Mama allein zu Haus: „Oh, ich kümmere mich wohl doch nicht alleine um alles!“

Mein Freund ist eine Woche weg. In Amerika. Bekannte besuchen. Als er mich gefragt hat, ob das für mich in Ordnung wäre, habe ich aus tiefster Überzeugung ja gesagt. Es würde ihm gut tun, mal rauszukommen. Nicht weg von uns – aber aus der Tretmühle seiner langen Arbeitstage mit Schichten und vielen Ärgernissen.

Eine Woche allein mit meiner Tochter? Gar kein Problem. Da ihr Papa unter der Woche eh immer erst kurz vor ihrer „Bettizeit“ heim kommt, sind Tage zu zweit nichts Besonderes für uns. Wir sind ein eingespieltes Team und natürlich ist sie sowieso das beste Kind der Welt. Um die meisten Dinge, die zum Familien-Alltag dazugehören, kümmere ich mich eh fast alleine, dachte ich. Und außerdem, nicht zuletzt: Wie viele Mamas schaffen es jeden einzelnen Tag ohne Partner und sonstige Unterstützung, ihr Leben zu wuppen, oft sogar mit mehreren Kindern?

Also, außer, das ich natürlich traurig war, dass er weg sein würde, hatte ich keinerlei Bedenken.

Und wie ist es nun wirklich? Nicht ganz so leicht, wie ich dachte. Unsere Morgende sind normalerweise genau durchgetaktet: Ich gehe ins Bad, dann ziehe ich unsere Tochter an und mache ihr Frühstück. Da kommt dann der Papa dazu und ich gehe los zur Arbeit. Mit der Kleinen zu Ende frühstücken, ihre Zähnchen schrubben, Jacke und Schuhe anziehen, in die Kita bringen und sie dazwischen mit gespielter Engelsgeduld immer wieder antreiben – das macht mein Freund. Absolut machbar, dachte ich bisher.

Ja, machbar. Aber doch auch ganz schön „aufregend“ am frühen Morgen. Ich war fast jeden Morgen in Zeitnot und das spürte natürlich auch meine Tochter. An nur zwei von fünf Morgenden gingen wir harmonisch und ohne Tränchen aus dem Haus. Das heißt, dreimal kam ich verschwitzt, zu spät und mit einem höllisch schlechten Gewissen wegen meiner Motztiraden bei der Arbeit an.

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Das M in Mama steht für müde ? Das andere M auch ?

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Die Nachmittage hatte meine Tochter sich für eine extreme Hochphase des Trotzens ausgesucht. Es würde gequengelt, geweint, gebrüllt und gehauen. Kenne ich ja alles. Aber so konnte ich mich nicht mal abends bei meinem Freund aussprechen. Musste jede Minute bis zu ihrem Einschlafen möglichst verständnisvoll parat stehen. Und aufs Sofa verkriechen war dann auch nicht drin, denn es warteten ja noch die Wäsche und der Geschirrspüler auf mich. Und das Wohnungs-Chaos des Tages. Sonst teilen wir uns diese Aufgaben und schaffen es so abends noch, etwas Zeit für uns zu haben. Jetzt fiel ich danach aber gleich ins Bett, weil ich ja am nächsten Morgen früher aufstehen wollte, um uns nicht wieder so hetzen zu müssen. (Nette Idee. So theoretisch.)

Wirklich jeden Nachmittag drehte meine kleine Trotzmaus kräftig am Rad. Foto: Bigstock

Mimimi, jammerjammer, ne? Ich weiß. Aber ich bin wirklich kaputt. Von wegen ich mache alles allein zu Hause. Dafür war diese Woche wirklich supergut, mal wieder zu merken, dass ich doch ganz schön viel Unterstützung habe. Tatkräftig, aber vor allem seelisch und fürs Herz.

Nur zu dritt sind wir komplett, meine Tochter hat ihren Papa gehörig vermisst. Er deckt sie sonst abends zu, er macht seinen ganz eigenen Quatsch mit ihr, er gibt sie wesentlich gelassener in der Kita ab… All das hat jetzt eine Woche gefehlt.

An alle Mamas da draußen, die ihre Kinder so wunderbar ohne helfenden Partner großziehen oder deren Männer beruflich häufiger mal länger von zu Hause weg sind: Ihr habt meinen größten Respekt. Ihr habt so viel Kraft! Ich habe gemerkt, wie gut ich es habe und über was für Lappalien ich mich oft ärgere.

Und jetzt mache ich den Computer aus, hole unsere Maus aus der Kita und fahre mit ihr zum Flughafen, Papa abholen. Sie freut sich so sehr darauf, dass sie heute Nacht schon davon geträumt hat. Ich freue mich auch, aber „Nee, Mama, ich freue mich viel mehr als du!“ Wenn die wüsste…

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer vierjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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