8 Tipps, um Kinder vor Missbrauch zu schützen

Es ist die größte Angst aller Eltern: Dass ihre Kinder entführt und/oder missbraucht werden. Tatsächlich ist diese Gefahr real und jedes Jahr werden in Deutschland ungefähr 16.000 Fälle zur Anzeige gebracht. Darum ist es wichtig, mit Kindern darüber zu sprechen und ihnen zu vermitteln, wie sie sich im Ernstfall verhalten sollen.

Zahlreiche Organisationen haben sich dem Thema angenommen und geben Tipps, die Eltern helfen, ihre Kinder zu schützen. Wir haben acht davon zusammengefasst:

1. Über Gefühle sprechen:

Kinder müssen lernen, dass ihre Gefühle wichtig und richtig sind – positive wie negative. Sie sollen innerhalb der Familie darüber sprechen dürfen, wie sie sich fühlen, was sich richtig, falsch, komisch, gut anfühlt. Dabei hilft es, wenn Erwachsene als gutes Beispiel vorangehen und keine Geheimnisse aus ihren Gefühlen machen.

2. „Mein Körper gehört mir“: 

Schon kleine Kinder müssen selbst darüber bestimmen dürfen, wer ihren Körper anfasst und wie. Dazu gehören auch der Kuss von Oma und Opa oder das Sitzen auf Papas Schoß! Auch den Teller leer essen, obwohl man satt ist, oder die Aussage „Das tut doch gar nicht weh!“ bei Schmerzen vermittelt ein falsches Bild: Nämlich, dass Erwachsene besser über den Körper Bescheid wissen als das Kind selbst, dessen Gefühle falsch sind. Kinder, die diese Erfahrungen machen, sind leichte Opfer, da sie sich kaum wehren und gelernt haben, dass es normal ist, wenn ihr Körper nicht respektiert wird.

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3. Altersentsprechende Aufklärung:

Wichtig ist es, die Dinge beim Namen zu nennen und zu erklären, dass es nichts gibt, wofür man sich schämen müsste. Kinder dürfen Fragen stellen und erfahren, was sie wissen möchten.

4. Es gibt gute und schlechte Geheimnisse:

„Das ist unser Geheimnis“, ist ein Satz, den Täter oft benutzen. Sie bringen Kinder dazu, zu versprechen, sich niemandem anzuvertrauen. Eltern können gegensteuern, indem sie sie lehren, dass es nicht nur gute Geheimnisse wie Geburtstagsüberraschungen oder ähnliches gibt, sondern auch schlechte. Schlechte Geheimnisse sind die, die einen bedrücken, einem Kummer machen, Ekel oder Unwohlsein hervorrufen, oder von etwas handeln, das sich schlecht anfühlt.

5. „Geh nie mit Fremden mit“:

Klare Regeln helfen: Wer ist ein Fremder, wer nicht, unter welchen Umständen darf man mit wem mitgehen. Was nicht hilft ist das Sprechen von „bösen“ Menschen, denn die meisten Täter sind nicht böse, im Gegenteil. Sie sind ausgesprochen höflich und in Kinderaugen damit „gut“. Außerdem bieten sie oft Süßigkeiten an, wollen Hunde zeigen oder bitten um Hilfe – darüber sollten Kinder Bescheid wissen! Auch hier sollten die klaren Regeln gelten: Keine Geschenke von Fremden annehmen und nur Erwachsene helfen Erwachsenen! Auch über die Aussage, dass Mama und Papa einen Unfall hatten oder gerade nicht kommen können, sollte man mit den Kindern sprechen.

6. Unhöflichkeit und NEIN erlauben:

Es darf kein Tabu sein, gegenüber Erwachsenen auch mal unhöflich zu sein, auch im Alltag. Dass Kinder „Nein“ sagen dürfen, ist eine Lektion, die sie und die Erwachsenen in ihrem Umfeld lernen müssen. Nur wer Kindern einen eigenen Willen zugesteht, macht sie stark. Selbstvertrauen heißt auch, dass sich Kinder trauen, einem fremden Erwachsenen ein lautes „Gehen Sie weg“ entgegen zu brüllen.

7. Nur bei entsprechendem Alter und sicherem Weg dürfen Kinder alleine gehen:

Wenn sie zu Fuß unterwegs sind, können Kinder mit sechs bis acht Jahren langsam auch mal Wege alleine zurücklegen. Dafür muss das Kind verkehrssicher sein und wissen, wo es im Notfall um Hilfe bitten kann – bei Nachbarn, einem Kiosk oder einem Supermarkt.

8. Tägliche Erzählzeit:

Nur wer sich Zeit für sein Kind nimmt und ihm zuhört, kann aktiv an dessen Leben teilhaben. Wenn es normal ist, dass ein Kind seiner Mama/seinem Papa von seinen Alltagserlebnissen erzählt und erfährt, dass es ernst genommen wird, traut es sich eher, auch schwierige und merkwürdige Sachen preiszugeben.

Grundsätzlich gilt aber immer: Besteht ein Verdacht auf Missbrauch, dann ab zum Fachmann! Besonders, wenn ein Kind Schwierigkeiten hat, von sich aus zu erzählen, was es erlebt hat, dann sollten Eltern das respektieren. Statt ständig nachzufragen, ist es besser, einen spezialisierten Psychologen aufzusuchen, der sich dem Kind in dieser Sache annimmt.

Rebecca

Schon seit rund einer Dekade jongliere ich, mal mehr, mal weniger erfolgreich, das Dasein als Schreiberling und Mama. Diese zwei Pole machen mich aus und haben eines gemeinsam: emotionale Geschichten!

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