Leben

Babys sind echte Wunder! Und diese 5 Dinge beweisen es:

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Ach ja, unsere süßen kleinen Wonneproppen. Glucksen, prusten, weinen, lächeln und sind einfach supersüß. Wir meinen, dass wir sie in- und auswendig  kennen, und lieben jeden Zentimeter an diesen kleinen Wundern.

Aber, hallo, auch wenn wir es kaum glauben: Jedes Baby hat ein paar kleine „Geheimnisse“, von denen wir Mamas wahrscheinlich noch nie was gehört haben. 

Und dazu gehören:

1. Babys haben mehr Knochen als Erwachsene

Wir haben 206 Knochen in unserem Körper. Fast die Hälfte davon befindet sich in unseren Armen und Beinen, wo besonders filigrane Exemplare, verbunden durch Gelenke, unsere feine Beweglichkeit ermöglichen. Aber: Babys haben noch rund 100 Knochen mehr! In diesem kleinen Körper? Wie kann das sein?

Experten mildern diese Aussage ein wenig ab. Es ist nämlich so, dass es sich bei Babys vielmehr um Knochenteile handelt, die noch nicht zusammengewachsen sind. Zählt man nun diese Einzelteile, kommt man natürlich auf die Summe von 300. Warum das so ist? Das beste Beispiel sind hier die Schädelknochen. Die Lücken zwischen den Knochen können wir als Fontanellen fühlen. Sie ermöglichen die Geburt (der relativ große Kopf muss durch den engen Geburtskanal) und das Wachstum des Gehirns. Nach und nach verschmelzen dann die Knochen mit benachbarten Teilen.

2. Babys können gleichzeitig schlucken und atmen

Bei uns Erwachsenen laufen im Rachenraum vier Kanäle zusammen: Nase und Mund (Eingänge) sowie Speise- und Luftröhre (Ausgänge). Funktioniert die Zuordnung als Ein- oder Ausgang nicht, geraten wir in Panik: Wir verschlucken uns, Essen gerät in die Luftröhre… Urgs! Wenn wir essen, passiert zum Glück meistens ganz viel automatisch: Die Zunge transportiert den Bissen nach hinten. Unser Gaumensegel verschließt den Kanal zur Nase, der Kehlkopf wird durch die Stimmlippen verschlossen und der Kehldeckel deckt die Luftröhre ab. Erst dann öffnet sich der Schließmuskel der Speiseröhre und unser Essen geht seinen Weg.

Dieses ganze Brimborium ist nötig, damit wir sprechen können. Das klappt nämlich nur, weil unser Kehlkopf relativ tief liegt. Um nun endlich zurück zu den Hauptakteuren dieses Textes zu kommen: Beim Baby liegt die Öffnung des Kehlkopfes höher als der Eingang zum Magen. So kann es gleichzeitig die Nase mit der Luft- und den Mund mit der Speiseröhre verbinden. Und das nutzt der Säugling, er atmet, während er an der Brust oder der Flasche nuckelt. Für den absolut stressfreien Genuss in den ersten Lebensmonaten! Schon nach drei Monaten senkt sich der Kehlkopf allmählich ab. Das Baby ist anatomisch (!) bereit zum Sprechenlernen – und kann jetzt auch anfangen, zu schnarchen.

3. Babys erkennen Rhythmen

Unsere Kleinen mögen Musik, das merken wir ziemlich schnell. Ungarische Wissenschaftler haben aber herausgefunden, dass Kinder sehr schnell nach ihrer Geburt sogar in der Lage sind, Rhythmen zu erkennen. Sie spielten schlafenden Neugeborenen ein Klangensemble aus Trommel, Bass und dem Hi Hat (Beckenpaar) eines Schlagzeugs vor. Währenddessen konnten sie messen, wie das Gehirn der Kleinen auf die Rhythmen reagierte. Dann ließen sie einzelne Schläge weg, die den Rhythmus prägten – und die Babys reagierten mit einer veränderten Hirnaktivität.

Die Wissenschaftler interpretierten es so, dass die Kinder den gewohnten Rhythmus erwarteten und von dem neuen quasi „enttäuscht“ waren. Sie schlossen aus diesen Untersuchungen, dass die Fähigkeit, Rhythmen zu erkennen, angeboren sein muss und in den Genen liegt.

4. Babys wissen, was moralisch ist

Eine Studie der Universität Yale legt nahe, dass moralische Vorstellungen nicht rein anerzogen sind, sondern Babys von Geburt an Handlungen in Sachen Moral einordnen können. In einem Experiment wurden wenigen Monate alten Babys mehrmals das gleiche Puppenspiel gezeigt: Ein roter Ball versucht darin, einen Hügel zu erklimmen. Ein gelbes Dreieck unterstützt ihn, indem es ihn von hinten anschiebt. Ab und zu kommt aber ein blaues Quadrat, das den Ball wieder herunterzwingt. Nach sechs Durchläufen wurden den Babys die Spielzeuge hingelegt. 80 Prozent der Säuglinge griff sofort zum gelben Dreieck – der hilfsbereiten Figur.

Ein ähnliches Experiment wurde mit einem Stoffhund durchgeführt, der versucht, eine Kiste zu öffnen und dabei von einem Teddy unterstützt und von einem anderen gehindert wird – mit quasi demselben Ergebnis. Auch, wenn einige Wissenschaftler die Interpretation dieses Experiments anzweifeln, ist sich Studienleiter Paul Bloom sicher: „Eine wachsende Zahl von Beweisen legt nahe, dass Menschen von Beginn an einen rudimentären moralischen Sinn haben. Mit Hilfe von gut konzipierten Experimenten können sie schon im ersten Jahr des Lebens Schimmer von moralischem Denken, moralischen Urteilen und moralischen Gefühlen sehen. Ein gewisser Sinn von Gut und Böse scheint uns in den Knochen zu stecken.

5. Babys können Sprachen erkennen

Nie wieder lernt der Mensch Sprachen so leicht wie als kleines Kind. Aber warum kommen Babys, die zweisprachig aufwachsen, eigentlich nicht durcheinander? Studien haben gezeigt: Sie können bereits die Laut– und Rhythmus-​Unterschiede verschiedener Sprachen wahrnehmen und unterscheiden. Deshalb fällt es ihnen auch schwerer, Sprachen zu unterscheiden, die einen sehr ähnlichen Rhythmus haben. Sprachen, die sich im Rhythmus kaum von ihrer Muttersprache unterscheiden, können einsprachig aufwachsende Babys deshalb auch erst  (naja, erst…) nach rund fünf Monaten unterscheiden. Zweisprachig aufwachsende Kinder dagegen schon mit vier Monaten – Übung macht den Meister.

Betonungen sind also eine sehr wichtige Eigenschaft von Sprache, die Babys sehr früh erkennen. Und das hilft ihnen tatsächlich, schon vor dem Sprechen verschiedene Sprachen voneinander zu unterscheiden.

Tja, wir wussten ja schon immer, dass Babys wundervoll sind. Aber diese Infos – die machen sie doch zu echten kleinen Wundern, oder?