Mädels, wir müssen über Geld reden!

Wir haben eine riesige Mama-Community, über eine Million mal geben sich die Mamas allein in unserer großen Facebook-Gruppe gegenseitig Tipps. Meist geht es ums Stillen, Schlafen oder Beikost. Selten, viel zu selten, um Geld. Dabei ist finanzielle Sicherheit wichtig für unser Glück – Streit ums Geld gehört schließlich zu den häufigsten Scheidungsgründen.

Aber wenn es unter Mamas ums Geld geht, dann häufig nur um die Ungerechtigkeit, dass der Arbeitgeber einen nach der Elternzeit nicht mehr beschäftigen will. Oder dass sich Teilzeit nicht lohnt, weil die Kita-Gebühren das reduzierte Gehalt fast komplett auffressen. Viel zu häufig fällt dann die Entscheidung: „Ich bleib zu Hause, das lohnt sich ja alles nicht – das geringe Gehalt, der Kampf um den alten Arbeitsplatz.“

Vor allem wir Mamas sind im Alter oft arm

Was das für ein Trugschluss ist, realisieren wir Frauen leider erst Jahre später. Altersarmut trifft Frauen viel häufiger als Männer, vor allem die, die Kinder bekommen haben.

Wenn wir als Mamas berufstätig sind, verdienen wir 60% weniger im Vergleich zu Männern, und holen diese Lücke im Laufe unseres Lebens kaum mehr auf. Dabei zählt jeder Euro, den wir verdienen, ins Sozialsystem einzahlen und in unsere Altersvorsorge stecken.

Viel zu viele Mamas hoffen darauf, dass das Schicksal es schon gut mit ihnen meinen wird: Der Partner immer genug verdient, einen mitversorgt und die Partnerschaft hält.

Bitte verlasst euch nicht darauf – sorgt für eure eigene Altersvorsorge! Das ist viel einfacher, als man denkt, es gibt so viele Beratungsangebote, wie zum Beispiel von der Provinzial. Und es geht auch mit viel weniger Geld, als sich die meisten vorstellen. Was viele davon abhält, rechtzeitig in die Vorsorge zu investieren, ist Unwissen.

Das war bei mir genauso. Ich habe mich erst als ich ein Kind bekommen habe, mit 35, darum gekümmert. Davor hatte ich immer das Gefühl, das hat ja noch Zeit, gerade hab ich kein Geld (obwohl ich gut verdient habe), das ist doch später eh alles nix mehr wert. Wenn man allerdings so spät wie ich anfängt, muss man auch viel höhere Summen einzahlen, um seinen Lebensstandard im Alter einigermaßen halten zu können. Mit dem Wissen von heute würde ich am liebsten mein 25-jähriges Ich schütteln und sagen, geh einmal weniger essen im Monat und leg das Geld an.

Selbstvorsorge gegen Altersarmut

Als Frau und Mama ist es enorm wichtig, sich um eine Altersvorsorge zu kümmern. Besonders auch dann, wenn man nur in Teilzeit arbeitet. Foto: Bigstock

Wir sollten viel mehr über Geld reden!

Deshalb haben wir eine Mama aus unserer Community gesucht, die in einer ganz typischen Situation ist. Durchschnittlicher Verdienst vor dem Kind und das Alter scheint mit 31 Jahren noch soooo weit weg:

Kirsten ist Mutter einer sechs Monate alten Tochter, befindet sich gerade in Elternzeit und arbeitete zuvor in Vollzeit als leitende Angestellte im Logistikbereich eines Automobilzulieferers.

„Früher hatte ich zeitweise eine Riester-Rente, die ich aber wieder aufgelöst habe, als ich das Geld für andere Dinge brauchte. Ich habe mich erst wieder mit dem Thema befasst, als ich vor anderthalb Jahren meine betriebliche Altersvorsorge abgeschlossen habe. Ich habe keine Ahnung, wieviel Geld mir mit meiner momentanen Absicherung im Alter mal bleibt. Sollte ich zusätzlich noch privat vorsorgen? Wo mir jetzt durch Teilzeit wahrscheinlich viel weniger Geld bleibt, davon auch noch was wegnehmen? Ich könnte das Geld im Moment echt gut gebrauchen. Und außerdem sagen alle in meinem Umfeld, dass am Ende eh nichts rauskommt, weil man alles noch einmal versteuern müsse. Stimmt das?“

Aufklärungsgespräch mal anders

„Ich möchte mich gern unabhängig von meinem Partner absichern“, sagt Kirsten. „Das liegt nicht daran, dass wir nicht verheiratet sind, das hat etwas mit Eigenverantwortung zu tun. Außerdem will ich unter gar keinen Umständen später meine Tochter damit belasten, für mich sorgen zu müssen.“ Die 31-Jährige stieß auf ein Angebot der Provinzial, die nicht nur bei ihr in Nordrhein-Westfalen, sondern auch im Norden und Nordosten Deutschlands aktiv ist. „Die Beraterin hat sich viel Zeit für mich genommen. Ich konnte alles fragen, denn ehrlich gesagt hatte ich wenig Ahnung, wo die Unterschiede zwischen der gesetzlichen Rente, der staatlich geförderten Riester-Rente und eben privater Vorsorge liegen. Was kostet mich das jetzt, und was bringt es mir am Ende? Sogar auf das ‚Kleingedruckte‘ aus meiner vorhandenen betrieblichen Altersvorsorge ist die Beraterin eingegangen. Sie hat „Rentenlücken“ gefunden und mir erklärt, wie ich sie schließen kann. Flexible Einzahlungen sind mir im Moment am liebsten, oder auch die Investition in Fonds. Was mir auch nicht bewusst war: Erworbene Ansprüche aus der privaten Altersvorsorge können sogar vererbt werden.“

An die eigene Zukunft denken – und an die seiner Kinder

„Riester, Rürup, Rendite – was sich in der Theorie ziemlich kompliziert anhörte, hat mir die Beraterin erklärt. Ich kam tatsächlich ohne Fragen aus dem Termin: Nach Abzug von Steuern und betrieblicher Altersvorsorge hatte ich früher rund 1650 Euro netto übrig. Um eben meinen jetzigen Lebensstandard im Alter halten zu können, müsste ich für die zusätzliche private Vorsorge immerhin rund 190 Euro pro Monat aufbringen.“

Deshalb kann man es nicht oft genug sagen: Fangt früh damit an, für das Alter vorzusorgen! Denn dann muss man weniger monatlich einzahlen um später wirklich gut abgesichert zu sein. Und wer eine klassische Aufteilung in seiner Partnerschaft eingeht, in der sich die Mama ums Kind kümmert und der Partner arbeitet: Sprecht das Thema an, und versucht einen Weg zu finden, wie auch ihr abgesichert seid! Wenn ihr für immer zusammen bleibt, habt ihr das Geld auch im Alter zusammen. Und wenn nicht, hast du weniger Nachteil durch die Jahre, in der du Vollzeit die Familienarbeit übernommen hast.

Für Kirsten sind 190 Euro monatlich im Moment wirklich viel Geld, wie sie sich das gerade leisten kann und will ist ihr noch unklar. Wahrscheinlich wird sie ihren alten Job wegen des langen Fahrtweges aufgeben müssen. Und in Teilzeit würde sie weniger Nettoeinkommen haben. „Aber auf jeden Fall werde ich für meine Tochter aktiv werden. Für sie kann ich mit einem kleinen Betrag von nur 25 Euro jetzt den Grundstein für eine große Summe im Alter legen. Ich möchte ihr keine Steine in den Weg legen, weil ich mich nicht rechtzeitig um meine Zukunft gekümmert habe.“

Provinzial Selbstvorsorgerin

Sei eine Selbstvorsorgerin! Foto: PR

 

Judith Sylla

Ich habe zwei Kinder (2015 und 2019 geboren). Als Mama habe ich eines früh gelernt: Vorsätze sind da, um sie wieder über Bord zu werfen. Intuitiv handeln, statt nach Prinzipien, macht so ziemlich alles und alle entspannter.

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