es nur wegen Amelia. Sie gibt uns Eltern und der Familie die Kraft. Sie ist so positiv und mutig.“ Amelia möchte übrigens später die Welt bereisen und an den Paralympics teilnehmen.

Drücken wir ihr die Daumen, dass alle ihre Träume in Erfüllung gehen.

Julia Jung

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