Leben

Er war schon ein „richtiges“ Baby: Mama veröffentlicht Fotos ihres Sohnes – er starb in der 14. SSW

Sharran Sutherland aus Missouri verlor ihren Sohn Miran in der 14. Schwangerschaftswoche.

Die Ärzte empfahlen ihr eine Ausschabung, aber die 40jährige entschied sich bewusst dazu, ihr Kind zu gebären. Am 23. April 2018 bekam sie also wehenfördernde Mittel, die den Geburtstagsvorgang auslösten. Miran kam zur Welt.

In der Daily Mail sagt Sharran: „Als ich ihn anschaute, ihn in meiner Hand hielt, sah, wie perfekt geformt er war, war ich hin und weg. Er hätte einfach nur weiterwachsen und sich weiter entwickeln müssen. Dieser Anblick hat mich umgehauen. Es war ein unglaubliches Gefühl, es ist schwer zu beschreiben.

Umso schlimmer war es für die 11fache Mama, dass die Ärzte ihr Kind als „medizinischen Abfall“ (!) bezeichneten und es in den USA nicht einmal offiziell als „Baby“ bezeichnet werden darf. Weil es vor der 20. Schwangerschaftswoche geboren wurde, ist Miran rein rechtlich „nur“ ein „Fötus“.

Wenn man noch nicht gezwungen war, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, kommt einem dieser Punkt vielleicht noch wie eine nichtige Wortklauberei vor. Sharran allerdings macht es wütend – unfassbar wütend und traurig, wie ihr Kind, dass sie so gerne lebend in ihre Arme geschlossen hätte, eiskalt klassifiziert wurde. Sie sagt: „Unsere Gesellschaft „enthumanisiert“ ungeborene Babys. Von einer Frau, die ein tot geborenes Baby hat, wird nicht erwartet, dass sie trauert. Aber warum darf sie nicht genauso trauern wie eine Mutter, deren Kind lebendig zur Welt gekommen ist und erst später starb?“

Um der Welt zu zeigen, wie menschlich ihr 14 Wochen alter „medizinischer Abfall“ aussah, veröffentlichten Sharran und ihr Mann Fotos von Milan. Darunter schrieb sie: „Wie kann jemand den Körper eines Babys verleugnen und ihn töten, und das auf eine derart schreckliche Art und Weise?“ Denn das ist ein zweites großes Anliegen von Sharran – Schwangere, die über eine Abtreibung nachdenken, umzustimmen.

Und tatsächlich: Auf den Fotos sieht man ein winziges, 26 Gramm leichtes, aber eindeutig erkennbares Baby. Es hat schon alles, was einen Menschen ausmacht: Arme, Beine, Hände mit Fingernägeln, Nase, Augen… Unvorstellbar. Berührend. Und aufrüttelnd.

Sharran und ihr Mann nahmen ihren Sohn mit nach Hause, um sich in aller Ruhe von ihm verabschieden zu können. Sie legten ihn in ihren Kühlschrank, damit die Verwesung nicht einsetzte. Immer und immer wieder nahmen sie ihr Baby in ihre Hände und betrachteten es, um sich seinen Anblick für immer in ihre Herzen einzuprägen.

Sie spürten, als der richtige Zeitpunkt für Mirans Beerdigung gekommen war. Nach etwa einer Woche zu Hause begruben sie den Kleinen in einem Blumentopf im Garten. Immer, wenn sie jetzt aus dem Fenster hinausschauen, sehen sie eine wunderschöne Pflanze wachsen – und wissen, dass sie ihr Kind behütet.

So drastisch und provokant Sharrans Fotos manch einem vielleicht auch vorkommen mögen – dass sie für das Thema sensibilisieren, wird sicher niemand abstreiten wollen. Sharran schreibt aktuell auf ihrer Facebook-Seite, dass sich bei ihr eine Frau gemeldet hatte, die ihren Termin zur Abtreibung am kommenden Tag gecancelt hätte.

Für Sharran waren diese Fotos wichtig und heilsam. Jede Mama, die ein Kind verliert, weiß am besten, was sie braucht. Wie findet ihr die Fotos? War euch bewusst, dass ein Baby in der 14. Schwangerschaftswoche wirklich schon sooo menschlich aussieht?