Schulprojekt: Teenies sind entsetzt, wie „anstrengend“ Babys sind

Ach ja, Teenager: Wer erinnert sich nicht an diese Zeit, in der die meisten von uns dachten, schon ziemlich genau zu wissen, wie das Leben läuft – aber in Wahrheit einfach mal gar keinen Plan hatten. Verantwortung? Ein Fremdwort für die meisten Pubertierenden.

Eine Schule in Kanada versucht ihren Teenager-Schülern lebenswichtige Lektionen zu erteilen. Deswegen gibt es unter anderem ein Baby-Projekt, bei dem die Teens lernen sollen, sich verantwortungsvoll um ein Kind zu kümmern – und vielleicht auch, um ihnen das Thema Verhütung ein wenig schmackhafter zu machen…

Die lebensechten Babypuppen brachten schon so manchen Schülern zur Verzweiflung. Die teils lustigen, teils irritierenden Unterrichtsergebnisse hat die Schule über ihre Facebook-Seite geteilt und trägt damit zur Erheiterung wissender Eltern bei.

Ein Kind großzuziehen ist eine der ganz großen Aufgaben, der wir uns in unserem Leben stellen können. Dass das alles andere als leicht ist, die Erfahrungen machten auch die Schüler einer High School in Kanada – mit ziemlich unterhaltsamen Ergebnissen. Die Teenager waren dazu angehalten, ihr Fake-Baby auch über das Wochenende mit nach Hause zu nehmen und sich zu kümmern. Bei Fragen konnten sie ihrer Lehrerin per Chat schreiben. Die Schule ließ es sich  nicht nehmen, einige der Fragen der überforderten Teenager zu veröffentlichen.

Kann ich das Baby in meine Schultasche packen?

Einfach morgens vor der Schule die Tasche auf, Schulbrot, Block und Federmappe eingepackt und oben drauf noch schnell das Baby reingelegt – Reissverschluss zu und los geht’s! So oder so ähnlich schien das zumindest ein Schüler einzuschätzen, der seine Lehrerin tatsächlich fragte, ob es okay wäre, das Baby für den Schulweg in seine Schultasche zu stopfen. Was er dabei nicht bedachte: Echte Babys sollten atmen können und sind ganz und gar nicht glücklich, wenn sie in eine enge Tasche gestopft werden. Die Antwort der Lehrerin fiel entsprechend ebenso knapp wie entschieden aus: „No!“

Möglicherweise bin ich mit dem Baby die Treppe runtergefallen

Oh Gott, die Angst vieler Neu-Eltern, mit dem Kind auf dem Arm eine Treppe herunterzufallen, ist riesig. Genau das ist offenbar einer Schülerin mit ihrem Fake-Baby Lucy passiert. Allzu sehr bekümmern scheint sie das aber nicht, auf die besorgte Nachfrage der Lehrerin, antwortet der Teenager lediglich: „Es gibt gute und schlechte Neuigkeiten. Sie hat gerade ein Geräusch gemacht, Lucy ist also nicht tot.“

Ich brauche Zeit für mich und es hört nicht auf zu weinen

Ja, Babys weinen, manchmal stundenlang. In dieser Zeit müssen ihre Eltern bedingungslos für sie da sein und ihre eigenen Bedürfnisse hintenanstellen. Etwas, was besonders Teenagern schwer fällt. Das zeigt auch die gestresste Nachricht eines Schülers: „Ich brauche wirklich meine Ruhe. Das Baby weint seit einer Stunde und ich habe alles versucht.“ Auf die Antwort seiner Lehrerin, dass dies nicht so einfach möglich sei, fragt er panisch nach, ob er die Puppe nicht einfach am Samstag ausschalten könnte, so dass er Sonntag seine Ruhe hätte. Ähm ja, da scheint jemand noch nicht ganz verstanden zu haben, wie Elternschaft funktioniert.

Kannst du bitte mein Kind zum Schweigen bringen?

Verzweifelt scheint auch ein Schüler, der seine Lehrerin gleich zweimal fragt, ob sie BITTE das Kind zum Schweigen bringen könnte. Leider kann sie das nicht, sie gibt den Tipp, dass er sich Hilfe holen solle mit dem Baby, wenn er nicht mehr weiter wisse. Ein guter Tipp, den auch Eltern von echten Babys beherzigen sollten.

Wie man dem Facebook-Post der Schule entnehmen kann, sind am Montag letztendlich alle Babypuppen in die Schule zurückgekehrt und das immerhin äußerlich unversehrt. An der High School wird das Baby-Experiment regelmäßig durchgeführt, um den Jugendlichen einen Eindruck davon zu vermitteln, wie es ist, Eltern zu sein.

Und tatsächlich: Manche der Fragen lassen erahnen, dass die Teenager tatsächlich eine Ahnung davon bekommen haben, wie es ist, rund um die Uhr für ein Baby verantwortlich zu sein, oder?

Lena Krause

Als Wahlhamburgerin könnte ich mir keine schönere Stadt vorstellen, um dort zu leben. Gemeinsam mit meinem kleinen Hund Lasse bin ich gerne im Grünen unterwegs und erkunde die vielen, tollen Ecken Hamburgs. Das Schreiben hat mir schon immer Spaß gemacht und deswegen war für mich schnell klar, dass ich diese Leidenschaft zum Beruf machen möchte.

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