Schwanger

Süchtig nach Schwangerschaftstests? Warum du kein Einzelfall bist

Foto: Bigstock

Wartest du gerade darauf, bis du zum Arzt kannst und deine Schwangerschaft offiziell bestätigen lassen kannst? Da bist du nicht die Einzige. Millionen anderer Frauen sind ebenfalls in der Warteschleife.

Doch diese verbringen sie anscheinend nicht ruhig wartend, sondern ganz schön aktiv:

Laut einer Umfrage wiederholen ganze 62 Prozent aller Schwangeren den Schwangerschaftstest, obwohl sie bereits ein positives Ergebnis hatten.

Der Grund: Sie sorgten sich um die Gesundheit des Ungeborenen und befürchteten, dass das erste Testergebnis falsch sein könnte. Im Durchschnitt führen Frauen sechs Schwangerschaftstests durch, um sicher zu gehen, dass sie tatsächlich in freudiger Erwartung sind – und geben dafür einen zweistelligen Betrag aus.

Sieben Prozent aller werdenden Mamas machten sogar zehn Tests und eine aus 20 gab zu, sogar 16 Mal getestet zu haben, bevor sie das Ergebnis endgültig akzeptierte.

Die Studie, die an 1435 britischen Müttern durchgeführt wurde, fand außerdem heraus, dass ein Zwölftel aller Schwangeren dermaßen besessen von Schwangerschaftstests sind, dass sie bis zur ärztlichen Vorsorgeuntersuchung in der 12. Schwangerschaftswoche kontinuierlich weitertesteten.

Laut Independent sagte Siobhan Freegard, Gründerin der Seite ChannelMum.com:

„Süchtig nach Schwangerschaftstests zu sein, mag sonderbar erscheinen, aber es trifft auf den Großteil aller Mütter zu. Das positive Ergebnis löst bei werdenden Müttern immer wieder Begeisterung aus und hilft außerdem denjenigen, die wegen ihrer bevorstehenden Schwangerschaft noch nervös sind.

Nichtsdestotrotz sollte man nicht von wiederholten Tests abhängig werden, denn sie sind teuer und unnötig. Wir hörten von Müttern, die bis zu fünf Mal täglich einen Schwangerschaftstest machten, um sicher zu gehen, dass sie immer noch schwanger sind. Also, wer so ängstlich ist, sollte sich professionelle Unterstützung holen.”

Mehr als vier von zehn werdenden Müttern gaben auch an, dass sie spezielle und teure Früherkennungstests nutzten, um fünf Tage früher ein Ergebnis zu bekommen als mit den üblichen Schwangerschaftstests.

Frauen, die süchtig nach Schwangerschaftstests sind, nennt man im Englischen auch “pee-on-a-stick” oder „POAS”-Abhängige. Diese Frauen geben ein Vermögen für Schwangerschaftstests aus und posten Bilder ihrer Ergebnisse in Internet-Foren.

Manchmal posten sie sogar per Livestream ihren Test auf Facebook oder laden bei YouTube ein Video hoch. Peestickparadise.com und die Facebook-Gruppe „All About Pregnancy Tests” sind auch beliebte Seiten bei den „POAS”.

Dieser Drang, sich mitzuteilen, wirkt sich auch folgendermaßen aus: Laut Umfrage stellte sich heraus, dass nur 26 Prozent der Schwangeren bis zur Vorsorgeuntersuchung in der 12. Woche warten, um die freudige Nachricht zu verkünden. Trotz der hohen Fehlgeburtsrate in den den ersten 12 Schwangerschaftswochen gab ein Drittel der Befragten an, ihren Freunden und ihrer Familie bereits beim ersten positiven Test von ihrer Schwangerschaft erzählen zu haben. Sogar die Hälfte der werdenden Mütter offenbarten in der siebten Schwangerschaftswoche ihre Neuigkeiten.

Die werdenden Mamas verändern auch radikal die Art und Weise, wie sie ihre Schwangerschaft verkünden: Drei von fünf Frauen posten ihre freudige Nachricht in sozialen Netzwerken wie Facebook, anstatt sie persönlich mitzuteilen. Snapchat und Whatsapp sind ebenfalls beliebte Kanäle für werdende Mütter, 20 Prozent der Befragten wählten diesen Weg.

47 Prozent der werdenden Müttern wurden dabei allerdings mit negativen Kommentaren konfrontiert, als sie ihre Schwangerschaft bekanntgaben. Zu den häufigsten Kommentaren gehörten Sätze wie „War es geplant?”, „Hast du nicht schon genug Kinder?” oder die charmante Frage „Wer ist der Vater?”. 18 Prozent der Befragten wurde kritisiert, dass sie zu jung seien und eine von 50, dass sie zu alt sei.

Wenig überraschend: Die meisten negativen Kommentare erhielten die werdenden Mamas von Fremden. Deshalb macht es Sinn, solche Nachrichten nur an seine Freunde oder in geschlossenen Gruppen zu posten.