Corona: Dürfen sich Kinder impfen lassen, wenn Mama & Papa dagegen sind?

Die Corona-Impfung für Kinder ist ein Riesenthema. Gerade hat die EMA den Impfstoff Biontech ab 12 Jahren freigegeben.

Dabei herrscht große Uneinigkeit, ob der Pieks auch für jedes Kind Sinn ergibt.

Die Stiko wird aller Voraussicht nach keine allgemeine Impfempfehlung für Kinder aussprechen. Sondern nur für solche, die unter chronischen Erkrankungen leiden, die einen schweren Verlauf einer Covid-Infektion begünstigen. Gesundheitsminister Jens Spahn hingegen will auch ohne eine allgemeine Empfehlung der Stiko mit den Kinder-Impfungen beginnen.

Und auch unter Eltern herrscht verständlicherweise viel Unsicherheit.

Einige möchten ihr Kind unbedingt impfen lassen, um es mit einem guten Gefühl in die Schule zu schicken oder um so ein Glied aus möglichen Infektionsketten zu „entschärfen“. Andere dagegen würden ihr Kind niemals gegen Corona impfen lassen.

Da kommt natürlich die Frage auf, weil es sich hier ja nicht mehr um ganz kleine Kinder handelt:

Was ist eigentlich, wenn sich ein Kind gerne impfen lassen möchte, seine Eltern es aber ablehnen?

Dieser Frage ist die Redaktion der WAZ nachgegangen. Denn im Entwurf für die Impfverordnung des Bundes ist so eine Situation noch nicht fest geregelt. Daher hat die WAZ verschiedene Ärzte und Juristen zu ihrer Meinung befragt.

Alle Befragten gaben an, dass es wirklich eine heikle Frage sei. Aber, sie waren tatsächlich einer Meinung:

Kinder können sich auch gegen den Willen der Eltern impfen lassen.

Wenn mir ein 14-Jähriger klar erklären kann, warum er geimpft werden will und das Thema auch versteht, dann ist eine Impfung ohne Einwilligung der Eltern möglich“, sagte beispielweise Jakob Maske, Bundespressesprecher vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte gegenüber der Zeitung. Und: Hier würde sogar die Schweigepflicht gelten. Entscheidend sei dabei die sogenannte „Einsichtsfähigkeit“ des minderjährigen Impfwilligen. Und die richtigen Gründe, überzeugend rübergebracht.

„Was kein Grund sein kann, ist der Wunsch in sein altes Leben mit Freunden oder Besuchen im Freibad zurückkehren zu wollen“, sagt Thomas Schlegel, Anwalt und Professor für Medizinrecht. Zählen würden nur medizinische Begründungen, wie die Sorge sich mit Corona zu infizieren, daran zu erkranken oder andere anzustecken.

14 Jahre ist das „magische“ Alter für diese wichtige Entscheidung – oder?

Ab 14 Jahren gelten Kinder in Deutschland als strafmündig, daher wird diese Zahl hier als Altersgrenze hergenommen. „Es gibt da eigentliche keine feste Altersgrenze“, sagt jedoch Thomas Schlegel, Anwalt und Professor für Medizinrecht. Er wissen, dass es 12-Jährige gebe, die die Situation begreifen können, aber auch 16-Jährige, die nie richtig erwachsen werden.

Daher muss in dieser Situation letzten Endes der Arzt entscheiden, ob sein junger Patient in der Lage ist, alles richtig zu verstehen und die Risiken zu überblicken.

Wie es im umgekehrten Fall aussieht, dazu wurden die Experten nicht befragt.

Aber sicher gilt hier dasselbe, oder? Wenn ein Kind dem Arzt als urteilsfähig scheint, wird er es sicher nicht gegen seinen Willen impfen.

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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