Schluckauf beim Baby: Diese Tipps helfen!

Warum kommt ein Schluckauf bei Babys so häufig vor? Muss ich mir dann Sorgen machen? Um dir die Angst gleich einmal zu nehmen: Nein, musst du nicht! Auch wenn wir Erwachsene es bei uns eher als störend oder nervig empfinden, nehmen manche Babys ihr Hicksen gar nicht wirklich wahr. Es gibt sogar gute Gründe, warum Schluckauf bei den Kleinen wichtig ist. Sollte sich dein Baby aber doch spürbar vom dauernden Hicksen gestört fühlen, gibt es ein paar sanfte Methoden, die helfen.

1. Schluckauf beim Baby: Was sind die Ursachen?

Schluckauf wird durch eine Kontraktion des Zwerchfells und das schnelle Schließen der Stimmbänder verursacht. Das schnelle Schließen der Stimmbänder ist es, was das Geräusch des Schluckaufs erzeugt. Schluckauf tritt bei Babys genauso wie bei Erwachsenen auf. Tatsächlich können viele Babys einen Schluckauf durchschlafen, ohne davon gestört zu werden, und der Schluckauf hat nur selten Auswirkungen auf die Atmung des Babys.

Eine Studie aus dem Jahr 2019 deutet sogar darauf hin, dass Schluckauf wichtig für die Entwicklung des Gehirns und der Atmung des Babys sein kann. Schluckauf bei Säuglingen ist wahrscheinlich ein weiteres Entwicklungsinstrument – und eines der frühesten, die sie im Mutterleib entwickeln.

Wenn dein Baby häufig Schluckauf hat, kann das folgende Ursachen haben:

1. Unreife des Zwerchfells

Bei einem Schluckauf zieht sich das Zwerchfell reflexartig zusammen. Das passiert bei Babys ziemlich häufig, weil die Muskulatur ihres Zwerchfells noch nicht ausgereift ist. Diese unterstützt beim Menschen die Atmung – und beim Baby ist sie noch im Anpassungs- oder Übungsprozess. Deswegen zieht sie sich öfter unregelmäßig zusammen.

2. Schutz vorm Ersticken

Wenn dein Baby beim Stillen beziehungsweise Trinken aus der Flasche einatmet und sich gleichzeitig der Kehlkopfdeckel schließt – dann steckt die eingeatmete Luft fest und muss irgendwie raus. Deswegen gibt es einen großen Hickser. Dieser Reflex bewahrt dein Kind davor, dass versehentlich Muttermilch in der Lunge statt im Magen landet!

3. Voller Magen

Wird der Magen durch eine Milchmahlzeit gedehnt, wird der Phrenicus-Nerv am Zwerchfell gereizt. Manchmal erschrecken sich Babys dadurch, hicksen und würgen dabei ab und zu auch etwas Milch hoch.

4. Kältereize

Eine weitere Ursache für einen Schluckauf kann ein Kältereiz sein, beispielsweise beim Ausziehen oder an der kalten Luft.

2. Ist Schluckauf beim Baby gefährlich?

Ganz und gar nicht. Er schützt dein Baby beispielsweise vor dem Verschlucken. Ein Schluckauf ist auch nichts Ungewöhnliches oder Schmerzhaftes. Es kann sogar sein, dass dein Baby es gar nicht wirklich merkt und in Ruhe schläft. Natürlich gibt es aber auch Babys, die unruhig werden oder sich gestört fühlen. Es gibt einige Tipps, wie du deinem Baby helfen kannst, seinen Schluckauf loszuwerden.

3. Tipps gegen den Schluckauf beim Baby

Wenn dein Baby sich beim Schluckauf unwohl fühlt, können folgende Tipps helfen:

1. Bäuerchen

Nach jeder Mahlzeit solltest du dein Baby auf den Arm nehmen und ihm sanft auf den Rücken klopfen. So hilfst du ihm ein Bäuerchen zu machen, was überschüssige Luft nach außen befördert.

2. Schnuller oder Stillen

Schluckauf bei Säuglingen beginnt nicht immer mit dem Füttern. Denn nicht immer ist der Rückfluss des Mageninhaltes für Schluckauf verantwortlich. Lass dein Baby in solchen Fällen an einem Schnuller saugen oder biete ihm die Brust an. Das Saugen entspannt das Zwerchfell und hilft, den Schluckauf zu stoppen.

3. Wärme

Wie oben schon erwähnt, kann dein Schatz auch einen Schluckauf bekommen, wenn ihm beim Wickeln zu kalt ist. Deshalb ist es beispielsweise auch nützlich, eine Wärmelampe am Wickeltisch zu haben. Ob deinem Kind kalt ist, kannst du auch am Nacken spüren. Ist er warm, ist alles gut. Bei Kälte kann auch ein warmes Kirschkernkissen auf dem Bauch helfen. Achte aber bitte darauf, dass es nicht zu warm ist.

3. Fußmassage

Eine Fußmassage ist ebenfalls eine gute Idee. Dadurch entspannt sich dein Baby, und somit auch sein Zwerchfell.

Eine Fußmassage ist ein super Tipp, wenn du deinem Baby dabei helfen willst, seinen Schluckauf loszuwerden.

Eine Fußmassage ist ein super Tipp, wenn du deinem Baby dabei helfen willst, seinen Schluckauf loszuwerden. Foto: Bigstock

4. Ein Schluck Milch (oder Wasser)

Auch ein Schluck Milch kann dafür sorgen, dass das Hicksen aufhört. Mit Wasser bitte vorsichtig sein. Davon sollte dein Kind erst einen Schluck trinken, wenn es im richtigen Alter ist, also ab dem siebten Lebensmonat.

5. Ins Gesicht pusten

Eine weitere Methode, die Abhilfe verschafft, ist, wenn du deinem Baby vorsichtig (!) ins Gesicht pustest. Dadurch verändert es seinen Atemrhythmus und das Zwerchfell entspannt sich wieder.

6. Zum Lachen bringen

Auch durch das Lachen wird dein Baby in einen anderen Atemrhythmus verfallen und sehr wahrscheinlich wird sein Schluckauf aufhören.

7. Kuscheln, kuscheln, kuscheln

Entspannung hilft die Muskulatur zu lösen. Nimm dein Baby also in den Arm und wiege es hin und her. Häufig reicht die körperliche Nähe zu der Bezugsperson bereits aus und der Schluckauf vergeht ganz schnell von selbst.

4. Absolute No-Gos, wenn Schluckauf beim Baby auftritt

In erster Linie ist es wichtig, dass du keine Tricks ausprobierst, die bei uns Erwachsenen verwendet werden, denn das könnte gefährlich werden. Auf keinen Fall solltest du dein Baby erschrecken, da es bei ihm Angstzustände auslöst. Es kommt auch nicht in Frage, ihm die Nase zuzuhalten.

Und wenn die oben genannten Tipps nicht funktionieren, warte einfach ab. Ein unkomplizierter Schluckauf verschwindet in der Regel wieder von selbst. Trage dein Baby einfach ein bisschen durch die Gegend und tröste es. Das reicht meist schon aus.

5. Schluckauf beim Baby vorbeugen

Es gibt ein paar Möglichkeiten, Schluckauf zu verhindern. Am besten probierst du aus, welche bei deinem Baby funktionieren – eine Garantie gibt es allerdings nicht.

Achte darauf, dass dein Baby ruhig ist, wenn du es fütterst. Das bedeutet, dass du nicht wartest, bis dein Baby so hungrig ist, dass es aufgeregt ist und weint, bevor es gefüttert wird. Vermeide nach dem Füttern starke Aktivitäten mit deinem Baby, wie z.B. Auf- und Abhüpfen oder energiereiches Spielen. Halte dein Baby nach jeder Mahlzeit für 20 bis 30 Minuten in einer aufrechten Position.

6. Wann solltest du dir Sorgen machen, wenn dein Kind Schluckauf hat?

Schluckauf ist bei Babys ganz normal. Wenn dein Schatz jedoch häufig Schluckauf bekommt und dabei auch noch aufgeregt oder unruhig ist, ist es eine gute Idee, mit deinem Kinderarzt zu sprechen. Das gilt auch für den Fall, dass der Schluckauf deines Babys den Schlaf stört oder wenn der Schluckauf auch nach dem ersten Geburtstag deines Kindes noch häufig auftritt. In seltenen Fällen können auch andere medizinische Ursachen dahinterstecken.

7. Wusstest du schon, dass Babys bereits im Bauch hicksen?

Meist bemerkst du die ersten Hickser ab der 25. Schwangerschaftswoche. Aber ein Schluckauf ist schon ab der neunten Schwangerschaftswoche möglich. Für dein Baby ist das in etwa ein Atemtraining, denn mit einem Schluckauf simuliert dein Baby im Bauch den natürlichen Atemvorgang. Zwerchfell, Nacken- und Rippenmuskulatur ziehen sich dabei zusammen. Es kann aber nichts dabei passieren, du brauchst dir also keine Sorgen machen.

Mit etwas Glück, siehst du einen Schluckauf ja auch mal bei einer Ultraschall-Untersuchung. Dein Baby hüpft dabei quasi auf und ab. Das ist sehr nett anzusehen, wie dieses Video zeigt:

Tamara Müller

Als süddeutsche Frohnatur liebe ich die Wärme, die Berge und Hamburg! Letzteres brachte mich vor fünf Jahren dazu, die Sonne im Herzen zu speichern und den Weg in Richtung kühleren Norden einzuschlagen. Ich liebe die kleinen Dinge im Leben und das Reisen. Und auch wenn ich selbst noch keine Kinder habe, verbringe ich liebend gerne Zeit mit ihnen.

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