Leben

6 Fragen, die man einer Single-Mama nicht stellen sollte

Foto: Tanja Heffner / Unsplash

Gründe, warum eine Mutter ihr Kind ohne Partner großzieht, gibt es viele. Man darf allerdings davon ausgehen, dass es sich der größte Teil der Single-Moms nicht ausgesucht hat, alleine für ihr Baby verantwortlich zu sein und den Alltag ohne Unterstützung zu meistern.

Das letzte, was eine Alleinerziehende darum braucht, sind nervige Fragen oder Kommentare, die man als solche aber leider ständig gestellt bekommt.

Darum hier eine gut gemeinte Liste mit all jenen Dingen, die eine Single-Mama NICHT hören will.

  1. Ist es schwer, alleinerziehend zu sein?

„Nö, quatsch. Total easy. Mach ich mit links.“ Im Ernst?! Warum kommt eigentlich in jedem Gespräch mit anderen Mamas diese Frage? Jede Mutter weiß doch, wie schwer es sein kann, sich um den Nachwuchs zu kümmern und dass es Tage gibt, an denen man einfach nur noch heulen könnte.

Bei uns Alleinerziehenden ist das nicht anders – nur, dass wir niemanden haben, der uns dann in den Arm nimmt oder das Kind mal für zwei Stunden bespaßt, uns etwas zu essen macht oder uns auf die Schulter klopft, weil wir den Tag gemeistert haben, ohne durchzudrehen. Also bitte – stellt diese Frage nicht, ihr kennt die Antwort. Bessere Frage: Darf ich dich auf einen Kaffee einladen? Denn Kaffee ist das, wovon Alleinerziehende quasi leben.

  1. Wo ist der Papa?

Meistens lautet die Antwort auf diese Frage: Keine Ahnung. Wisst ihr denn immer, wo eure Männer jetzt gerade sind? Wohl kaum. Und bestimmt wisst ihr schon gar nicht, wo eure Ex-Männer sich so rumtreiben. Alleinerziehende wissen es auch nicht. Außerdem wollen wir nicht ständig an unseren Ex erinnert werden, ganz abgesehen von dem schalen Beigeschmack von „Du allein bist nicht genug für dein Kind“, den diese Frage hinterlässt.

  1. Findest du nicht, dass dein Kind noch zu klein ist, um es so lange in die Krippe zu geben?

Was um alles in der Welt geht in den Köpfen von Menschen vor, die einer Alleinerziehenden diese Frage stellen? Wohin soll mein Kind denn sonst hin, ich arbeiten gehe oder den Haushalt wuppen muss?

  1. Kannst du heute Abend nicht auf einen Sprung vorbeikommen?

Soziale Kontakte zu halten ist mit Kind UND Mann schon schwierig genug. Mit Kind ohne Mann ist es schier unmöglich, und zwar genau deswegen. Mädels-Abend mal spontan, das ist definitiv nicht mehr drin. Jeder freie Abend braucht mindestens (!) ein bis zwei Tage Vorlauf, um einen Babysitter zu organisieren, der meistens nach Stunden bezahlt wird.

Ganz entspannt und lange weg bleiben ist darum schwierig, mehr als ein Gläschen Wein zu trinken auch, schließlich kann es jederzeit passieren, dass das Kind unter Tränen aufwacht und der Babysitter als Tröster nicht reicht.

  1. Mein Mann ist oft auf Geschäftsreise. Ich kann also gut nachvollziehen, wie es ist, alleinerziehend zu sein.

Es hat sich offenbar noch nicht überall herumgesprochen, aber nein, das ist absolut kein Vergleich. Es sei denn, der Mann ist immer auf Geschäftsreise, wochenlang und auch nicht telefonisch oder sonstwie erreichbar. Alleinerziehend bedeutet nicht, dass man die Tage an einer Hand abzählen kann, nach denen wieder jemand da ist, mit dem man sich Haushalt, Kinder und Verantwortung teilen kann.
Alleinerziehend bedeutet, dass man nie genug Schlaf bekommt, immer alleine entscheidet, ob das fiebrige Kind in die Notaufnahme muss, auch nächste und übernächste und überübernächste Woche nicht alleine aufs Klo kann, ohne dass jemand schreit.

  1. Warum tust du dir nicht mal selbst etwas Gutes, etwas nur für dich? Gehst mal wieder in die Sauna oder du machst einen Tanzkurs?

Selbes Problem wie beim Mädels-Abend: Babysitter will ja auch bezahlt werden und selbst beim Sich-selbst-etwas-Gutes-tun können wir nicht wirklich abschalten, da man der alleinige Ansprechpartner ist, wenn dem Kind in der Zeit etwas zustoßen sollte – und sei es „nur“ ein verdorbener Magen. Und das Handy überlebt die Sauna bestimmt nicht…