Toxoplasmose in der Schwangerschaft: „Mir ist es wirklich passiert!“

„Kein Mett in der Schwangerschaft. Keinen rohen Fisch, nicht alle Käsesorten. Boah, wie sie mir auf die Nerven gingen, all diese Ratschläge!

Ich wurde mit ihnen bombardiert, als ich schwanger war. Sie begegneten mir in jedem Ratgeber und wenn ich die Verbote und Warnungen dann erfolgreich überblättert hatte, wurden sie mir garantiert ungefragt von Freundinnen um die Ohren geknallt.

Nicht falsch verstehen, mir war natürlich ganz und gar nicht egal, was mit meinem kleinen Bauchbewohner passierte! Ich trank NATÜRLICH keinen Schluck Alkohol, ich hob nicht schwer, ich gönnte mir viel Ruhe… Aber diese Ansagen mit dem Essen, die kamen mir albern vor. Wie wahrscheinlich sollte es denn sein, dass irgendwelche Keime und Bakterien in meinem Essen wären?

Und ich hatte tatsächlich auch noch nie vom jemandem gehört, der dadurch in seiner Schwangerschaft erkrankt war.

Daher aß ich auch nach meinem positiven Schwangerschaftstest, worauf ich Lust hatte. Ja, auch Sushi, Käse und Carpaccio. Nicht in Massen, weniger als vor der Schwangerschaft. Aber doch regelmäßig.

In den ersten Wochen meiner Schwangerschaft fühlte ich mich auf einmal nicht gut. Ich hatte einen grippalen Infekt, so dachte ich, und als ich auch noch leichtes Fieber bekam, suchte ich meinen Frauenarzt auf. Er war total unaufgeregt, ein kleiner Infekt würde meinem Baby nichts anhaben können.

Was soll ich sagen, zum Glück war mein Arzt nicht nur unaufgeregt, sondern auch gewissenhaft. Er fragte mich im Nebensatz, ob ich denn rohe Produkte oder ähnliches gegessen hätte… Als ich das bejahte, sagte er, dass er mir etwas Blut abnehmen würde, nur zur Sicherheit.

Am Tag darauf rief er mich an und bestellte mich erneut in die Praxis. Tatsächlich hatte ich eine Toxoplasmose. Das durfte doch nicht wahr sein, oder!?

Auch der Arzt sagte, dass das wirklich selten passierte. ,Auch, weil die meisten Frauen aufpassen, was sie essen!‘ (dank für den unnötigen Seitenhieb), aber auch so. Im Übrigen erfuhr ich hinterher, dass es auch sehr wahrscheinlich war, dass ich die Infektion durch meine Katze bekommen habe. Aber ich wohl nie erfahren, von wo aus die Parasiten auf mich übergegangen waren.

Na, egal – ich hatte nun das Pech, dass es wahr geworden war. Mein Arzt erklärte mir, dass die Parasiten auch meinen Baby schaden könnten – von starken Schäden verschiedener Organe bis hin zur Fehlgeburt. Klar, da bekam ich endgültig Panik.

Ich bekam Antibiotika. Und betete, dass ich die Parasiten nicht an meinen ungeborenen Schatz weitergeben würde. Mein Arzt klärte mich darüber auf, wie mein Baby behandelt werden würde, wenn es sich anstecken und dann zur Welt kommen würde. Das war natürlich keine schöne Vorstellung.

Durch die Medikamente ging es mir schneller besser, die Sorge um mein Baby blieb.

Nach einiger Zeit aber wurde eine Fruchtwasseruntersuchung gemacht. Und wie durch ein Wunder hatte sich mein kleiner Junge scheinbar nicht angesteckt. Dass ich noch so früh in der Schwangerschaft war, hatte mir hierbei wohl in die Karten gespielt, erklärte man mir.

Als er einen Tag alt war, wurde er im Krankenhaus noch einmal ,auf den Kopf`gestellt, um seine Augen, sein Blut, sein Gehirn und seine Organe noch einmal genauer zu untersuchen. Dieser Tag war genauso schlimm wie die Angst, die meine Schwangerschaft nach der Diagnose überschattet hatte. Doch ich hatte großen, großes Glück.

Inzwischen halte ich ein kerngesundes Kind in den Armen. Diese Angst, die ich hatte, die werde ich aber nie mehr vergessen.

Deswegen gehöre auch ich jetzt zu denjenigen, die Schwangere nerven: Behaltet die Risiken im Auge! Denn ja, es ist unwahrscheinlich, ausgerechnet in der Schwangerschaft eine Toxoplasmose zum ersten Mal ( denn nur dann ist das Ganze so gefährlich) zu bekommen. Es ist aber eben auch ganz und gar nicht ausgeschlossen. Und es ist so einfach, sein Risiko zumindest deutlich zu minimieren.

Glaubt mir bitte, ein paar Monate lang auf ein paar Dinge zu verzichten  – das ist nichts im Gegensatz zu den Sorgen, die man sich im Fall der Fälle macht.


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Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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